Band 
Siebenter Band. M bis N.
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593
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Müller (Adam)

Freiheit der Behandlung mit Beifall aufgenommen wurden. 1176 gina er nachRom und studier? dort besonders nach M>chA Angelo. All. in die Nachahmer desMichel Angelo pflegen fast alle Mal, anstatt der echten Groschen sines Sirls bloßseine Manier ausgreifend, ms Übertriebene zu '.'erfüllen. So kam es, das die Hoff-nung, welche M.'s Talent srüker erweckte, nicht ganz erfüllt wurde. Seine späternArbellen, welche wilde romantische Ideen darstellen haben werug Beifall gefunden.

Größere Verdienste hat M. als Dichter, ungeachtet auch sie nicht sogleich anerkanntworden sink. Zu einer Zeit, wo die Dichtkunst gröftemheils in eine versisicirteProsa ausgeartet war, trat unter den kräftigen Gestern, welche einen neuenSchwung in unsre Literatur brachten, wie Gö:he, Bürger. Heinfe, Klinger, auchunser M. auf, welcher mit den meisten der Genannten in vertraut.m Verhältnißlebte. Als er, in den 10-r Jahren, einige s. Geeichte bekanntmachte, scheuen seinePoesien zu früh gekommen zu fein; sie wurden nur mit getheiltem Beifall aufge-nommen. Erst späterhin und nachdem M. mit seinen nunmehr gesammel.en Poe-sien („Vlaler Vdüller's Werke", 8 Bde., Heidelb. 1611) aufs Neue hervorgetretenist, hak mcn sein Verdienst gebührend gewürdigt. Unter s. Idvllen findet man vor-treffliche Naturstücke, wie z. B. die echt deutschen: „Ulrich von Koßheim", „DieSchafschur" und „Das tNußkernen". Allein s. Meisterwerke bleiben doch die„Niobe", sodann „Faust " und „Genovefa": Dichtungen, welche neben Göthe'Sund Tieck's Bearbeitungen in eignen, stLerthe bestehen und seine schöpferische Kraftbeurkunden. In ihnen findet man Phantasie, Begeisterung der Leidenschaft undgroße Eharakterzeichnung, freilich mitunter etwas wild und zerrissen. (Vg'. Schle-gel's „Deutsches Museum", Sept. 1618.) Vst, der stets jugendlich lebhafte, jaheftige Greis, lebte in den lebten Jahren zu Rom , wo er, 80 I. alt, den 23. April *182-1 starb, nachdem er noch einige seinem Berufe nicht geeignete Werke herausge- ^

gebe» hatte, z. B. die antst-sirende Trilozie ,.?tdonis 2 (S. die Skizze vonM. Atiiller s Bildungsg Ach chte im „Morgenbl.", 1820, -S. 120.)

Vt ulle r (Adam), k. k. Hof, ach (im ausiei'ordentl. Dienste der k. k. Haus-,

Hoft und Staatskanzlei), 1821 in den birr. Ritrerstand mit dein Prätieale „v. steit-terdors" erhoben, bekannt durch s. Schriften über Gegenstände der Sraatskunst,ward 1110 zu Berlin geb., wo ihn s. mütterl. Großvater, der als Orientalist undÜbersetzer des Hiob u. Ietaias bekannte Prediger Eube, erzog und für das Studiumder Theologie bestimmte; dann wurde er des Philologen Wetzel (durch s. „Antigua-risel es Lerston" und mehre Ausg. des Cicero bekannt), hieraufGedike'S, Spalding'sund Heindorfs Schüler. Durch die Leidenschaft für das Studium der danial«herrschenden Philosophie von den positiven Wissenschaften abgeleitet, führte ihn ins. 18. I. die Freundschaft von Frietr. Gentz zu dem Interesse an den großen politi-schen Begebenheiten der Zeit zurück. L o begann er in s. 19.1. f. 3jährige akadem.

Laufbahn inGettingen. In dem Studium der Rechte gab ein gelegentlicher ZweifelHugo's an der Haltbarkeit der Idee des absoluten Eigenthums feinem Studiumeine neue Richtung. Cr suhlte die Nothwendigkeit, das deutsche und das LehnS-rechr, und das britische Privakrecht neben dem römischen nicht zu veisäumen. Bur-ke's Werke griffen um diese Zeit mächtig und nachhaltig in s. Leben; so entstandendie Vorlesungen gegen die st anz. Revolution und für die Sache der alten Ordnungvon Europa , d e er 1800 zu Göitingen einige» seiner Freunde hielt. Ähnliche For-schungen in der Philosophie des Rechts führten ihn zur Idee des Gegensatzes, alsGrimderscheinung derW-lt, und nach s. Rückkehr nach Berlin zu einem 2jährigenStudium der Naturwissenschaften. Seme Anstellung als Referendar in Berlin konnte seinen wissenschaftlichen Trieb nicht niederhalten. Eine Reife nach Schwe-den und Dänemark und hierauf ein 2jähriger Aufenthalt auf dem Lande in Polen gaben ihm die Ruhe, seine politischen und religiösen Überzeugungen in Übereinstim-mung zu bringen. Um Gentz wiederzusehen, begab er sich »ach Wien , trat amisottversations-Lcricon. Bd. VU. 38