Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
659
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Nadeln Nahl 859

2 Seiten der Zweige (Tanne); in der vierten sitzen die Nadeln, welche hier schmalund steif sind, rund um die Zweige (Fichte).

Nadel n. Vor Erfindung der Nadeln und noch jetzt bei ungebildeten Völ-kern mußten und müssen Fischqräthen, zugespitzte Knöchelchen und Dornen dieStelle der Nadeln vertreten. Die Erfindung der Nadeln wurde bei den Alten sohock geachtet, daß sie gleich andern wichtigen Erfindungen einer Mattheit und zwar,nach Hygin, der Bellona zugeschrieben wurde. Da die Dabylonier und Phrvqierschon den Luxus der gestickten Kleider kannten, so müssen auch bei ihnen die Näh-nadeln in Gebrauch gewesen sein. Schon um 1370 findet man in Nürnberg Nad-ler, welche sich bloß von diesem Erwerbszweige nährten. Die Nadler, welcheein geschenktes Handwerk haben, müssen in Nürnberg als Meisterstück in einer be-stimmten Zeit 3000 Nadeln mit viereckigen Öhren verfertigen. Die ersten metal-lenen Stecknadeln wurden in England um 1543 gemacht.

Nadelstich oder Acupunctur. Kämpfer hat vor mehr als 100 I.zuerst die in Japan und China gebräuchliche Methode, durch den Nadelstich arthri-tische und rheumatische Übel zu heilen, bekannter gemacht; aber erst seit 10 I. istsie in Frankreich und Großbritannien genauer untersucht und angewandt worden.S. Churchill'« „Abhandl. über die Acupunctur" (aus d. Engl . von Wagner, mitAnm. von Friedrich, Baniberg 1824).

Nadir (arab.), Fußpunkt, bezeichnet in der Astronomie den Endpunkt,welcher sich ergibt, wenn wir von unserm jedesmaligen Standpunkte uns eine senk-rechte Linie durch den Mittelpunkt der Erdkugel bis in die entgegengesetzte Hemi-sphäre des Firmaments gezogen denken. Er ist also der Gegenpol des Zeniths(s. d.) oder des Scheitelpunkts, und die Axe, welche beide Punkte verbindet, ist diejedesmalige Axe des scheinbaren und wahren Horizonts des Beobachters.

Nadir Schah , s. Kuli Khan.

Nägelein, s. Gewürznelken.

Nagelflue (k>ou,I in^„e), ein Trümmergestein, gebildet au« kleinern undgrößern Bruchstücken und Gesch ehen anderer Gebirgsarten und Mineralien, ver-bunden durch einen kalkig-kieseligen Kitt. Da die Schichten des Gesteins mitsandigen, rhonigen und andern Lagen wechseln, und diese theils verwittern, theilsdurch eindringendeWassernach und nach zerstört werden oder plötzlich alsSchlamm-ströme hervorbrechen, so wird den Nagelflucbünken nicht selten die Unterlage ent-zogen, und dann brechen unter Getöse und Krachen, unter fürchterlichem Donnerund Dampf ganze Schichten zusammen, Schichten, welche oft eine Stunde Län-generstreckung und eine gewaltige Mächtigkeit baden. Eine solche Veranlassungbatte auch der Einsturz von einem Theile des Ruffibergs in der Schweiz , 1805,denn in den Alpen bildet die Nagelstue mächtige Gebirge.

Näherrecht, s. Retract.

Nahl (Johann August), Bildhauer, geb. 17l0 zu Berlin , bildete sich da-selbst unter dem berühmten Schlüter. Nachdem er eine Reise durch Frankreich und Italien gemacht, auch sich zu Strasburg aufgehalten hatte, kehrte er 1741nach Berlin zurück, wo man, wie in Poistam, Sanssouci und Charlottenburg ,viele Arbeiten von ihm s»ht. Von 1746 an hielt er sich 9 Jahre in der Schweiz ,und zwar meistens zu Bern auf. Hier ist von ihm das Grabmal des Schultheißen v. Erlach in der Kirche zu Hindelbank , und das Denkmal, welches er der verst. Pa-storin zuHindelbank errichtete, besonders sehenswerth; nur Schade, daß die schlechteBeschaffenheit des Steins, woraus eS gearbeitet ist, die allmälige Vernichtung des-selb n befürchten läßt. 1755 wurde er Pros. an der Akademie der Künste zu Kas-sel , welche damals unter dem kunstliebendeu Landgrafen Friedrich blühte. Hierverfertigte er um 1778 die treffliche kolossale Bildsäule des Landgrafen, welche sichauf dem schönen Friedrichsplatze befindet. N. starb 1781 zu Kassel . — Sein

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