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Musik (Geschichte der)
des Ursprungs der Musik angeben, da die Übergänge des, bei noch ungebildetenStimmen, 'überall vorkommenden rohen Gesangs und lärmenden Getöses in einekunstmäßige Musik so mannigfaltig sind, und was die Sagen der Völker über denUrsprung der Musik beriesle», entweder sich auf jene rohen Anfänge bezieht, oderspätere Allegorie ist. In Hinsicht der Ägypter aber hat Pauw(„iU-c>>eroI>.", I. Bd.,S. 244) übertrieben behauptet, daß sie weder Poesie noch Musik geübt haben.Die Sage, daß Thaut oder Thot (Hermes) die Musik erfunden habe, kann keinebesondere Bedeutung haben, da Thaut überhaupt (nach Creuzer) als Genius derWissenschaft und Kunst angesehen wird. Die im Grabe des Osvmandias bei The-ben gefundenen musikalischen Instrumente, aus welchen man schließt, daß dieÄgypter bereits 2000 I. v. Chr. Musik gekannt kaben müssen, beweisen, wie die Er-findung der Lyra (s. d.) durch Hermes, bloß für den Gebrauch musikalischer In-strumente, aber gar nichts für die Betreibung der musikalischen Kunst in Ägypten .Ob die Hebräer sie daher von ihnen empfangen haben, ist sehr zweifelhaft. Daßder Name Musik selbst den Griechen seinen Ursprung verdankt, und daß manunter ihm nicht bloß die Tonkunst, sondern überhaupt die Künste und Wissenschaf-ten der Musen, mithin auch die Poesie und den Tanz, oder die dem Gesänge ur-sprünglich verschwisterte lebhafte Mimik, ja selbst die Beredisamkeit, Grammatikund Philosophie verstanden habe, ist bekannt. Nach Aristides QuintilianuS , derunter Trojan über die Musik schrieb, ist sie eine Kunst des Anständigen in Stimmeund Bewegung. Auch Andre erklären sie als die Kunst der schöneil Bewegung.Hieraus erhellt schon, daß der Rhrthmus, durch welchen der Tan; mit Musikverwandt ist, das Hervorstechendste in der Musik der alten Griechen und Römergewesen sein müsse. Die mythischen Nachrichten setzen bald den Apollo (in welchemman sonst den Iubal erblicken wollte), der durch den Klang des Bogens seiner Schwe-ster Diana zur Erfindung des SaitenspielS oder der Cither veranlaßt worden seinsoll, bald den Hermes oder Mcrcur, der am .steile die siebensaitige Lyra erfundenhaben soll, bald Minerva als Erfinderin der einfache» Flöte, welche sie aber, dasie sich durch Flötenspiel entstellt gesehen, weggeworfen haben soll, bald den Hir-kcngokt Pan, Mercur's-rpohn, als Erfinder der Hirtenpfeife, welche nach Eini-gen schon siebenröhrig gewesen sein soll, mit dem Ursprünge der Musik in Verbin-dung, sowie überhaupt alle Völker den Künsten einen göttlichen Ursprung geben.Dahin deutet auch die Sage von den durch Amphion und seinen Bruder AethuS(Ersten» soll Mercur eine siebensaitige Lvra geschenkt haben), durch Orpheus , Li-nus u. A. bewirkten Wundern der Musik. Was die Ausübung der Musik linkerden Griechen anlangt, so weisen uns die Sagen jedoch vorzüglich aufLydien (woAmpbion seine Kunst erlernt haben soll) und Arkadien, wo das Hirtenleben dasSpiel der Flöte, Pfeife und Cither begünstigte, hin. Aus den Provinzen vonKleinasien schreibt man die verschiedenen Tonarten — die pkrvgische, die Einigedem Marsoas, der die Flöte der Minerva gesunden und die Doppelsiöte erfun-den haben soll, die dorische, die der Thrazier Thamvras oder Thamvris verbl eitethaben soll, die lvdische, äolischeund ionische her. (S. Tonart.) Es ist aber schwerauszumachen, woher die Griechen jedes einzelne Element ihrer Musik erhalten, dasie aus so verschiedenen Colonien zusammengeschmolzen sind. So ist es z. B.wahrscheinlich, daß Kadmus die lärmende Opfermusik, die in einer rhythmischenBewegung des Krotalon (der Klapper), der Trommel und Klingel bestand, ausPbönizien eingeführt habe. So viel wir ferner aus den Nachrichten der Altenüber die grüch. Musik abnehmen können, so bestand der Gesang in einer musikali-schen Deklamation des Gedichts, welche von den Instrumenten einfach und mehrZur Erhöh tilg des Rbvthmus begleitet wurde. Unter den frühern Sängern undMusikern werden außer den schon genannten mvthischen Personen angeführt derPhrogicr Olympus, dem Einige die Erfindung des enharmonischen Klanggeschlechts