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Naturgesetze
gedrückt werden. So haben z. B. viele Krankheiten ihr bekanntes Zeitgesetz (Ty-pus) , d. h. sie entwickeln sich in einer bestimmten Zeit. ksmmen daher an bestimm-ten Tage», z. B. am 1.. 11.. 21. „. f. Tage zur Entscheidung (Krisis), sie ha-ben. wie man sich ausdrückt, eine sttägige Periode, oder die Anfälle und Erschei-nungen gewisser Krankheiten kehren an bestimmten Tagen wieder, wie bei verschie-denen Art.» der Fieber. Ebenso ist die Entwickelung der organischen Wesen anZeiigesctze gebunden; di - Brütezeit der Vogel z.B. ist bei verschiedenen Arten eineversch iedene, aber bestimmte, deren Länge wieder mit der Ldtuse oder Vollkommen-heit der Vogel in ein in bestimmten Verhältniß steht, indem z. B. der Zaunkönigeine viel kürzere Zeit zum Ausbrüten seiner Eier nöthig hat als der (weibliche)Adler. Ebenso verhält es sich mit der Zeit des Trächtigseins der Säugelhiere, beiwelchen auch die Langezeit für die Jungen bei den verschiedenen Gattungen eineverschiedene, aber bestimmte ist rc. Wenn bei andern Naturgesetzen der mathema-tische Inhalt oder Charakter nicht sogleich erkennbar ist, so darf man sicher voraus-setzen, daß er sich nur unserm Blicke verhüllt mnd daher oft bei näherer Beleuch-tung hervortritt. Das Naturgesetz, kraft welchem thierische Körper nach demTode in Fäulnis; übergehen, möge hier zur Erläuterung dienen. Wenn diesemGest tz aller mathematische Inhalt zu fehlen scheint, so kommt es theils von der Un-bestimmtheit seines sprachlichen Ausdrucks in dieser Stellung, theils von der Dun-kelheit des Begriffs, den man sich unter dem Worte: Fäulnis, denkt. Dagegenblickt aus dem wissenschaftlichen Begriffe der Fäulnis; sogleich das Mathematischedes Gesetzes hervor; denn alle Fäulniß, sagt die Wissenschaft, ist ein Zerfallender Einheit der organischen Masse in eine Vielheit (unbestimmte Zahl) organischerund chemischer Grundstoffe. Überdies treten, bei näherer Betrachtung des allge-meinen Gesetzes im Besondern auch Zeikgesetze, welche der Entwickelung der Fäul-niß angehören, hervor. Denn da letztere durch den Einfluß der atmosphärischenLuft und d.ren Wärme bedingt ist, so tritt die sinnlich wahrnehmbare Fäulniß baldfrüher, bald später ein, jenachdem ihr die vorhandene Beschaffenheit der Luft undihre Temperatur mehr o^er weniger günstig ist. Auch krct-n die verschiedenenStoffe oder Producte der Fäulniß nach einander in bestimmten Perioden vorherr-schend auf: Winke genug, um daraus die mathematische Form der Naturthälig-keit im Faulungsprocesse deutlich zu erkennen. Folgende Fragen sodern zu wei-term Nachdenkt» über diesen Gegenstand auf: 1) Kann ein Naturgesetz durch hö-here (übernatürliche) Kräfte, etwa durch den Einfluß göttlicher Macht auf die Na-tur, für bestimmte Fälle, zum Behuf guter Zwecke, wenigstens auf Augenblick«aufgehoben werden? oder ist Das, was wir Wunder nennen, etwa eine solche au-genbl ckliche (momentane) Aufhebung von Naturgesetzen? Vernünftigerweisekann diese Frage nicht bejaht werden. Wenn Gott i» den Naturgesetzen selbst, inder durch sie gesetzten durchgängigen Ordnung und Harmonie des Ganzen sich herr-lich offenbart, wenn die Naturgesetze als Wahrheiten seiner Offenbarung erschei-nen: so würde er durch Aufhebung des geringsten Naturgesetzes (wenn überhauptvon etwas Geringem in der Natur die Rede sein kann) sich selbst widersprechen, in»dem er eine Wahrheit s.iner Offenbarung vernichtete. Wunder sind für uns die-jenigen Erscheinungen, die wir aus bekannten Naturgesetzen nicht erklären können.Oder es tritt unter Umständen, die wir nicht durchschauen, und die uns gleichwolbekannt vorkommen, statt des erwarteten, ein höheres unbekanntes Naturgesetzein, und der Erfolg erscheint uns als Wunder. Wer z. B. die Gesetze des thieri-schen Magnetismus nicht kennt, sieht in den Erscheinungen des Somnambulis-mus lauter Wunder; es seiden», daß er den Dünke! habe, Alles für Betrug undSelbsttäuschung erklären zu wollen. Der Glaube an Wunder ist vernünftig, wennman sie als Zeugen höherer noch unbekannter Naturgesetze betrachtet; es ist Wahn-und Irrglaube, wenn man sie fürnaturgesetzwtdrige Erscheinungen hält. 2)Kann