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Müller (Karl Wilhelm)
1805, über die das Ministerium im Parlamente viel« Vorwürfe hören mußte,legte er tem zu schnellen Vorrücken des östreich. Heeres bei. Nach Pitt'ü Todeverlor er s. Stelle im Mimstkri'.m und trat aus die Seite der Opposition, kamaber nach For'sTode als erster Lord der Admiralität wieder in das Ministerium,in welch m er sich 1807 fg. nachdrücklich gegen die Emancipation der Katholikenerklärte. Als Geheimerath wurde er Mitglied des CabinetS. Die Expeditionnach Walchcren 180 > betrieb er persönlich und mußte deßhalb eine» harten Kampsmit der Opposition bestehen. 1812 vertauschte er s. Stelle als Lord der Admirali-tät mit der eines Großmeisters der Artillerie, welche Lord Thatam verlor. Zugleichward er Discount Normanby und Earl von Mulgrave; 1818 trat er s, Stelle alsGroßmeister der Art llerie an den Herzog von Wellington ab. 20.
Müller (Karl Wilhelm), kursächs. geh.KriegSrarh und Bürgermeister zuLeipzig , durch seine kräftige und umsichtSvolle Verwaltung des letzter» Amtes, alsBegründer trefflicher Volkserziehungsanflalten und als Verschöneret Leipzigs un-vergeßlich, wurde in Knauihayn, einem Dorfe bei Leipzig , wo sein Vater Ge-richtshalter war, den 15. Sept. 1728 geb. Er kam auf die Landschule Pforra,bezog in seinem 18. I. die Universität zu Leipzig , um die Rechtswissenschaft zu stu-diern, begann 1752 als Sachwalter zu prakticiren, und erhielt durch Vertheidi-gung der trefflich gearbeiteten Diss rtation: „b>o criininr toi >»i,n >»ol>", die ju-ristische Doktorwürde. Zn dem vertrauten Umgänge geistvoller Männer (Lessing ,Kästner, v. Blankenburg, Morus, Weiße, Rosenmüller), welche damals in Leip-zig lebten, bildete er seinen Geschmack in der Poesie und Kunst aus. 1755 gaber einen ..Versuch in Gedichten" (ohne seinen Name») heraus, unternahm, von an-dern Gelehrten unterstützt, seit 1756 die ..BritischeKiblioihek"(bis 1767, 6Bde.),Beurtheilungen und Auszüge ausgewählter Schriften der neuen engl. Literaturenthaltend, und lieferte dazu selbst die meisten Beiträge. 1750 ward er Mitglieddes Raths zu Leipzig und hatte das Unglück, im siebenjährigen Kriege, Hebst meh-ren seiner AmtSgenossen, in das dastge Schloß als Geisel von den Preußen gewor-fen zu werden, was ihm auch eme Krankheit zuzog. Außer einigen schriftlichenArbeiten über den Proceß, gab er 1768 eine Übersetzung der„Eugenie" des Beau-marchais, und 1776 von Grey'S Gedachten, Alles anonym, heraus. Von 1771an erhielt er die Hähern Würden des Magistrats und wurde 1778 Bürgermeisterund Beisitzer des Schöppenstuhls; das erstere in der'Regicrung abwechselnde Amthat er 12 Mal mit Ruhm verwalket. Bald nachher erhielt er den Titel eineskurf. sächs. geh. Kriegsraths. Zn Fleiß und strenger Pünktlichkeit, sowie in derGenauigkeit und Schnelligkeit der Geschäftsverwaltung übertraf ihn keiner seinerSubalternen, Aber sein Wahrheitssinn und seine Gerechtigkeitsliebe nakmen, be-sonders wenn es Handlungen übermüthiger oder leichtsinniger Unterbeamten galt,oft den Schein despotischer Strenge an. Doch wußte er auch vernünftigen Rathund gegründete Einwendungen zu achten und zeigte sich sonst gegen Zetermannhöflich und bescheiden. Ein scharfer, schneller Blick, welcher ihn dennoch vormanchen Mißgr ffen in den Personen nicht verwahren konnte, ein treffendes Ur;theil, ein glückliches Gedächtniß erleichterten ihni seine Bcrufswirksamkeit. Keinemerkwürdige Erscheinung in dem Gebiete der Wissenschaft und Kunst blieb ihmfremd, wähl end er durch fortgesetztes Lesen mit dem classischen Alterthum und derArchäologie immer vertrauter wurde; dabei suchte er das als gilt und nützlich Er-kannte i» seinem Kreise anzuwenden. Mit Rosenmuller'S Berathung entwarf M.den Plan d.r Frcischule in Leipzig . Sie wurde 1792 eingeweiht und genoß fort-dauernd seiner vorzüglichen Pflege. Durch Rosenmüller ließ er auch 1706 dieEinführung eines neue» leipziger Gesangbuchs bewirken. Ebenso faßte er den herr-lichen Plan eitler Bürgerschule. Nicht minder werden die Wiederherstellung derNirolaikirche, die Einrichtung des geschmackvollen EoncertjaalS, sowie die von ihm