Band 
Siebenter Band. M bis N.
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608
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608 Münze Münzer

M ü II z e, s. Geld. In dem Sinne, wie es Ideal- und Realgeld,Geldanweisungen, Cretitgeld, Papier:, Privat-, Staats- oder Landes-oder Weltgeld gidt, unterscheidet man auch Ideal-, Real-, Papier -, Pri- ivar-, Staats-, Welimünze ic. Die Bedingungen einer guten Münze und dieVortheile derselben sind denen des guten Geltes gleich. Es muffen in einem Landesowol groß- als kleine Münzen oder sogen. Scheidemünzen vorhanden sein, wennder Umtausch und Verkehr nicht große Lchwiengkeuen nuten soll. Insbesondereist es ein großer Fehler, wenn nicht für eine hinlängliche Menge guter Scheide-münze gesorgi wird, weil es durch sie allein möglich wird, auch die geringstenWerthe auszugleichen. Findet das Ldchwierigkeüen, so gehen viel Dinge von klei-»em Werthe verloren, die zusammen einen großen Werth ausmachen, oder dieHandelsleute können nlchr auseinanderkommen, wenn sie auf grobes oder klingen-des Couranr herausgeben soll-n. Weil nun Scheidemünze wegen ihrer geringenM.nge feinen Silbers zu klein für den Gebrauch ausfallen würde, so verbindetman sie mu Kupfer oder prägt sie auch aus blossen, Kupfer aus und gibt ihr denW.rih euier bestimmte» Beenge Eilber. Enthalten Münzen den Werth, zu demsie umlaufen sollen, in Metall weniger, so sind sie bloße Creditinünien okneandern Werth als der Credit, auf dem sie laufen, gibt. Papier - oder Leder-in u u zen haben gar keinen Realwert!); ihr Werth hängt von dem Credit des Aus-gebers und von ihrem jedesmaligen Gebrauch ab.

Münzen, antike, moderne, griechische, römische, consula-lische, Kaisermünzen, falsche Münzen, f. Munzl-inde.

M nnzc r (Thomas). Dies r berüchugle Schwärmer war zu Siolberg amHarz geb. Wäre die Sage wahr, daß sein Vater von einem Grasen zu Stolberg unaerechterweise hmgerichlek worden, so würde sich daraus du Richtung, die seinG.ist später nahm, um so leichter erklären lassen. Wahrscheinlich studute er zuWllienberg, wo er auch Magister ward. Dann ward er Schullehrer zuAschers-leven, später Kaplan m einem Nonnenkloster zu Halle, ging dann wieder nachStocke, g, wo er mit Beifall predigte, ward 1520 als erster Prediger nach Zwickau berufen, ging 152 l nach Prag , um sich unter den Hussiteu Anh.uger zuverschaffen, und wart I oder 2 Jahre später Prediger zu Altstekt. Allent-halben zeigle er sich als einen unruhigen Kopf und einen wüthenden Gegnerdes Papstthums. Anfangs berauschten ihn mystische Schriften; dann brach feinEifer gegen scholastische und päpstliche Theologie in seinen Predigten aus, undin Bchmen schlug er einen noch vorhandenen heftigen, eigenhändig geschriebenenAussah: „l.uuiiu j>i>;>i!>u»", an. Um diese Zeit sing Luiher's Lehre an, die Ge-il.u.her von der T> ranne, des päpstl. Gewissenszwanges zu enkfeffeln, aber aufder andern Seit' >rhob sich der Geist der Schwärmerei. Während Luther zurück-gezogen auf der Wartburg lebic und Karlstadt in Wüienberg die ausschweifendstenGewaltthätigkeiten beging, bildete sich zu Zwickau die Sekie der Wieterkäufer(Feinde der Kinde,taufe), an deren Spitze Klaus Storch, ein Tuckmach r, stand,und zu welcher sich Mar.r Siübner. Marim Kellner und Thomas Münzir gesell-ten. «>e drangen mit ihrem Anhange nach Wtttenberg; Wer Luther, der kahmeilte, brachte es durch 1 Predigten so weit, daß Storch und Karisiatl W ttenbergvei laffm mußten. Mit mehr Feuer und Glück breitete hingegen M.seine Lehre zuAlistedt in Thüringen aus, wo er sei: 1523 Prediger war. Er besinn iickr nurdas Papsttbum, sondern auch Luthcr'S Lehre, und reizte die Unterthanen zum Un-gehorsam gegen ihre Dbrigkeüen, besonders wenn sie ihnen verboten, se re geistli-ch) ii Reden zu besticken. Er überredete den Pvbel, daß Gott seine sknstcn-b it bald von dem Joche, unter welchem sie seufze, befreien werde. Seme An-,hängn vermehrten sich so sehr, daß der Kurfürst von Sächsin, Fricdrck, und'der Herzog Johann zu Weimar ihn 1521 nach Weimar sotern ließen, um sich zu