Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Nationalcapital Nationalftste 697

Elemente in das Leben des Volks zu wehren. Wie aber eine Nation, die in mehre,sich gegenseitig mit unbrüderlicher Eifersucht betrachtende Staaten zerfallt unddadurch jeder fremden Willkür bloßzestellt ist, je dahin kommen soll, sich eines ge-meinsamen narionalen Lebens zu erfreuen, und inniger, als bisher durch dasBandgleicher Sprache und Literatur geschehen konnte, für den Zweck einer in allen Pro-vinzen gleichmäßig fortschreitenden Narionalbildung zu vereinigen, laßt sich nichtabsehen. Das Wiederaufregen ihrer altcrthümlich.narionalen Kunst und Poesie,das Dringen und Ermähnen ihrer Schriftsteller wird wenig vermögen, so lange dieMittel -und unmittelbaren Gegenwirkungen fortdauern, die. von den Mächtigenausgehen und durch den Privaivortheil der Einzelnen unterhalten werden. Was indiesem Artikel von der Narionalbildung gesagt ist, gilt größtentheils auch von derBildung eines Volks im enger» Sinne, inwiefern der Volkscharakter im engernSinne, der auf der Gemeinschaft einer bürgerliche» Verfassung (oder darin, daß eineMenschenmasse einen Staat ausmacht) beruht, mit dem Nationalcharakter zu-sammenfällt. L.

Nationalcapital oder V o l ks cap i ta l ist der Vorrath von Güternoder Genußmitreln, welche im Besitze einer Nation oder eines Volks sind, also diegesammte Verlassenschaft sowol früherer Geschlechter des Volks als auch frühererZahre und Tage, welche auf den jetzige» Augenblick hcrabgekonimen ist und demjetzigen Geschlechte zur Benutzung dargeboten wird, um Zwecke in der Zukunft zuerfüllen. Diese Derlassenschaft früherer Geschlechter und früherer Zeiten begreiftdemnach Alles in sich, was dem Volke von den Erzeugnissen der Natur und dermenschlichen Thätigkeit bei dem Genusse (der Consumlio») übriggeblieben ist, da-mit es die neue Thätigkeit des Menschen verstärke, vermehre und beflügele. (S.Capital.)

Nationalconvent, s. Frankreich .

Nationalfeste. Die Entwickelung der schönern Keime der Bildung deSgeselligen Menschen ist die Freude; daher greifen National - oder Volksfeste tiefein in die heitere Entwickelung des Volkslebens und des Nationalcharakter« zurGumiüthigkeit und zum Gefühle der Gesammtkraft. Sowie aber jene Feste ausdem Volksleben selbst und aus dem Nationalcharakter hervorgehen, ebenso müssensie auch in dieser doppelten Hinsicht von der Regierung geachtet, gehegt und ge-pflegt, und wenn nun einmal diePolizeium dieselben sich bekümmern soll, durchausnur auf Volksleben und Nationalcharakter bezogen werden. Man zeige also dabeideut Volke Vertrauen; man lasse es »ach eigner Lust gewähren; man bewachenicht die innere Ordnung, den Gang des Festes, sondern nur die Grenzen der Frei-heit, innerhalb deren sich die Volksfreude unbelauert und ungestört bewegen darf.Alle Volksfeste waren in ihrem Ursprünge religiös; oft auch in ihrer Form. Dannbezogen sie sich auf das Schicksal ihres Vaterlandes, und wa« damit zusammen-hing, aus die Großthaten der Altvordern, oder auf folgenreiche Ereignisse; nochandre waren der Feier der Natur, dem Wechsel der Jahreszeiten und der Freudeüber gemeinschaftlich vollbrachte Werke geweiht. Wohl dem Volke, da« viel solcherFeste in seinem Schoße erzeugt hat! Darum ordneten alle Erzieher roher Völkerund die weisern Gesetzgeber der alten und der neuern Zeit öffentliche Feste an, indenen der Einzelne sich als das Glied eines Ganzen erkennen und dieser edeln Ge-nossenschaft erfreuen lernte. Durch solche Feste verband MoseS die Stämme derZsraelüen; daher die Wallfahrten der Christen und der Mohammedaner; das großeFest der Lwnne, durch welches Manko Kapak die Peruaner entwilderte. Doch vorAllen verstanden es die lebensfrohen Griechen, durch Volksfeste und Volksspiele den-Nationalsinn zum gemeinsamen Streben für alles Gute, Schöne und Große anzu-regen. Bekannt sind ihre olympischen, pythischen, isthmischen und nemeischen Fest-spiele, wo Wettkämpfe aller Art den Genuß eines frischen, kräftigen Lebens erhöh-