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Nahrungsmittel
rel gesund oder ungesund seien, bleibt daher immer relativ und kann nur in Bege-hung aus die Nahrhaftigkeit, auf die Auflöslichkcit der Nahrungsmittel und denZustand der Verdauungskraft einer Person angegeben werden. Oft nennt maneine Speise oder ein (Getränk gesund, weil es eine bestimmte Wirkung auf den Kor-,per äußert, und gerade diese Bestimmung ist falsch, denn alsdann wirkt dasselbenicht als Nahrung- - sondern als Arzneimittel und kann daher nur solchen Personenzuträglich sein, deren körperliche Beschaffenheit diesem entspricht. Die Aufioslich-seit eines einfachen Nahrungsmittels wird aber auch oft durch die künstliche Zube-reitung vermindert, und daher ein an sich gesundes M'ttel schwer verdaulich undungesund gemacht. Besonders sind hierin die schon für sich zu fetten oder fett zu-bereiteten Speisin ungesund, weil das Fett schwerer von dem Magensäfte ausge-löst und verdaut wird. Ebenso macht der Zusatz von zu vielem Gewürz sonst ge-sunde Nahrungsmittel ungesund, weil die Gewürze gar keine ernährenden Stoffesind, sondern ihre eigne Naiur gegen die Verdauungskraft behaupten und als be-sondere Reize auf besondere Theile des Organismus wirken. Den Gebrauch derGewürze hat der LuruS und verwöhnte Geschmack leckcrhafter Menschen eingeführt,die nicht mehr um sich zu ernähren, sondern um den Gaumen zu kitzeln, aßen unddie Eßlust auch ohne das Bedürfniß aufzuregen suchten. Endlich ist d u Bestim-mung der Gesundheit eines Nahrungsmittels noch die Rücksicht auf den Standder Verdauungskraft nothwendig. Für einen gesunden, kräftigen Menschen istjede Speise noch keickt verdaulich und nahrhaft, die ein schwächlicher nicht gut ver-daue» und zur Ernährung benutzen kann. Im Allgemeinen kann man also nursagen, ein Nahrungsmittel sei gesund, wenn es hinlänglich mit ernährenden Stof-fen versehen, leicht austöslich, Mithin verdaulich und der Verdauungskraft desMenschen angemeffen sei. Die Polizei soll darauf setzen, daß Nahrungsmittel,welche zum Verkaufe gebracht werden, keine schädliche Eigenschaften haben. Be-sonders ist dies bei den ailg m in nothwendigen Nahrungsmitteln der Fall, welcheVolksbedürfnisse sind. Daher darf das Getreide nicht verdorben, stockend und an-gelaufen, das Korn besonders nicht mit dem sogen. Mutterkorn oder Kornzapfen,Mit -isdchwindelhafcr (der sich vorzüglich oft in der Gerste befindet) u. dgl. verun-reinigt, das Mehl nicht mit fremdartigen Theilen, Sand, GvpS u. dgl. verfälschtsetzn Das Brot muß gut gesäuert und völlig ausgebacken, nicht mit Alaun, umcö weiß zu mach m, und mit Ialappenpulver, um die stopfende Eigenschaft wiederaufzuheben, verseht sem. Unter den Gemüsen dürfen keine giftigen sein, z. B.Schierling statt der Petersilie, Schierling-wurzeln statt der Pastinakwurzeln, gif-tige -schwämme unter den eßbaren. Beim Verkauf d-S Obstes muß darauf gese-hen werden, daß es gehörig reif und nicht zu bald eingesammelt worden fei, wiez. B. häufig mit den Heidel-, Preilelsbeeren, Erdbeeren, Pflaumen u. a. m. ge-schieht. In Ansehung dcr Fleifchnahrung muß die Polizei darauf sehen, daß keinkrankesDieh geschlachtet werde, daher jedes Stück von eigens dazu bestelltenFleisch,beschauern erst untersucht werden sollte, ehe es geschlachtet werden darf. Auch denFörstern sollte durchaus verboten sein, das sogen. Fallwiltprct, das oft schon inFäulmß übergegangen und der Gesundheit höchst nachtheilig ist, aus Gewinnsuchtverkaufen zu lassen. Auch todte Fische und Krebse, kranke, eingesalzene und ver-dorbene Fische, solche, die durch betäubende Mittel gefangen worden sind u. s. w.,sollten nicht verkauft werden. Die Nahrungsmittel haben bestimmten und wich-tigen Einfluß auf die Gesundheit, das Leben, selbst auf den Ctzarakrer des Menschen.Er ist seiner natürlichen Anlage nach sowol zur vegetabilischen als animalischenNahrung angewiesen. Indessen lehrt sowol Theorie als Erfahrung, daß animali-sche Kost die festen Theile des Blutes, den Faserstoff und daher die Kraft des Mus-kelftstems schneller vermehrt, zu entzündlichen, fauligen und skorbulischen Krank-heiten geneigt macht und selbst zu einer merklichen Rohhcit und Heftigkeit des Eha-