Band 
Siebenter Band. M bis N.
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736
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736 Naturwissenschaften

verwickelter wird, immer schwerer zu verfolqen, mid die Schwierigkeit zunehmenmuß, in der unendlichen Folgerichtigkeit (Consequenz) der Natur den Faden desZusammenhangs nicht zu verlieren. §s ist schon viel gewonnen, daß wir nun diegetroffenen Grundzüge des natürlichen Systems besitzen, und daß dadurch die wissen-schaftliche Naturforschung auf den, rechten Weg geleitet ist, dessen weitere Verfol-gung die reichste Ausbeute verspricht. Die Vervollkommnung und Ausb ldungdes philosophischen Natursystems ist die große, ins Unendliche fort zu lösende, nieganz zu erschöpfende Aufgabe der Naturforscher.

Natur Wissenschaften. Die sämmtlichen Naturwissenschaften theilensich in das große, unendliche Gebiet, das wir Natur nennen, uni es geistig, in derErkenntniß, darzustellen. Die Natur spiegelt sich im Geiste des gebildeten Men-schen, und diese Abspiegelung, dieses ideale Bild von ihr ist Naturwissenschast.Denn alle wahre Erkenntniß ist ein treues Bild ihres Gegenstandes (des Erkann-ten), oder eine Erkenntniß ist nur insofern wahr, als sie dem Gegenstände, den sie insich darstellt oder abbildet, entspricht, mit ihin übereinstimmt oder vielmehr zusam-mentrifft (eongruirt). — Die orgamsirte (naturgemäß gegliederte) Erkenntniß heißtaber Wissenschaft. Daher zerfällt auch die Naturwissenschast gerade in ebenso vielbesondere Naturwissenschaften, Zweige der einen Wissenschaft der Natur, als diesebesondere Gebiete und Reiche hat oder sich in solche theilen läßt. Und wie die Na-tur in ihrer Ganzheit von ihren zwei nothwendigen Seiten zugleich betrachtet werdenmuß, nämlich von der einen als Inneres, als thätige Einheit, als Seele des Ganzen(s.Natur), von der andern Seite als Äußeres, als organische Gesammtheit dersichtbaren Naturdinge, so findet das gleiche Verhältniß auch bei der Nakurwissen-schaft statt. Sie ist einerseits die thätige Emh-it, gleichsam die schaffende Seelein der Vielheit und Mannigfaltigkeit der'Naturwissenschaften, und dann heißt sieNaturphilosophie, durch welche die besondern Zweige des Ganzen erst zu Wissen-schaften werden, indem sie ohne sie nur sogenannte Naturwissenschaften, nämlichnur empirische Kunde, Sammlungen und Erfahrungen und Beobachtungen ohneden ordnenden Geist des-Ganzen sind. Die Naturphilosophie ist also die Natur-wissenschaft in den Naturwissenschaften, durch sie allein erkennt man die Natur alsGanzes in der edelsten Bedeutung des Worts, worin die Theile als lebendige, be-deutungsvolle Glieder erkannt werten; ohne sie sind alle Naturkenntnisse-Stück-werk m jeder Hinsicht. Andrerseits versteht man unter Naturwissenschaft die Ge-sammtheit der besondern Naturwissenschaften, welche ebenfalls ein organischesGan-zeS bilden, da sie alle durch einen Geist (die Naturphilosophie) ihre BeseUung (Er-leuchtung, wissenschaftliche Drdnung) erhalnn, und daher mit einander in innigerBeziehung und Wechselwirkung stehen, sich gegenseitig voraussetzen, in einandereingreifen, sich g gcnseitig ergänzen unk fördern. Mittelst dieser vorläufigen Ideenüber das naturwissenschaftliche Ganze wird man nun den Begriff jeder besondernNalurwissenschasi desto richtiger zu fassen vermögen, indem die volle Bedeutungeiner jeden durch ihre Stellung nn System der Naturwissenschaften offmdar wer-den muß. Wird zuvörderst die Natur betrachtet, wie sie im Großen bilde und ge-bildet Hai, wie sie gleichsam in ihrer großariigen Baukunst erscheint, wie der Welt-raum mit kosmischen Individuen (Welikorpern), als besondern Welken, erfüllt un-belebt ist, werden die Verhältnisse dieser Welten zu einander erforscht, und gezeigt,wie in diesen Verhältnissen die Vielheit der Welten als ein Ganzes, als Weltbäuerscheint: so entsteht auf dies m Wege die Kosmologie (Wissenschaft de« Welt-baues, der kosmischen oder Welienverhältnisse). Nach Maßgabe der besondernRichtung des erkennenden Geistes erhält diese umfassende Wissenschaft besondereBestimmungen (Mvdificationen) und zugleich diesen entsprechende Benennungen;sie heißt Kosmogenie, wenn die Betrachtung sich auf die wahrscheinliche Ent-stehung oder Erzeugungsweise derWeltkörpcr lenkt, Astronomie, wenn dft ma-