Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
621
JPEG-Download
 

Murphy Murrhinische Gefäße 821

des ,,Tyll Eulenspiegel " gehalten. Dgl. Waldau, „Don TH.Murner's Leben undSchriften" (Nürnb. 1115).

Murphy (Arthur), Dramatiker, geb. zu Elphin in Irland am 21. Der.1130 und erzogen in einem franz. Seminar zu St.-Omer, sollte in London dieHandlung erlernen. Allein Garrick'ü Ruhm zog ihn zum Theater. Er spielte 1152u. 1153 zu Drurylane, fiel aber durch, entsagte der Bühne und ward Schriftsteller.Sein Antheil an der Zeitschrift: ,/I l>e .Iourn.,1", verschaffte ihm

Johnson s Freundschaft. Er zeigte sich in den öffentlichen Blättern als einen derheftigsten Feinde des unglücklichen Admiral Byng; dies erwarb ihm die Gunst desLord Holland, der ihm die Aufnahme unter die engt. Advocaten, wiewol mit großerMühe, verschaffte. Aber auch als Rechtsaelehrter machte er kein Glück; er fing nunan, für das Theater zu schreiben, und verpflanzte viele ausländische Erzeugnisse glück-lich auf engl. Boden. Seine Stücke gefielen. Sein „Griechisches Mädchen ' gehörtzu den beliebtesten Trauerspielen in England; sein Siyl ist edel, einfach und elegant,aber nicht kräftig. Seine Komödien sind ziemlich treue Sitiengemälde in einemleichten und reinen Styl. Mehr komisches Talent hat er in s. Possen gezeigt. Diebeste derselben ist: „Drei Wochen nach der Hochzeit" („IVoiA-.", Lond . 1188,1. Bd.). Seiner Überf des TacituS fehlt es an Genauigkeit und Treue, doch halsteihm in England mehr Ruhm gebracht als seine andern Arbeiten und selbst die Bio-graphie Iohnson's („Isism lbe Ilko an<1 Aenilis nk 8. .Iol>ns»n", Lond . 1192).In den letzten Jahren seines Lebens genoß er eine jährl. Pension von 200 Pf.St.und starb den 18. Juni 1805 in London .

Murr (Christoph Gottlieb v.), Geschichts- und Alterthumsforscher, geb.in Nürnberg den 6. Aug. 1133, bildete sich hier und auf der hohen Schule zuAktors. Nach vollendeten Studien kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er in derFolge die Stelle eines Zollamtmanns bekleidete. Sein erstes größeres Werk war s.„llil.iiolliegue cle pelntiire etc." (1110). Vor allen f. Schriften zeichnet sich sein111* angefangenes und bis 1189 fortgeführtes „Journal zur Kunstgeschichte undzur allgem. Literatur" (IlThle.) aus. Eine 1198 angefangene Forts, dieses Werksu. d. T.: „Neues Journal >c.", wurde mit dem 2. Bde. beschlossen. In diesemJournal ist ein großer Schatz von einzelnen Abhandl. über die älteste Geschichteder Ölmalerei, der Kupferstecher-und Formschncidekunst, Beschreibungen seltenerWerke, Beurtheilungen der vorzüglichsten in fremden Sprachen erschienenen Bü-cher, oder Auszüge aus den kostbarsten derselben, Nachrichten über die neuesten Fort-schritte der Künste und Wissenschaften -c. enthalten, die sich durch Gründlichke.t, kri-tischen Geist, Unparteilichkeit und würdige Darstellung auszeichnen. Vorzüglichreichhaltig sind die Forschungen über die Geschichte der deutschen Kunst, wozu ihmNürnberg, als die Vaterstadt der deutschen Kunst, eine reiche Fundgrube darbot.M. hat die Bahn zu dergleichen, in den neuesten Zeiten mit so vielem Glück behan-delten Untersuchungen brechen helfen. In spätern Jahren gab der unermüdeleLite-rator noch die „Abbildungen der herculanischen Alterthümer", eine „Geschichte desdreißigjühr. Krieges", die „Beschreib, der Merkwürdigk. Nürnbergs und Altvrfs"und 1805 eine Schrift: „Die mediceische Venus und Phryne", heraus. Er starbzu Nürnberg den 8. April 1811. 86.

Murrhinische oder Murrhenische Gefäße (vaza murr!,,»-,),Prachtgefäße der Alten, welche sich durch Kostbarkeit des Stoffes wie durch Schön-heit der Bearbeitung auszeichneten. Sie waren durch PompejuS aus Asien nachRom gebracht worden, als dieser den Mithridates besiegt hakte, und wurden mitungeheuern Preisen bezahlt. Einige Alrerthumsforscher haben ihren Stoff für einFossil aus der Classe der L:ardony.re und Achate, oder für chinesischen Speckstein,Andre für eine Art Porzellan oder Glasfluß gehalten. (S. Plastik.) Wahr-scheinlicher dürste anzunehmen sein, daß es Gefäße dieser Art sowol aus natür-