Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Münzfuß «09

verantworten. Man begnügte sich indeß, dem Amtmann und Rath zu Altstedt zubefehlen, einen für die öffentliche Ruhe so gifährlichen Schwindelkopfzu entfernen.Nk. entwich aus der Stadt, ließ ein Zahr lang nichts von sich kören und trat zuerstwieder in Nürnberg auf. Hier nicht geduldet, ging er nach Schaffhausen , wo ersich ein halbes Jahr aufhielt; dann kam er nach Sachsen zurück, predigte zuMühl-Hausen, gewann die Volksmenge, sehte den alten Rath, der ihm das Predigenverbot, ab und einen neuen ein, ließ die Klöster und die Häuser der Reichen plün-dern und verlangte eine allaemeineGütergemeinschaft. Ein ähnlicher Schwärmer,Namens Pfeifer, fiel mit seinem räuberischen Anhang insEickSseld und vereinigtesich mit M. Dieser Vorfall und die Nachricht, daß sich 40,000 Bauern in Fran-ken zusammengerottet, 150 adelige Schlösser und 23 Klöster geplündert und ver-brannt hatten, entflammten M.'s Muth. Er rief s. Anhänger in Fronkenhausen,die Bergleute im Mansfeldischen und sämmtliche Bauern zu Mühlhausen , Langen-salza und Tennstedt auf, und rüstete sich zum Kriege. Er versprach ihnen, siesämmtlich in den Herrenstand zu erheben. Nachdem er Pfeifern als Statthalter inMuhlhausen zurückgelassen, beaab er sich mit 300 Auserwählten nach Frankenbau-sen, brach die von den Frankenhäusern mit dem Grasen v. MonSfeld eröffneten Un-terhandlungen ab und erhitzte aufs Neue die Gemüther. Jetzt starb Kurfürst Fried-rich der Weise. Sein kräftiger Nachfolger, Johann, der Herzog Georg zu Sach-sen, der Landgraf Philipp v. Hessen und der Herzog Heinrich von Braunschweigverbanden sich und schickten 1500 Reiter und einige Fahnen Fußvolk gegen die Auf-rührer. Diese waren gegen 8000 M. stark und standen voi theilhaft auf einer An-höhe bei Frankenhausen, geschützt von einer Wagenburg. Die vereinigten Fürsten boten nochmals den Weg der Güte an, aber M. gab kein Gehör, sondern befeuerteden Muth der Seinigen durch die wüthendsten Reden und versprach ihnen den Bei-stand Gottes. Am 15 . Mai 1525 kam es zur Schlacht, in welcher die Aufrührernach einer hartnäckigen Gegenwehr gänzlich geschlagen wurden. Nach Einigen ver-loren sie 5000 , nach A. 7000 an Todten; die Übrigen, worunter auch M. war,warfen sich nach Frankenhausen . Muthlos verbarg er sich hier auf den. Boten ei-nes Hauses in einem Bette und stellte sich krank. Die fürstl. Truppen besetzten undplünderten die Stadt. M. wäre unbeachtet geblieben, wenn nicht ein Soldat inseiner Reisetasche das Schreiben des Grasen ManSfeld an ihn gesunden hätte. Erward gefangen nach Heldrungen gebracht, wo er auf der Folter seine Verbündetennannte. Auch Pfeifer, der sich von Mühlhausen hatte flüchten wollen, ward ge-fangen zurückgeführt. M. wurde von Heldrungen dahin abgeliefert und ihm undPfeifern, nebst 24 a. Rebellen, das Schwert zuerkannt. Der zuvor so trotzige M.verlor auf dem Hingange zum Richtsätze allen Muth, er konnte die Glaubensar-tikel nicht selbst aussprechen, sondern der Herzog Heinrich v. Draunscbweig betetesie ihm vor. Sein Körper wurde nach der Enthauptung gespießt, und s. Kopf aufeinen Pfahl gesteckt. Die Städte Langensalza, Mühlhausen und Tennstedt wur-den um ansehnliche Geldsummen gestraft, und noch mehre Aufrührer, unter denenBürgermeister und Rathsherren, hingerichtet. (Dgl. Bauernkrieg.)

Münz fu ß heißt die gesetzliche Bestimmung des Gewichts (Schrots) undFeingehalts (Korns) der Mekallmünzen eines Landes. Da nun fast in allen Staa-ten für nützlich erachtet wird, dem edeln Metall ein unedles beizumischen, so habenauch meist alle gleichnamige Metallmünzen verschiedenes Gewicht, verschiedeneFeine und Werth, mithin ist die Unterscheidung des Münzfußes überall von Wich-tigkeit. Ein schwerer Münzfuß unterscheidet sich von, leichten dadurch, daß nachdem erstern weniger Stücke von gleicher Benennung aus einem bestimmten Ge-wichte edeln Metalls, z. B. einer Mark fein, geprägt werden, nach dem letzter»mehre. Das charakteristische Unterscheidungszeichen beider besieht also eigentlich nurin der Größe des Maßstabes für die in den Verkehr kommenden Güter. Zn Deutsch -ConversationS-Lericv». Bd. VII. 39