b'4 Napoleon (Schriften von ihm)
lind von neuen Hoffnungen, den ganzen Zauber der Rede, welcher ihm zu Gebotestand, dazu an, durch seine Bewunderer auf die öffentliche Meinung in Europa zurückzuwirken und vonSt.-H.lena aus den Beifall der Mit-, und Nachwelt zu er-obern. Dazu kam, daß ihn fortwährend das Bewußtsein stachelte, durch den Irr-thum, welcher ihn an britische Kroßmulh glauben ließ, sich seine harte Gefangen-schaft selbst zugerogcn zu haben. Dies gab ihm eine große moralische Gewalt;man hörte von ihm die Sprache der innigsten Überzeugung, und diese besticht, so-bald man vergift. daß auch Unmuth. Zorn, Verdruß und Leidenschaft überhaupt,wenn das Gefühl überströmt, jene Sprache reden können. N. dachte und sprachals Kaiser, aufSt.-Helena wie in St.-§loud. Übrigens bemerkt man in seinemGestu'äch mit O'Meara jene Unruhe des Geistes, den ein feindliches Geschick vorsich hertrnbt. Die Lebhaftigkeit seiner innern Bewegung führt ihn von einem Ge-genstände zu dem andern; er überspringt Zeiten und Begebenheiten; er verknüpftda? Entfernteste; est schweift in die Zukunft hinüber; aber bei dem Allen hat ernur seinen Ruhm und die Stimme des engl. Volks vor Augen, nicht die Wahr-heit, nicht die Ewigkeit, nicht das Ideal der Menschheit. Ebenso äußert er sichgegen Las Cafes, nur daß hier derRuhm, die Macht und das Glück des franz.Volks als Zielpunkte feiner giganlischen Entwürfe mehr hervortreten. Dabeisink! er oft bis zur Gemeinheit herab; aber auch bei solcher Plauderei ist er überauslebendig, humoristisch, gutmüthig heiter, selbst kurzweilig, was in der außeror-dentlichen Lage dieses an einen Felsen geschmiedeten Prometheus für den Drittenenvas Hochtragisches hat und zugleich mit der Theilnahme auch das Vertrauen desLesers gewinnt.') In des Grafen Las CaseS „äIüinoii-,1 üo 8to.-II<-Iöi,e. oullourii.il, oü se trouve eoiGxno, jou, jour, ee gu'-> <lit et hol lVapoleoitilui.int tlix-linit niois" (London bei Colburn, u. Paris 1823, 8 Bde.; neuer-Druck nach der AuSg. von 1823 u. 1824, mit vielen Verbeff. und Aus., Paris 1824, 8 Bde.; deutsch in 2 Übersetz.) ist der Ton deü Gesprächs im Allgemeinenanständiger; allein das Tagebuch erscheint, wenn man sich an die Schicksale des-selben erinnert, überarbeitet, und manche Lücken der Handschrift sind erst in Eu-ropa aus dem Gedächtniß ergänzt worden. Auch haben Gefühl und Einbildungs-kraft seine Feder zuweilen mehr geleitet als die Erinnerungskraft. Las CaseS ge-st,hr silbst, daß er sich öfter geirrt haben könne. Ost sagt er mehr, was N. habethun wolle», als was und wie er es gethan. Die Einrichtung der Adlerwächierz. B. war nur ein Gedanke N.'s, den Las Cafes als ausgeführt erzählt. Über-dies enthält dieses Memorial vieles Fremdartige. Gleichwol bleibt es eine wich-tige Urkunde für N.'s Geschichte. Der Graf, den freier Entschluß und heroischeBegeisterung an das Schicksal des Tiefgefallenen ketteten, hat darin täglich nichtnur Alles, bis auf das Geringste, aufgezeichnet, was dem Exkaiser von dem Au-genblicke an, wo er, gutmüthig auf britische Großmmh vertrauend, den Bellero-phon bestieg, bis dahin, wo das Mißtrauen des Gouverneurs Sir Hudson Löwediesen Freund von seiner Seite entfernte (20. Nov. 1816), persönlich begegnet ist,sondern auch N.'s Äußerungen, worin sich oft sein Gemüth aus eine höchst an-ziehende Art ausspricht, seine Bemerkungen und Aufklärungen über sein Leb,n unddie damit verwandten Gegenstände sorgfältig niedergeschrieben, und außerdem nochAusätze und Bruchstücke aus andern Schriften und aus seinem eignen Leben darinaufgenommen. ") Bei diesem Memorial muß man aber die „8»iw ->» älemo-, in! <Io 8.-,inlo-Il,-I<'-„k!" (Paris 1824, 2 Bde., mit einer lesenswerthen Vorrede),sowie die Memoiren von N. selbst und andre Schriften, die wir noch nennen wer-den. tur Hand haben, um die darin enthaltenen Berichtigungen und Ergänzungenmit Dem, was Las Cafes erzählt, vergleichen zu können. Der Bei f. dieses Nach-
O B. die Recension des „Tagebucks" von O'Meara, im „Hermes", XVII.
**) M. s. d. Art. LaS Cafes und dieRec. des „lVlü,»,>ri«I" rm„Hermes", XIX.