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Siebenter Band. M bis N.
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Nahrungsmittel

oder halbfester Gestalt, Getränke, wenn sie in flüssiger genommen werden; roh,wenn sie so, wie die Natur sie liefert, —zubereiter, wenn sie, durch Kunst verfertigt,genossen werden. Sie sind theils aus dem Pflanzenreiche, vegetabilisch, theils ausdeni Thierreiche, animalisch. Die erster» bestehen aus Wurzeln (Hüben, Zucker-wurzeln), Knollen, (Erdapfel, Erdbirnen), oder aus Stängeln(Spargel), Blät-tern (Kohl, Salat), Blüthen (;. B. der Blumenkohl), unreifen Früchten (jungeErbsen, Bohnen, Gurken) oder reifen Früchten, bei denen theils das die Samenumgebende Fleisch oder das säuerlich-süße Mark, theils die mehligen oder öligenSamen selbst zur Nahrung dienen. Die animalischen Nahrungsmittel wertenbeinahe aus allen Thierclassen genommen, manche Thiere werden ganz, von an-dern werden nur besondere Theile genossen. Nach Gewohnheit und Herkommen,Klima und Bedürfniß sind auch die Nahrungsmittel bei verschiedenen Völkern sehrverschieden. Bei manchen Nationen sind gewisse Nahrungsmittel sehr gewöhn-lich, die bei andern unter die seltenengehören; bei manchen sind Dinge sehr beliebt,vor denen andre einen Abscheu haben; Noch und Hunger machen manche Dingezu Nahrungsmitteln, welche außerdem nicht dazu gebraucht werden, z. B. in langebelagerten Städten, aufSchiffen, welche länger zur See sein müssen, als ihre Nah-rungsmittel berechnet waren, fängt man oft Mäuse und Ratten, um sie zu essen.Das Hundefleisch wird in China gewöhnlich gegessen, und in verschiedenen Gegen-den von Afrika das Fleisch der Schlangen, namentlich der Klapper- und Riesen-schlänge. Auch die Heuschrecken werten fast überall in Afrika , sowie von denNegern auf der Guineaküste auch Eidechsen, Mäuse, Ratten, Schlangen, Raupenund andre Insekten und Gewürme gern verzehrt. Von den Owmaken erzähltHumboldt, daß sie eine Art von Letten oder Thonerde sammeln und sie in der Re-genzeit, ihrem Winter, verzehren. — Die Nahrungsmittel, welche ihrem Zweckeentsprechen sollen, müssen nährende Stoffe in sich enthalte», welche, durch die Ver-dauung ausgezogen, in das Blut übergeherz und durch die Assimilation (s. d.)zur Ernährung des Körpers verbraucht werden können. Alles, was als Nahrungs-mittel dienen soll, muß daher solche Theile in sich enthalten, welche den thierischenStoffen gleichkommen oder in selbige verwandelt werden können. Darm unter-scheiden sich die Nahrungsmittel von den Arzneimitteln, daß letztere ihre eigenthüm-liche Qualität gegen den Organismus behaupten, sich durch die Verdauungsorganenicht überwältigen lassen, nicht den thierischen Stoffen gleich werden, sondern alsfremdartige Stoffe besondere Organe oder Systeme des Organismus aufregen.Alle Dinge, welche als Nahrungsmittel dienen sollen, muffen demnach einen An-theil von den leicht aufzulösenden Stoffen besitzen, welche den allgemeinen Grund-stoffen des Körpers entsprechen und ihre eigenthümlichen Qualitäten durch denEinfluß der Verdauungsorgane vernichten lassen. Diese Sloffe in ihrer Einfach-heit sind Schleim, Gallerte, Kleber, Elweißstoff, Mehl-, Faser-und Zuckerstoff.Davon enthalten die Pflanzenspeisen am meisten Schleim, Zucker-und Mehl-stoff, welcher besonders in Verbindung mit dem Pflanzenkleber, wodurch beide zurGährung geschickt und so zur Auflösung und Verdauung vorbereitet werden, dieGrundlage von sehr nahrhafte» Speisen ist. Die Obstarien sind bloß vermögeihres Antbeils an Zuckerstoff und etwas Schleimstoff nährend. In den animali-schen Speisen ist besonders die Gallerte reichlich enthalten. Die Nahrhaftigkeitder Speisen richtet sich also nach dem größern oder geringern Antheil von jenenStoffen und der Verbindung unter einander, welche ihre AufiöSlichkeit befördernoder erschweren. Verdauungsorgane, deren Kräfte noch ungeschwächt sind, zer-legen die Nahrungsmittel leichter in ihre einfachen Stoffe und nehmen die abgeson-derten nahrhaften reichlicher auf als solche, deren Kraft schon herabgesetzt ist, welchefolglich, d,e eigne Natur der Nahrungsmittel nicht überwältigen und deren chemischeEntwickelung nicht beschränken können. Die Bestimmung, welche Nahrungsmit-