Namen
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ßerm Rechte hat man gewisse unanständige Zweideutigkeiten für Naivetäten erklärt;was kann die Unschuld dafür, daß der Verdorbene ihre reinen Äußerungen unreindeutet? In dieser Deutung, dieser Unterlegn»« lieat es überhaupt, daß die Äu-ßerungen des Naiven mehr zu erkennen geben, als der Naive selbst dabei gedacht hat,und es wäre sonderbar zu glauben, daß keine Äußerung naiv sein könne, die nichteinen verborgenen Sinn enthalte oder gar eine epigrammatische Sprache habe. —Wie aber, hat den» jede Naivetät ihre Quelle in der Unschuld und Reinbeit einesHerzens, welches sich bewußt ist, daß es nichts zu veiheblen brauche? Entwischtnicht auch bisweilen aus Mangel an Überlegung, in der Verblendung einer nichts-,würdigen Leidenschaft, einem Menschen ein Ausdruck, der, ihm selbst unbemerkt,eine Besinnung offenbart, die so niedrig ist, daß er die größte Ursache gehabt hätte,sie zu verbergen? Es wäre hier so ziemlich derselbe Fall mit dem Naiven des Her-zens, wie er es vorhin mit dem Naiven des Verüandes war; allein wir müssenauch hier sagen, daß nicht jede Unüberlegtheit eine Naivetät iss obschon jede Naive-tät in den Augen des künstlich gebildeten Beobachters den Schein der Unüberlegt-heit haben wird. Hier haben Einige eine Naivetät genannt, was von Seiten desVerstandes wahre Dummheit und von Seiten des Herzens ein roher Äusbruch desAffects ist, worin das Natürliche uns nicht gefallen kann, weil es uns mit Abscheugegen den moralischen Charakter der Person erfüllt. Es ist eine Aufrichtigkeithier, aber diese unwillkürliche Aufrichtigkeit hat ihre Quelle nicht in der schönenEinfalt des Herzens, und wir fühlen uns nicht angelogen, sondern abgestoßen; esist ein Sieg der Natur und Wahrbeit hier über Kunst und Verstellung, aber dieseNatur ist verdorben, und die Wahrheit darum emvönend. Wollte vielleicht Je-mand in diesem Falle sich aufSchiller berufen, so zweifeln wir doch, daß er denProceß gewinnen wurde. „Zum Naiven", sagt Schiller, „wird erfodert, daß dieNatur über die Kunst den Sieg davontrage, es geschehe dies nun wider Wissenund Wille» der Person, oder mit völligem Bewußtsein derselben. Im erster» Fallist es das Naive der Überraschung und belustigt; in dem andern ist es das Naiveder Gesinnung und rührt", heiles Naive würde demnach ein Naives der Über-raschung sein, aber — belustigt es? CLer auch nur dn lem kleinen Fingerzeigeweiter nachgehen will, der wird finden, daß aller Naive der Überraschung ein Nai-ves des Verstandes sein müsse, denn nur als solches kann es belustigen oder auseinem andern Gesichtspunkte als lächerlich erscheinen. Ein Naives der Gesinnung,das zugleich ein Naives der Überraschung wäre, ist, nach Schiller selbst, ein Wider-spruch, indem Eiwas nicht zugleich wider Wissen und Willen und mit völligem Be-wußtsein geäußert werden kann. Es dürfte daher wol bei der oben angegebenen Er-klärung bl-iben, und Schiller'« Erklärungen werden einige Modifikationen erhal-ten müssen. <Icl.
Namen. Diese sind: 1) Eigen-, Vor- oder Taufnamen; vgl.Dolz's Schrift über die Taufnamen (Leipz. 1824 ) und Ioh. Mich. Fleiscber'S„Onomcuologie, oder latein. Wörterbuch unserer Taufnamen:c." (Erlang. 1824 ).2) GeschlechtSnainen, die den Eigen- oder Taufnamen als erbliches Unter-scheidungszeichen hinzugefügt werden. —- Bei denGlstcchen gab es, mit Ausnahmeweniger Familien zu Athm und Sparta, keine GeschlechtSnamen. Der Name desKindes hing von der Willkür der Ältern ab. Bei den Römer» führte gewöhnlichJeder 3 Namen: emen Vornamen (prukiinnirn. die Bezeichnung des Indivi-duums), den GeschlechtSnamen (»ome») und den Familiennamen (cn-gnonw»).Bisweilen kam noch ein Zu- oder Beiname hinzu, welcher von glänzendenThaten oder merkwürdigen Ereignissen entlehnt wurde. Das Pränomen wurdevorangeseßt „nd gewöhnlich mit einem oder zwei Buchstaben geschrieben, z> './V. ,VuIii5; si.. (chjur; I.. l.ULi»s; äl. älaroui; k'. I'nbliu»: o. fi)»i»tli5 I'.litus; sich. Lnejns; 8ex. 8eQu» u, a, m. Tann folgte das No-