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Siebenter Band. M bis N.
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Muvky Murner

flsrentiner Geschmack. Aus dieser ersten Periode sieht man Mehres von ihm zuSevilla. Um sein Colorit auszubilden, wollte er zu Van Dyk nach London reisen,als er den Tod dieses Meisters erfuhr. Er arbeitete nun mit angestrengtem Fleiß«kleine Heiligenbilder, welche selbst nach Indien gingen, und verschaffte sich dadurchReisegeld, womit er 1643 nach Madrid gelangte. Hier erhielt er durch seinen Lands-mann VelaSgueZ die Erlaubniß, die Meisterwerke eines Tina», Rubens, Van Dykzu copiren, kehrte 1645 nach Sevilla zurück, wo er durch seine Gemälde im KlosterFrancisco allgemeines Erstaunen erregte. Sie waren in dem dort noch unbekanntenStyle der Van Dyk, Spagnolet und Nelasguez ausgeführt und erwarben ihm vieleAufträge. Seine ruhmvollste Periode war indeß von 1610 — 80, während welcherer, neben andern, 8 große Bilder, die Werke der Barmherzigkeit vorstellend, für dieKirche des Hospitals San-Iorge de la Caridad malte. In diesen Bildern zeigt sichsein großes Verdienst; seine gründliche Kenntniß der Anatomie in der Figur desGichibrüchigen; die schönen Massen s. Licht- und Schattenspiels in der Erscheinungder Engel bei Abraham; der Adel in dem Charakter s. Köpfe, besonders des Chri-stus und Moses, und in dem Vater des verschwenderischen Sohnes; der Ausdruckin der innigen Reue dieses Letzter»; die herrliche Composilion, die richtige Perspec-tive und das Colorit in allen. Eine Arbeit von ähnlicher Vollkommenheit erhielt dieKirche de los Denerables und das Kloster der Capuzmer. Für eben diesen Ordenmalte er zu Cadix ein großes Altarblatt, aber noch vor Vollendung desselben wurdeer gefährlich krank und starb zu Sevilla 1682. Er brachte aber nicht allein durchs,zahlreiche/! und trefflichen Arbeiten die Malerkunst in Spanien in Aufnahme, son-dern auch durch eine Akademie, deren Stiftung ihm trotz aller Hindernisse gelang,und deren Präsident er seit 1660 wer. Seine Schüler wichen jedoch nur zu baldvon dein großen Styl ihres Meisters ab. Viele s. Werke sind nach Frankreich undEngland gegangen, doch befinden sich noch viele ausgezeichnete in s. Vaterstadt,z. B. der heil. AnroniuS von Padua in der dortigen Kathedrale. (S. „Kunstblatt"zum „Morgenbl.", 1822, Nr. 10.) Die dresdner Galerie besitzt von ihm eineherrliche Madonna mit dem Kinde; mehre sind in München .

Murky, eine veraltete Art kleiner Tonstücke für das Clavier, in welchender Baß durchgehendS aus gebrochenen Octaven besteht, daher Murkybässe.Ihr Charakter ist lustig.

M urner (Thomas), ein alter satvriker, war, wie sein Muster in derdidaktischen Salyre, Sebastian Brand, zu Strasburg geboren (1415), studirteTheologie, wurde Franciscaner, Lehrer an der Hochschule zu Frciburg im Breis-gau, vcnl Kaiser Maximilian !. 1506 zu Worms als Dichter gekrönt, 1500 inKrakau 1). der Theologie; 1515 las er zu Trier und 1519 in strasburg juristi-sche Collegia. Seine sächsischen Schilderungen, besonders s. Angriffe auf die da-mals verderbten Geistlichen, zogen ihm viele Verfolgungen zu. Doch war er eineifriger Katholik und Gegner Lucher's, wie s. Schriften gegen kiesen zeigen. Auchfolgte er der Einladung Königs Heinrich '.lll. nach England und nahm an dessenDisputationen über Katholicismus und Protestantismus Theil. 1526 hielt er sichin der Schweiz auf, predigte gegen den Protestantismus, wurde aber 1521 auchvon den kathol. Cankonen dieses Landes verwiesen, und starb als I). der Theologieum 1556 oder 1531. Er war ein Mann voll redlichen Eifers, aber heftig, unge-stüm, derb, grob und persönlich, und in dem Bedürfniß, s. Witz auszuschütten,umständlich und geschwätzig. Seine Sprache ist kräftig und oft neu. Die vorzüg-lichste s. Sakyren ist die „Narrenbeschwörung" (Strasb. 1512 und mehrmals);hier zeigte er sich als Kenner der menschlichen Narrheüen, die er ohne Schonung gei-ßelt, und liefert manches kräftige Sittengemälde seiner Zeit. Seine „Schelmcn-zunft" (1512, 4., und in nichrcn spätern Ausg., mit Erklärungen und Glossen,Halle 1188) entlarvt den Orden der Betrüger. Fälschlich wird M. für den Vft