Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Musette Museum 625

gas und, dem Hungertod« nahe, au? Mitleiden von den (Göttinnen in Heustl reckenverwandelt wurde, welche immer singen, ohne, wie mau glaubte, der ftlaln ung zubedürfen. Die gewöhnliche und gemeinschaftliche Beschäftigung den Musn warGesang und Tanz. Erst in spätern Zeiten schrieb man jeder einzelnen eine beson-dere Verrichtung zu, wovon die Alten nichts wußten. Kallioxe wurde nunmehrdid Göttin des Heldengedichts. Sie war die vorzüglichste unter den Musen, dieBeschützerin der Könige, denen sie die Gabe der Bercdtsamkeit und des Gesangesschenkte. Klio war die Göttin der Geschichte, Euterpe der Flöte, Thalia der Ko-mödie, Mclpomene der Tragödie, Urania der Sternkunde, Erato der Liebesge-sänge, Polyhvmnia der Beredtsamkeit und Mimik, und Terpsichore des Tanzes.Wollte man ihre Namen übersetzen, so könnte Erato die Liebliche, Kalliope dieSchönredende, Euterpe die Wohlgefallende, Thalia die Fröhlichkeit, besonders beiGastmählern, Melpomene die Gernsingende, Polvhymnia die Mannigfaltigkeit desGesanges, Terpsichore die Tanzliebende und Klio den Ruhm bezeichnen. (Vgl. diebesond. Art.) Ihre meisten Beinamen erklären sich von ihren Wohnsitzen, demHelikon, Pindus , ParnassuS, und den heiligen Duellen daselbst (daher Kastaliden,Pimpleidcn :e.). Im Allgemeinen werden sie als schöne, bekleidete Jungfrauenmit Kränzen von Palmlaub, oderLorbern, oderRosen, oder den Federn der S ire»en abgebildet. Sie tanzen ini Kreise verbunden um den Apollo. (S. „öln-, un>I'h>-lA>'>n<'i,linu>i>", Bd. 1, Taf. 14-28, und Bd. 4, Taf. 14 — 1!>.) IhreVerehrung verbreitete sich von Griechenland nach Italien z die Römer nannten sieeigentlich Eamönen. In Rom hatten sie verschiedene Tempel unk einen heiligenHain. Von den Thieren waren ihnen die Schwäne, die Nachtigallen und dieHeuschrecken heilig. Sie hatten Kunde der Vorzeit und wurden von demDichter am Eingänge seines Gesanges angerufen.

Musette (lat. ,nn<u,, ital. um) bedeutet 1) eine Sackpfeife (s.d. ;2) ein kleines Tonstück, das Zum Tanzen eingerichtet ist, gemeiniglich un H-Takt,Don etwas langsamer Bewegung, naiver Einfalt und einem sanften, schmeichelndenGesänge, oft auch über einen anhaltenden Baßton gesetzt. Tanz und Musiksind für ländliche Lustbarkeit bestimmt.

M useu m nennt man in der Regel eine Sammlung seltener und anziehen-der Gegenstände entweder aus dem ganten Gebiete der Naturgeschichte oder derKünste, welche in einem Gebaute zur Ansicht der Kenner, zum Genusse der Kunst-freunde, zur Befriedigung der Neugierigen und zur Belehrung von Schülern undMeistern aufgestellt ist. Zuerst wurde diese Benennung, die eine Musengrotteoder einen Musentempel bezeichnet, dem Theile des köuigl. Palastes in Alepan-drien gegeben, welchen ProlemäuS Philadelphus für die Bibliothek bestimmte.Die schönsten Zwecke der Kunstwerke, zu begeistern und das Leben sinnig zu schmu-cken, werten verfehlt, wenn sie in Masten aufgehäuft und eingekerkert werden zhier bleibt die Kunst wol Lehrerin, aber sie ist nicht mehr Priestern,, nicht mehrSpenderin der reinsten, entzückendsten Freuden. Als die Urbilder dcr hohen Göt-ter noch einzeln und in kolossaler Größe in ihren herrlichen Tempeln thronten, alsdes AlkameneS Venusbilder unter den Blumenlauben dcr Gärten, die Hermes-,Eros- und HerculeSgestalken in den Gymnasien, Diana mir ihren hochgeschuittenNymphen in schattigen Hainen, Muron'S Nereidenzüge am Seegestade, und Apollo,Bacchus und die Musen in den Theatern wohnten: da war Alles an rechter Stelle,wo es erst die volle, vom Künstler beabsichtigte Wirkung thun konnte. Ebenso ginges den neuern Werken christlicher Kunst, als man sie dem stillen Schatten der hoch-gewolbken Dome, dem S chutze derAlkärc, dem kindlich frommen Kerzenschein entriß.Die ersten Kunstsammlungen finden wir freiste!, schon in den Peristvlen alter Tem-pel; Delphi mit seinen nach Volksstämmcn getheilten Schatzkammern, de. Tempelder «amischen Juno und die palladisehe Akropolis zu Athen waren überreich an

Cetiverhiiions-Lerievn. Rd. >11. 'iO