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Nazariner Neapel (Stadt)
10 Beutel jährl. Tribut zahlte. Das Volk wählte, sowie auf den meisten griech.In-sein, s. Obrigkeit aus sich selbst. Jetzt gehört NapoS zu deni freien Kriechenland.
Nazarener wurden die ersten Christen bisweilen von ihren Gegnern ge-nannt, und nach jetzt gibt es im östl. Asten christliche Gemeinden d. N. Die schonzu Anfange des 2. Jahrh, in Palästina entstandene Sekte der Na zarener glaubtedas jüdische Ceremomalgeseh mit den Vorschriften Jesu vereinigen zu müssen undhielt sich an ein hebr..Evangelium des Matthäus. Noch weiter gingen die Ebio-niien (Arme, Dürftige) in der Beobachtung des mosaischen Gesetzes, verwarfendabei die Briefe des Apostels Paulus und zweifelten an der Gottheit Christi , densie nur für einen vorzüglichen Menschen halten. Wie die Nazarener, mit denendie Ebioniten Vaterland und Zeit der Entstehung gemein hatten, aber durchausnicht zu verwechseln sind, besaßen sie auch ein hebr. Urevangeluim. Beide übri-gens unbedeutende Sekten scheinen im 1. Jahrh. erloschen zu sein. b..
Nazareth , ein Landstädtchen in Galiläa, 12 deutsche Meilen nördlichvon Jerusalem , auf einem Gebirge, dessen schöne Gegenden von den Reisendennoch jetzt gerühmt werden. Es war der Aufenthaltsort der Ältern Jesu, die nachihrer Rückkehr aus Ägypten dahin zurückkehrten und ihn dort erzogen. Daherward er von den Juden spoktweise der Nazarener genannt, weil dieses Städtchennicht im Rufe besonderer Bildung stand. Dies zeigte sich an der Unempsänglich-keit der Nazarener für seine Lehren, und er hatte Ursache, sich nach dem Antritteseines Lehramts nicht weiter daselbst aufzuhalten. L.
Neapel, Königreich, s. Sicilien (Königreich beider).
Neapel, Napoli , Haupt-und Residenzstadt des Königreichs beiderSicilien in der Terra di Lavoro (10° 50' 15" Br.), hat 357,000 Einw. ohnedie Fremden. Das Alterthum gab ihr den Beinamen >>ii,ii.'<; jetzt hat sie, unge-achtet die Geschichte an 40 Empörungen der Neapolitaner kennt, den Beinamenti>lel>55nn!>. Sie gehört ihrer Lage, Volksmenge und mannigfachen Schätzewegen zu den herrlichsten Städten der Welt Prachtvoll am Ranke des majestä-tischen Golfs gelagert, aus dem die Inseln Capii und Ischia in küknen Umrissennicht allzu fern sich emporheben, rechts vorn Vesuv bewacht und bedroht, links inden Arm des Posilipp geschmiegt, scheint sie, des Genusses nimmer müde, in denreichen Segnungen zu schwelgen, welche der Himmel auf das glückliche Land her-abströmr. Schon die Alten erkannten den Zauber dieser Gegend und fabelten vondem hier befindlichen Tempel und Grabe einer Sirene, Namens Parthenope (wo-her auch ihr alter Name stammt), doch deuten Mythus und Benennung wol nurauf die magischen Reize der jungfräulichen Schönheit diefts Eldorado. Auch derheutige Neapolitaner ist stolz auf sein Vaterland z er nennt es ein auf die Erde ge-fallenes Stück Himmel oder ruft in patriotischer Begeisterung: „Sieh Neapel und stirb dann!" („Veeli Asj>a>li x poi nmuiiL') Und wirklich ist kein Erdstrichim Besitze so vieler Vorzüge wie dieser. Die Luft mild, balsamisch und gesund;die Hitze des -Lommers, außer wenn der Lstrocco weht, gemildert durch die Küh-lung des Meeres, dessen blauer Spiegel ewig den Blick anzieht und erfreut, wiefein Schoß reiche Gaben aller Art spendet; die Felder prangend und blühend vonGetreide und Wein, der zum Nachtheil reicher Getreide-und guter Weingewin-nung in malerischen Gewinden sich um Ulmen und edle Obstbäume rankt; ein re-ges, betriebsames Volk, kurz, Leben und Fülle überall und aller Glanz und Reich-thum des Südens entfaltet. An 350,000 Menschen tummeln sich in den Stra-ßen der Stadt, in welcher Nacht und Tag der rauschende Lärm nicht schweigt; dieStraße Toledo , die größte und prächtigste unter allen, gleicht einem beständigenMarkte, durch dessen Gewühl man sich drängen und stets der Gefahr ausweichenmuß, von den blitzschnellen Curricoli (einspännigen Cabriolets) überfahren zu wer-ken. Im Hafen, der übrigens nicht groß ist, wimmelt es von schiffen aus allen