Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Müller (Johannes von)

nicht hinlänglich, ihm den Verdruß getäuschter Hoffnungen zu vergüten. Auf eineAnstellung in der berliner Akademie gefaßt, sah er sich nach langem Bewerben mitdem Anerbieten eines kleinen Schulamres abgefunden, da er doch schon 1773 dasihm auf Nuolai s und Merian's Enmfchlung angetragene Reciorat am joachims-thalschen Gomnasium ausgeschlagen hatte. Dazu kamen noch eine bäiuffchc Re,censton in den „GöttingischcnLlnzeigen" und vaterländische Mtßunbeile über seineSchweizergeschichke, endlich die Unriihen m Genf . In Gleiin's ?lrmen zu Hal-berstatt und in der Auszeichnung der herzogl. Hofes zu Braunschweig fand er jedochden Trost, dessen sein reizbares Herz so sehr bedurfte, und nahm nun die Anstel-lung, die ihn, der (General und Staaisniinisier v. Schliessen als Pros. der Ge-schichte am Caroünum zu Kass l verschaffte, im Mai 1181 an. Die Freundschaftdieses großen Kenners der Geschichte und des classischen Alterthums und die Be-wunderung ausgezeichneter Zuhörer in s. Vorlesungen gaben seine» Studien einenneuen Schwung. Die Frucht seiner Aufnahme in die >wirlü de, autiguilö» zuKassel waren 2 im 8. Bde. seiner Werke abgedruckte Abhandlungen: „l)o I'iu-llueuce,1« »»och,,? r»r lau moderne" und „lli-üoire du I'cUililisseiuk»! otcle la iloiniii.ulion teinziorell« du 8uuveri>>» I'ouliko tlsu» !-> dernieio iiuiiiiä du-iiöulc-." Immer geneigt überDaS, was eben in der Politik Noth that, zumPublicum zu sprechen, wie er schon in s. „I.ss.-nr" über die genfer Unruhen ge-than, stellte er 1782 in den „Reffen der Päpste", einer kleinen, aber an Stoff zuden wichtigsten Betrachtungen ungemein reichen Schrift, die Hierarchie als Schutz,wehr der Völker gegen fürstl. Gewaltherrschaft dar. Sie verschaffte ihm in demdurch Kaiser Josephs Reformen geängstigren Rom und in dem kathol. Deutsch-land viele Freunde, und eine Anstellung in Rom würde ikm damals offen gestandenhaben, wenn er der päpstl. Gunst seinen Protestantismus hätte aufopfern wollen.Wie sehr es ihm aber mit diesem und mit der Religion überhaupt Ernst war, zei-gen seine Briefe aus dieser Zeit und ein „Gespräch mir Aglaja über das Christen«thum", das er 1782 niederschrieb. Seine noch in diesem I. erfolgte Anstellungals Rath und Unnrbibliothekar halte er Schlieffen'S Fürsorge zu danken; als aberdieser die Curatel der Bibliothek 1783 abgab, und die Pflicht der Dankbarkeit ihnvon Neuem nach Genf zog, nahm er während eines Sommeroufentbalts zu Genf 1783 s ine Entlassung, um bei Robert Troncbin als Vorleser und Gesellschafterzu bleiben unk seine Schweizergeschichke in der Nähe der 'Duellen fortzusetzen. Sotrar er nach einer 3>äbrigen Abwesenheit reifer und ruhiger in die alten Verhältnissezurück und wiederholte zu Genf seine Vorlesungen über die Universalhistorie. Aberje stärker inzwischen im öffentlichen Amte und bei steigendem Beifall das Gefühlseines Berufes bei ibm geworden war, desto drückender empfand er auch die altenÜbel dieser Lege: Zeitverlust in der Gesellschaft, und des gealterten, kränklichenTronchin s Launen, der die Erfüllung seines Versprechens, ibm ein« Leibrente an-zulegen, von Monat zu Monat aufschob. M. ging daber im Oct. 178-1 auf Bon-sieklkn's Gut Valewes in die Einsamkeit, wo er den 1. Bd. der Schweizergeschichtezur neuen Ausg. umarb.itete und im 2. rasch vorwärts rückte, um sich dann 1785durch Reisen Erholung zu schaffen und den Winter in Bern zu sein. Kaum hakteer hier die während der Fortsetzung seiner Hauptarbeit um seines Fortkommenswill, n g, bastenen Vorlesungen über die alte Geschichte mir einer Abschiedsredc volldes glühendsten Patriotismus (s. den 12. Bd. seiner Werke) beendigt, als ihn derKurs. Friedrich Karl Joseph nach Mainz einlud. HeyneA Empfehlung und derEsser deoM. von Kassel her befreundeten Anatomen Sömmerring hatten diesen Rufbewirkt. M. lehnte daher, weil eine angemessene Anstellung in der Schweiz sichimmer nicht finden wollte, das Anerbieten einer Pension vorn bcrncr Adel ab undtrat lin Febr. 1786 als Hosrath und Bibliothekar in Mainz an, wo er nocb in die-sem I. die neue Ausg. des 1. und den 2. Bd. der Schweizergeschichke zu Stande