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Mäller (Johannes von)
brachte und vom Kurfürsten immer mehr in die öffentl. Geschäfte geigen wurde.Hierdurch in die Verhandlungen über den Fürstenbund verwickelt, suchte er dieGe-mülher durch e. Abhandl. im „Deutschen Museum" s. 1786: „Zweierlei Freiheit",zu erwärmen, zeigte in der „Darstellung des teutschen FürstenbundcS", 1787, wel-cher Geist ihn beseelen solle, und sprach in den „Erwartungen Deutschlands vornFürstenbunde", 1788 das Leid der Edeln über die Trümmer dieses losen Gebäudesaus. (In diesen anonvm erschienenen Schriften erkannte mau bald die Meuker-haud des staotsklugen Geschichtschreibers und den Grund des seltenen Vertrauens,mit dem sein Kurfürst ihn beehrte. Obgleich resormirterProtestant und Laie, warder von diesem 1787, wegen Dalberg's Wahl zum Coadjutor, nach Rom beordert,im Winrer darauf seines BibliothekariatS entledigt und in der Cabinetskanzlei an-gestellt, 1788 zum geh. Legationsraih und bald nachher zum geb, Conferenzrathernannt. Daß er unter den mannigfaltigsten, das ihm neue Studium des deut-schen StaotSr.chts erfokernden RegierungSgeschäften, für deren Mühseligkeit ihndie väterliche Freundschaft des Kmfürsten nicht ganz entschädigen konnte, nochMuße fand, außer jenen Schriften über den Fürstenbund und den „Briefen zweierDomherren", 1787, worin er den veralteten Domcapiteln eine zeitgemäßere Bestim-mung anwies, auch die 1. Abth. des 3. Bds. der Schweizergeschichte 1788 erschei-nen zu lasten, zeugt für den gewissenhaften Gebrauch seiner Zeit und für die An-strengung, mit welcher er arbeitete. Sie zog ihm 1789 eine langwierige Krank-heit zu, von der er nur genas, um bei Leopolds Kaiserwahl 1790 sich wieder indas Gewühl der Geschäfte zu stürzen. Die Zumuthung, auch im Finanzkacbe zuarbeiten, und b sonders ein Verdruß mit Albini, bewog ihn gegen Ende d. (d. sei-nen Abschied in suchen. Doch Her zeigte sich, im welchem Grate M. wegen seinerIlneigennützigkeit und Freimüthigkeit beim Volke bel ebt und^dem Kurfürsten un-entbehrlich geworden war. Während die Höfe zu Wien und Berlin ihn durch Titelund Pensionen anzuziehen suchten, w'e er denn damals von den Akademien zuBcr-lin, Manbeim und Erfurt zum Mitglied ernannt wurde, hielt ihn der Kurfürstdurch die Bestallung zum geh. StaatSratb, Referendar undDirecior der kurrheini-schen Kreisarchive fest und eine, ganz ungesuchieGunst des Kaisers erhob den schlich-ten Job. M. im Jan. 1791 zum Edlen v. M. zu Sylvelden und zum Reichsritker.Noch nicht volle 2 Jahre hatte er in diesem weit umfassenden Wirkungskreis« baldzu Mainz, bald zu Aschaffenburq gearbeitet, als der Revolutionskrieg über Deutsch-land hereinbrach. Bei seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise nach Wien fandM. im Oct. 1792 Mainz in franz. Händen und mit den Geburtswehen des Re-publikanismuS ringend. Die Liebe des Volks, das seine Verdienste um die Re-gierung des Landes und das Wohl vieler Einzelnen nicht vergessen konnte, undCustine's Einladung, sich an die Spitze der neuen Verwaltung zu stellen, kamenihm hier entgegen. M. aber, der franz. Revolution vorn Anfange an abhold undseinen! für die Erhaltung der alten Verfassungen entschiedenen politischen Charak-ter getreu, verweigerte jede Theilnahme und ging mit seinen größteniheils geret-teten literariscben Schätzen nach Wien , wo er, nachdem sein Kurfürst ihn endlichdem Kaiser überlassen hatte, als k. k. wirklicher Hofratk bei der geh. Hof- lindStaatskanzlei eine seinen Fähigkeiten mehr als seiner Neigung angemessene Anstel-lung fand. Daß Georg Förster, den M. in Kassel kennen gelernt und in seinenPlatz als Bibchothekar zu Mainz gezogen hatte, sich von republikanischer Schwär-merei verkeilen ließ, die Mainzer mit dein grundlosen Vorgeben zu täuschen, M.habe zu ihrer Revolution gerathen, konnte diesem in Wien weit weniger schadenals seine Abneigung gegen einen übertritt zur katbol. Kirche, der daselbst zuver-sichtlich erwartet worden war. Gleichwol hatte Ostreich an diesem freimüthigenProtestanten und Lcliweizer den treuesten Diener. Die Flugschriften von 1795:„Die Übereilungen und der Neichsfriede" (bei Gelegenheit des prcust. Separgtfrie-