t!10 Münzfuß ^
land liegt der Bestimmung der Einheit des Gewichts des feinen Metasts gewöhn-lich die kölnische Mark reines Gold oder Silber, in England das Pfund, in Frank-reich (fönst) das Pfund Trovesgewicht zum Grunde. Die merkwürdigsten deut-schen Münzfüße sind: 1) der zinnische Fuß von 1667, wonach Sachsen und Bran- idenburg (zu A.nna, einem brandcnburgischen Städtchen und Kloster) die feinekeln. Mark Silber zu 10i Thlr. oder zu 15 Fl. 15 Kr. ausmünzen wollten;
-) der leipziger Fuß von 1690 (s. RciehSfuß); 3) der preuß. oder Graumann'- .sehe Fuß. wonach 1750 die feine Mark Silber zu 14 Thlr. ausgeprägt wurde; ;1) der Conventionsfuß oder 20 Guldenfuß von 1753, wonach vermöge einer lzwischen dem wiener und Münchner Hofe geschlossenen Convention die feine Mcu k iGold zu 283 Fl. 5 Kr. 3-' Pf., und die ftine Mark Silber zu 20 Fl. oder I5k jConveniions- oder SpecieSthaler ausgeplatzt wird. Ihn hat ganz Deutschland ,bis auf Holstein, Lübeck, Hamburg, Mecklenburg, Bremen , Äldenbuig und Preu-ßen angenommen. Der sogen. 24 Guldenfuß ist kein besonderer Münzfuß, son-dern nur eine andre Rechnungsart der nach d>m 20 Guldenfuß geprägten Mün-zen. Danach werden also 20 Conv.-Gld. für 24, die 20 Kreuzerstücke werdenfür 24 Kr., die 10 Kr. für 12 Kr. und die 5 Kr. für 6 Kr. gerechnet. Diese !
Rechnungsart ward 1776 von Baiern und den benachbarten Staaten angenom- !
Men, wiewol sie nichts Wesentliches ändert. Da der reelle Werth der Münzein der Menge des in ihr enthaltenen feinen Metalls besteht, so ist die Abtheilung, j
Form und Benennung der Mctallmünze, mit Einem Worte, der Münzfuß, ganz !
gleichgültig, und wer es gehörig versteht, wirk Des, was ihn, 1Z: Thlr. Con- ,
ventionsmünze werth ist, nicht anders als für 14 Thlr. verkaufen, wenn manihn mir Münze, nach dem Graumann'schen Fuße geprägt, bezahlen null. Dies 1
ist besonders im großen Verkehr der Fast. Im Kleinhandel knüpft sich schon eherder Gedanke des Werthes der Münze an den Rainen und weniger an den Fein- z
gehakt derselben. Ist z. B. Jemand gewohnt, für 1 Groschen 2 Pfund Brot !
zu kaufen, so glaubt er es für Alles, was ein Groschen heißt, zu können; und ^
da viele andre Personen auch in diesem Glauben stehen, so nehmen sie jeden Gro-schen zu demselben Werthe an und geben dieselbe Quantität Waare dafür, bis sieden Irrthum einsehen. Da nun der Kleinhandel fast Alles begreift, was durch denGroßhandel auf den Markt kommt, so leuchtet ein, wie eine geringhaltige Münze,wenn sie zu gleichem Werthe mit der mehrholiigen angewendet wird, einem Volkenicht geringen Verlust zuziehen muß. Auf die Leichtigkeit einer solchen Täuschunghat eine eigennützige und betrügliche Pclitik öfters die Einrichtung ihres Münz-fußes gebaut und dadurch ihren Nachbarländern geschadet. Besonders leicht ge-wöhnen sich Lie Grenzprovinzen der Länder, wo schwerer und leichter Münzfuß be-steht, an die gegenseitigen Münzen von einerlei Namen; die schweren und leich-ten Münzen mischen sich im Verkehr durch einander und haben eine Zelt lang glei-chen Werth. Sobald man aber bemerkt, daß schweres Geld nicht mehr gilt alsleichtes, erwacht der Reiz, das erstere gegen das letztere einzutauschen, es einzu-schweben und in leichtern Stücken wieder in Umlauf zu bringen, oder sonst vor-khtilhaft zu verwenden. Dies Geschäft ist einträglich. Aber es zieht das schwereGeld nach und nach aus der Circulation und bringt leichtes an dessen Stelle. Soiß es denkbar, daß Nachbarstaaten lange Zeit eine Art von Plünderungsspstem imStillen ausüben können) Höchst wünschenswenh wäre es daher, wenn aste han-deltreibende Völker sich eines und desselben Münzfußes bedienten, denn dadurchwürde ihr gegenseitiger Verkehr ungemein erleichtert und Irrthümern mancherleiArt vorgebeugt werden. Ebenso wäre cS, wenn sämmtliche handeltreibende Natio-nen dahin übereinkämen, jedem Münzstücke das Gewicht, den Feingehalt und denBetrag der gesetzlichen Prägkosten aufzudrücken. Allein theils hat sich hiergegender Eigennutz gestemmt, theils bleibt es ausgemacht, daß jede Abänderung des ein-mal eingeführten Münzfußes große Verwirrung in die Geschäfte bringt, wenn die