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Musik (Geschichte der)
sten; aber gewiß ist ter Schluß, welchen man häufig von der Ausbildung derübri-gen schönen Künste auf tic»Vorlrefflichkeit der griech. Viusik gemacht hat, sehr"schwankend und wird durch die vorhandenen Nachrichten über dieselbe nicht be-slaiigt. Denn die fabelhaften und übertriebenen Erzählungen über die Wunder-wirkungen der Musik lasten sich auch aus der Wirkung der bloßen Melodie und desRhythmus erklären; ja es scheint sogar, als ob die Musik ohne künstliche Harmo-nie auf den Naturmenschen und auf die Mache des Kolks, welches die Musik nichtals Kunst treibt, weit großer sei, wie auch die Anwendung der einfachsten und ro-hesten Musik bei wilde» Stämmen bewährt. Es scheine vielmehr die Musik der(Kriechen die Harmonie in ihrer ganzen Fülle, und jene durch die künstlerische Ver-vollkommnung der Instrumentalmusik vermittelte Pracht und Mannigfaltigkeitder neuern Musik, wenn auch nicht die Harmonie überhaupt, entbehrt zu haben.Ferner scheint ihr Gesang vielmehr eine nokirte, einfach begleitete rhythmischeDeclamatio», in welcher der Ton weniger eine musikalische als eine declamakorischeLänge hatte, die reine Instrumentalmusik aber noch von beschränkter!» Umfangegewesen zu sein. Übrigens geben uns die so vielfältig angestellten Untersuchungender Neuern über die alte griech. Musik wenig Aufklärung, und die vorhandenenSchriften der Alten darüber sind durch vielfache Widersprüche und Dunkelheitenzum größten Theil uns noch räthsclhaft. Hierher gehört die von Meibom heraus-gegebene L7amml. der alten Musiker („4nlig»!>o nn,sio.,e reistiloics", 1 Bde.,Amsterdam 1652, 4.) und Claud. PtolemäuS, Neuerdings haben die HerrenMünch und von Drieberg über die Musik der Alten geschrieben, welchem Letzter»Chladni in der „Leipz. musik. Zeitung" in vielen Punkten widersprochen hat. Überdie Blasinstrnmenre der Alten hat Kaspar Bartholin geschrieben („l)e ill-llx ,e-tvrnni"). Die Römer scheinen ihre Opfermusik mit dem Opferdienste von denEtruSkern empfangen zu haben; die Instrumentalmusik aber, deren sie sich aufder Bühne und im Felde bedienten, von den (Kriechen. Die Saiteninstrumentesollen erst 18V v. Ehr, nach Rom gekommen sein. Überhaupt haben die kriegeri-schen Römer vorzüglich die Feldmusik ausgebildet, deren es verschiedene Gattungengab. Früher stand der Kunst im Wege, daß sie hauptsächlich nur von den Leib-eignen geübt ward. Bei den Römern bezeichnet csneic und eurnioii die musika-lische Recitation, welche mit Instrumenten begleitet wurde, und die sich zu deroraiorischen Declamatio» verhalten zu haben scheint wie der poetische Rhythmuszum Numerus der Prosa, wobei noch zu bemerken ist, daß sich auch Redner beimAnfange und während ihres Vertrags durch Instrumentalisier! den Ton angebenließen. Als Notenzeichen bedienten sich die Römer ihrer Capitalbuchstaben. Aufder Bühne begleitete man mit Flöten den Gesang, und zwar präludirten erst dieInstrumente, dann begann der Schauspieler, und die Instrumentalbegleitung ginghöchst wahrscheinlich nur in einfachen Accorden fort, oder machte kurze Paukenund unterstützte oder erhöhte dann den emphatischen Vertrag durch neues Eintre-ten. Die Chöre scheinen anders als der Dialog und Monolog begleitet worden zusein. Diese Begleitung bestand aus Flöten und andern Blasinstrnmenren, welchedie Römer u. d. N. ilbl.ic begriffen, zuweilen auch Leiern und Cühern. Der Ge-brauch der Flöten war auch nach Verschiedenheit des komischen oder tragi'sthenStoffs verschiede», daher gab es til>i->5 clenira- und -nnistias, von denen erstereniehr für das Ernsthafte, letztere bei heitern Stellen und in lustigen Stücken anqc-wendet wurden. Horaz in seiner „bPi.-ünI-, -ist stisc>»e>>" sagt, daß man sich ehe-dem nur einfacher Blasinstrumente, die nur wenige Löcher hatten, kemer Flöten,die mit Ringen von Messing belegt, mir der Trompete (tub><) wetteifern, bedienthabe; Rhythmus und Melodie wären ungebundener geworden. Und späterhinklagte mau noch niehr darüber, daß die starken Instrumente den Schauspieler nö-thigten, sich gewaltig anzustrengen. In allem Diesen waren die Griechen den Rö-