Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Musaischr Malerei Mufthenbroek 62Z

als auch bei Schriftstellern ertheilt; in neuern Zeiten gibt man diesen Ehrennamenauch einem Gönner der Wissenschaften und Künste.

Musaische Malerei, s. Mosaik.

M ri sä u s, ein berühmter Dichter aus dem mythischen Zeitalter, war ausAthen geb. Einige nannten ihn einen Sohn des Eumolpus und der Selene, A.des Linus oder Orpheus . Ein Sohn des Orpheus heißt er wahrscheinlich nur,weil er dessen Nachfolger und Schüler war. Er war auch Philosoph und soll diegottcSdienstlichen Gebräuche nach der Vorschrift des Orpheus, insbesondere bei denEleusinien und andern Mysterien eingeführt haben. Die Akten schreiben ihm mehreWerke zu, von denen nur einige Verse auf uns gekommen sind. — Von einem spä-tein Musäus , der wahrscheinlich im 4. oder 5. Jahrh, nach Ehr. gelebt hat, ha-be» wir ein erotisches Epos von der Liebe der Hero und des Leander (Ausg. vonHeinrich, Hanover 1193; Passow, mit Übersetz., Leipz. 1810).

Musäus (Johann Karl August ). Dieser originelle Schriftsteller, geb.1135 zu Zena, studirte daselbst Theologie, ward Magister, lebte in Eisenach alsEandikat des PredigkamtS und sollte Landpfarrer bei Eisenach werden, aber dieBauer» widersetzten sich — weil er einmal getanzt hatte. Richardson's „Grand»son" machte damals allgemeines Aufsehen und verdrehte manchem schwachen Leserden Kopf. Gegen dieses Unwesen schrieb M. s. „Grantison der Zweite, eine sa-tyris.be Parodie" (Eisenach 1160-—62, 3 Thle.; umgearb. 1181 — 82), welcheviel Beifall fand. 1163 ward er Pagenhofmeister am weimarischen Hofe und lLahre nachher Pros. am dortigen Gymnasium. Nach langem Zwischenraume trater von Neuem als Schriftsteller auf, um eine andre Thorheit der Zeit, dieVerir-rungen der Physiognomik, zu strafen. Er that dies in s. geistvollen „Physiogno-mischen Reisen" (4 Hefte, Altenb. 1118—19). Aufgemuntert durch den ver-dienten Beifall, faßte er den Gedanken, , Volksmärchen der Deutschen" zuschrei-ben , welchen er auf gleich originelle Weise (1182) ausführte. Nur schaden ihnendie eingemischten Anspielungen aus Gegenstände der damaligen Zeit. Durch diese„Volksmärchen" ward er Nalionalschnsifieller. Seine Absicht dabei war, der wei-nerlichen Empfindsamkeit freie Spiele der Phantasie enigegenzusiellen und durchden bunten Wechsel lieblicher Dichtungen zu ergötzen, die um so mehr gefielen, alssie mit den in der Jugend empfangenen Eindrücken übereinstimmten. Sie sindneu von Wieland herausgegeben worden (1806, 5 Thle.) und von Friedr. Jacobs(Gotha 1826, 5 Bde.). „Freund Hems Erscheinungen in Holbein's Mamer",die M. 1185 herausgab, sind mehr betrachtend als erzählend. Eine neue Reihevon Erzählungen begann er u. d. T. „Straußfedern", wovon aber nur der 1. Bd.aus s. Feder kam; denn er starb gleich nach s. Erscheinung an einem Herzpolypen,1181. Auf seinem Grabe ward ihm ein einfaches, aber schönes Denkmal voneinem Unbekannten errichtet. Die Gutmüthigken, Heiterkeit und Harmlosigkeit,welche M. im Leben besaß, sind auch in s. Schriften ausgedrückt. Er war dieserEigenschaften wegen allgemein geliebt; obgleich er Sakyren schrieb, wollte ihmdoch Niemand übel, denn s. Laune war nie mit Galle gemischt, die Pfeile seinesWitzes nie in Gift getaucht. Als Schriftsteller ist er ebenso unterhaltend als beleh-rend. Die gefälligste, munterste Laune, deutsche Offenheit und Biederherzigkeit,ungesuchte Anspielungen und eine Heiterkeit, die zuweilen zur possierlichsten Lebhaf-tigkeit wird, drückte Allem, was er schrieb, den Stempel auf. Dabei hatte er diedeutsche Sprache vollkommen in seiner Gewalt und gebrauchte sie mit Leichtigkeitnach s. jedesmaligen Zwecke. M.'s nachgelassene Schriften hat Kotzebue , s. naherVerwandter, herauSgeg. und Nach, ichlen von s. Leben hinzugefügt (Leipz. 181^.

Muschelmünze, f. KauriS.

Muscheln, s. Schalthiere. -

Muschenbroek (Peter von) oder Musschenbroek, geb. 1692 zu Ley-