Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Naturgeschichte

fängt in der Zoologie an, überwiegend zu werden, und ist in der Anthropologie (Na-turgeschichte des Menüch-n und der Menschenwelt) in entschiedenem Übergewicht.Ii» Menschen ist die Natur im höchsten (Krade zeitlich und geistig geworden (dasZeitliche ist die Form des Geistigen). Zur Anthropologie gehört die Geschichte.Denn (beschichte ist ebenfalls Naturgeschichte; ste ist (beschichte der Ichtur desMenschen und seines Geschlechts, Darstellung der Entwickelung der physischen(leiblichen) psychischen (seelischen, geistigen), mithin auch ethischen (moralisch-reli-giösen) Natur des geselligen Menschen. Daher hat die Naturgeschichte in ihrehöchsten Stufen (die Zoologie und Anthropologie) noch einen vierten wesentlichenTheil, die Psychologie nämlich, in sich aufzunehmen, t. h. sie hat diese Wissen-schaft als wesentlich zu ihr gehörig zu betrachten und zu bearbeiten. Von dieserSeite ist aber zur Vervollkommnung der Naturgeschichte noch viel, und in Betreffder Zoologie fast noch Alles zu thun übrig, da dieThierpshchologie gegenwärtig nochempirisches Siückwerk ist, welches man in die Naturgeschichte der einzelnen Thiereda mit einwebt, wo von ihrem Betragen, d. h. von ihren psychischen Eigenschaftendie Rede ist, wie sich diese in Handlungen äusiern. Man war bisher gewohnt, diePsychologie des Menschen nicht nur von den Naturwissenschaften zu trennen, son-dern sie wol gar als eme ihnen völlig fremde (heterogene)Wissnischaft zu betrachten;aber mit welchem Rechte? Was ist die Psyche (Seele) des Thiers Andres als seineunsichtbare Natur? Und <o ist auch die menftd'iche Psyche nichts Andres als desMenschen höhere, ideale Natur. Psychisches Lebni ist höheres Naturleben. DieSeele ist keine zufällige Gabe, die zum fertigen Leibe erst hinzugekommen iväre; sieist eins mit dem Leben und ist daher dieses selbst auf em-r höher» -LSkufe. (Vgl.Geist.) Die Anthropologie ist die höchste naturhistorische Wissenschaft, wovonein Hauptiheil die Psychologie, als Wissenschaft von der geistigen Natur des indi-viduellen Menschen, ist. Da überhaupt das Edelste oder Höchste ani spätesten zurvölligen Entwickelung (Reife) gelangt, so darfman sich nicht wundern daß es nochkeine Anthropologie als vollständig organisirte Wissenschaft gibt, k'ss sie nur nochstückweise existirt und erst von der Zukunft die Sammlung ihrer zerstreuten Gliederin ein Ganzes erwartet, womit zugleich ein neuer Geist in sie kommen wird, der diezum Theil noch unerkannten Theile oder Glieder vollkommener gestalten und in dieinnigste Beziehung mit einander sehen wird. Sie wird sich dann als diejenige Wis-senschaft offenbaren, in welcher die realen und idealen, die Natur - und Geisteü-wissenschaften ihren EiuigungSpunkt finden müssen, mithin die alte Trennung, dieder sondernde und abstrahirende (scheidende) Verstand zwischen Natur und Geistgesetzt hat, aufhören, mithm auch die Scheidewand zwischen den erwähnten Wissen-schaften fallen wird, indem die idealen Wissenschaften sich deutlich als höhere Natur-wissenschaften zu erkennen geben werden. Endlich gehören zur Naturgeschichte nochfolgende, ergänzende, doch minder wesentliche Theile, näml'ch: >) die Bestimmungdes Vorkommens oder Aufenthalts und der geographischen Verbreitung der Natur-producte, was man die Geographie der Naturgeschichte nennen kann;b) die Beziehung derselben aus die Benutzung von Seiten der Menschen, wodurcheine Verbindung der Naturgeschichte mir andern Wissenschaften entsteht, in welcherHinsicht ;. B. von einer okonomischen, technologischen, forst- undjagd.. fsenschaftkichen Naturgeschichte die Rede sein kann. Bei derNatu geschickte eines einzelnen Naturdinges oder seiner Art mühten also, wenn sievollständig sein soll, besonders in Beziehung auf die höhern Reiche, also z. B. beider Naturgeschichte eines Thieres, folgende Punkte vorkommen; 1) systematischeBestimmung durch die Ankennzeichen (denn die Charaktere des Reichs, der Classe,Ordnung, Zwist, Sippschaft und Gattung werden der speciellen Naturgeschichtevorausgeschickt), -^Systematik; 2) Naturbeschreibung. Morphologie; 8) Aufenthalt,geographische Verbreitung, geographische Naturgeschichte; 4) anatomische Bestun-