Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
705
JPEG-Download
 

Nationalökonomie

'05,

Regierung irgend einem Dinge ohne allen Tauschwerth, oder einem Dinge, d'ssenTaitsckwerth dem der Güter, worauf dass.lbe die Llnweisung enthalt, gleichkonimt,oder einem solch-n, dessen Tauschwerkb den dieser Güter nur zum T keil ausgleicht,zur Münze für den Nationalverkehr wählen. Ware nicht der Verkehr aller Staa-ten neuerer Zeit zugleich mehr oder weniger Weltverkehr; wäre der Handel gegen-wärtig weh, da? Band, das alle Völkerschaftender Erde nnt einander vereint, sokönnte die Nationalmünze einzig und allein aus Idealmünze best, hen; es binredann lediglich von der Regierung ab, irgend einem beliebigen Gegenstände, möchtedei s lbe einen eigenthümlichen Tauschwcith besitzen oder nicht, den Charakter derMünze bei'.ul g, n. Anders aber verhält sich die Sache, wenn, wie es bei allengebildeten Völkern der Erde jetzt der Fall ist, die Bürger eines Staats nicht bloßunter sich, sondern zugleich mit dem Auslande in Verkehr stehen. Im Auslandefehlt der Idealmünze der im Inlande ane, kannte Charakter eines allgemeinenWerlhausgleichungsmittels; es können daher auch die Fremden niemals geneigtsein, ihre Waaren dafür wegzugeben, es sei denn in der Absicht, jene Idealmünzedem Lande, wo sie als Naiionalmünze umläuft, entweder unmittelbar oder mittel-bar wieder zuzuführen und auszutauschen gegen dessen einheimische Waaren. EineNation, welche sich es zum Gtfetze machen wollte, bloß mittelst der Idealmünze ih-ren Verkehr zu treiben, würde sich allen den Unbeguemlichkeiten im Handel undWandel unterwerfen müssen, welche in den ältern Zeiten bei Völkern, die keineWilimünze kannten, den Verkehr erschwerten. Daher ist bei den gegenwärtigenVerhältnissen der Staaten unter einander eme gewisse Masse von Realmünze, oderwenigstens von Idcalreolmünze, und namentlich von solcher, deren Stoff zugleichsinnlicher «toff der Welimünze ist, für jede Nation dringendes Bedürfniß. (S.Münze, Welt münze.) , b>l.

N a t i o n a l ö ko n o m ie, p o l i ti sch sO kon o m i e, S ta a t sw irth-schaft? lehre ist im Allgemeinen die Wissenschaft der Grundsätze, nach welchender Reichthum eines Volks erzeugt und vermehrt wird. Skaatswirthschaft hießsie sonst in Deutschland ganz im Allgemeinen; politische Ökonomie nannten sie dieFranzosen , Engländer, Italiener. Sie ist eine Wissenschaft der neuern Zeit. DenVölkern des Alterthums hat es durchaus an richtigen Begriffen in dieser Hinsichtgefehlt; ihre Gesetzgebung im Innern, ihre Verträge mit dem Auslande und ihreVerwaltung der eroberten Provinzen beweisen ihre gänzliche Unbekanntschafl mitden Urquellen des Nationalrcichihums. Mit Verachtung blickten die Römer aufKünste und Gewerbe, nur den Ackerbau schätzten sie; ihre Verordnungen über dasMünzwesen sind die schlechtesten v»n allen. Auch die Völker der neuern Zeit, selbstnoch nach der Epoche des Mur, lalters, waren hierin noch nicht weiter gekommen;dies beweist ihre alberne Gesetzgebung hinsichtlich der Juden, des Geldzinses undd,r Münze. Erst durch die glücklichen Handelst».rernehmungen der Portugiesenund L^pamer im 15. Jahrh., durch die lebendige Gewerblhätigkeit der Einwohnervon Venedig, Genua, Florenz, Pisa und Flandern , sowie der deutschen Hansestädtein jener Zeit, wurden nach und nach die Ideen einiger nachdenkenden Köpfe auf dieLehre vorn Nationalreichthum geleitet. Doch setzte man das Wesen des Reich-thums in die Menge von Gold und Silber oder des baaren Geldes im Staate, undes beschäftigten sich die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen dieser Art haupt-sächlich mit der Frage: wie viel Gold und Silber ins Land zu schaffen sei? Dieerste Schrift erschien in Italien 1613 von Antonio -Lcrra u. d. T.: „'l'r-iiiatockolle L.iinio die ponsmio kor ubbvnilare li re°mi ck'ora e cl'arAenIo, ckove nan.">»110 miniere", worin die Kraft des Gewerbfleißes dargethan werden tollte; aberschon per Titel des Werks deutet auf dessen Irrthümer, denn nurGold und Silbergalten dem Vers. als Reichthum. Mehre Abhandlungen über Münze, Geld undWechsels»iefe erschienen im 16. und Ist. Jahrh, in Italien und Frankreich , welcheEom'ersatioiiS-Lericon. Bd. >11.