Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Musen

den, studirte daselbst Medicin, Physik und Mathematik und promovirte 1715.Nachdem er auf einer Reise nach London dort Newton kennen gelernt hatte, kehrteer nach Holland zurück und ward zum Pros. der Physik und Mathematik auf derUniversität Utrecht ernannt, bald aber nach Leyden berufen, um dort denselbenLehrstuhl einzunehmen. Mehre Akademien, namentlich die pariser und londner,ernannten ihn zum Mitgliede. Die Könige von England, von Preußen und vonDänemark versuchten umsonst ihn in ihre Staaten zu ziehen. In der Erperimen-talpbvsic erwarb er sich bleibende Verdienste; durch seine Bemühungen wurden dieFortschritte der Naturlehre ungemein befördert. Auch erfand er das nachher vonLambert verbesserte Pyrometer. In s. Versuchen wie in s. Rechnungen sieht manViel Scharfsinn und Genauigkeit. Seme Werke sind : ,,'l «-„Uin.ina expeiiinci-tor." (Leyden 1731, 4.); ,,ln;litntt. (ebend. 1748, 4.); „(.oinpeud.

plivki'-ae expkiiincnt." (ebend. 1762). Er starb zu Leyden 1761.

Musen, dlnx.K-. die Göttinnen der schönen Künste und Wissenschaften, ur-sprünglich die Nymphen begeisternder Quellen. Ihre Abstammung wird verschiedenangegeben. Auch in den Namen und Personen der Musen findet sich große Verschie-denheit. Die bekanntesten sind die Töchter Jupiters und der Mnemosyne , welcheaucb Moneta, Memoria u.Mens genannt wird. Ihre Pflegemutter soll Euphemegewesen sein. Beim Homer wohnen sie auf dem Olymp. Eigentlich stammten dieseGöttinnen aus Pierien in Thrazien , von da kamen sie nach Böotien und dann insübrig? Griechenland . Wahrscheinlich ist der Grund davon, daß man den Ursprungder Sängercultur nach Nordgriechenland setzte. Anfangs konnte man nur 3 Musen:Melete (das Nachsinnen bei der Arbeit), Mneme oder Arche (das Gedächtnißzur Verewigung großer Thaten) undA oi de (der Gesang zurBegleitung der Erzäh-lung); nach Cicero noch eine vierte, Thelyiope („l)e iwi.deoi.A 111,21). End-lich brachte Perus, ein Macedonier, 9 Musen nach Thespien , die man surf. Töchterhieltund daher auch nach Pausanias Pierides (Pierinne n) nannte. Andre leitendiesen Namen von Pieria am Olympus in Macetonien her, wo sie am frühesten ver-ehrt wurden. Ihre Namen waren Klio, Euterpe, Thalia, Melpomene, Terpsichore ,Eraw, Polyhymnia, Urania und Kalliope. Die Dichtung erzählt, Jupiter brachtemit der Mnemosyne 9 Nächte in Pierien zu und zeugte in diesen die 9 Musen.Gleich nach ihrer Geburt kamen sie singend und tanzend in den Olynip, wo Jupiter sie zur göttlichen Würde erhob. Nicht weit von der Spitze des Olympus ist ihr Pa-last, neben den Palästen der Grazien, wo sie singen und tanzen. Gewöhnlich wer-den sie als Jungfrauen dargestellt; bisweilen aber auch Kinder der Musen genannt.Nur Urania bleibt Jungfrau, außer daß sie bei Eustalhius die Mutter des Linus ge-nannt wird. Unter den Begebenheiten der Musen werden vorzüglich 3 Wettstreiteerzählt, die sie mit den Sirenen, den Töchtern des Pierus und dem alten BardenThamyris hatten. Die Sirenen mußten, als sie überwunden wurden, sich die Federnaus den Flügeln rupsin lassen, woraus sich die Musen Kränze fertigten, und flogenbeschämt als geschwätzige Elstern hinweg. Als die Musen in dem Wettstreite mitihnen sangen, standen der H mmel und die Gestirne, die Flüsse und das Meer still,und der Berg Helikon hüpfte vorWonne, sodaß Neptun, damit er nicht gar biszum Sitze der Himmlischen steigen möchte, den Pegasus abschickte, der ihn mitdem Fuße auf den Scheitel schlug; bei dem Gesänge der unglücklichen Pieridenaber deckte schwarze Finsterniß weit umher die Gefilde. Der Barde Thamyris ,der einen Wettstreit mit ihnen einging, hatte als Bedingung festgesetzt, daß, wenner als Sieger davon ginge, jede von ihnen eine Nacht i» seine» Armen ruhen sollte;würde er aber besiegt, so sollten sie ihm eine willkürliche Strafe auferlegen. Derletztere Fall trat ein, und er verlor zur Strafeseiner Vermessenheit die Augen unddie Kunst, die Cither zu spielen. Eine gewisse Völkerschaft, erzählt die Sage, hörteden Gefangen der Musen mit so viel Vergnügen zu, daß sie das Essen darüber ver-