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Neapel und Sicilien (Revolution von)
nur die vom Parlamente vorgeschlagene Abänderung erleiden könne. Endlich er-kl-rte der König am 10., daß seine Vermittelung in Laibach keimn andern Zweckhabe. als die im Allgemeinen beschworen« span . Constitutivn aufrecht zu erhaltenund den Krieg zu verhindern. Die Minister nahmen ihre Entlassung, und derKö-mg ernann e einstweilen andre, darunter den Herzog v. Gallo für die auSwärt. An-gelegenheiten. Das Parlament bestimmte hieraus am 12., daß der während der Ab-wesnheik d>S Kön'gs die königl. Gewalt ausübende Kronprinz den Titel eines Re-genten des Königreichs führen solle, und überreichte dem König seine Vorschläge inAnsehung der Abänderung der Constitution, deren nähere Prüfung aber Ferdinandseinem Lohne, dem Regenten, überließ. Nun schiffte sich der König am 13. mit s.Gemahlin, der Herzog'» v. Floridia, aufeinem engl. Linienschiffe ein, landete am 19.zu Livorno und begab sich über Florenz nach Laibach, wo er d. 8. Jan. 1821 ankam.
In Neapel leistete der Prinz am 18. im Parlamente den constitutionnellenEid a's Regent. Das Parlament setzte seine Arbeiten fort und beschloß, in Folgerer Behauptung des sicstian. Deputirlen Natali, daß der Ausstand zu Palermo das2berk einiger Barone und ihres bedrohten Feudalinteresse gewesen sei, am 19. und21. Der. die Aufhebung aller Feudallasten, Servituten rc., sowie die unbedingteRückgabe aller Grundstücke, welche die Barone, ohne den wahren Kaufpreis dafürbezahlt zu haben, besäßen, an die Gemeinden. Auch die Majorate wurden aufgeho-ben und die Glücksspiele verboten. Der leidenschaftlich erregte Parteigeist der Ear-bonari aber verfolgte die verdienstvollsten Männer, wenn sie gemäß''gt dachten undausgleichende Maßregeln anriechen. Mit Mühe entgingen Zurlo und Campochiaroeiner öffentlichen Anklage. Der Kriegsminister Fi.'angieri und der Commandant vonNeap'l, General Earascosia, hatten ihreSkcllen niederlegen müssen; Beide nahmenjedoch Dienste in der Armee. Allein unter dem neuen Kriegsminister Parisi nahmdie Unordnung im Heerwesen nur z», und die Vorbereitung zum Kriege wurde ver-nachlässigt. Zu spät sitzte man den thätigen General Colletka ihm zur Seite. DasHeer stand in 3 HauptcorpS getheilt, in 3 wichtigen Stellungen: das erste, unterdem General Ambrosia, aufd.r Straße von Jtri; das zweite, unter dem Gen. Ea-rascosa, bei dem Posse von Sän Germano; und das dritte, unter dem Gen. Gugl.Pepr, auf den Höhen der Abruzzen. Sie bildeten mit den Besatzungen eine Massevon 54,000 M. Linienrruppen und von 50 — 60,000 Milizen, Nationalgardenund Freiwilligen. Ein kleines Geschwader von Fregatten und Kanonierschaluppensollte die Zufuhr der .Ostreicher im adriat. Meere auffangen. Überhaupt äußertesich, Monate lang vor dem wirklichen Ausbruche des Kriegs, die feurigste Begei-sterung für das Vaterland und die Unabhängigkeit auf eine so laute und schim-mernde Art. daß Nichts als die That und der Erfolg fehlten, um dem Ruhme desneapolit. DolkscharckterS Unsterblichkeit zu geben. In Europa sah Neapel keinenfür sich günstig gesinnten Siaat als Spanien unter der Regierung der Cortes, dieaber außer Stand waren, den Earbonari Beistand zu leisten. Dagegen zuckte durchganz Italien der Nanonalwunsch nach Unabhängigkeit, den die Aufrufe der Nea-politaner und die Mitglieder der politischen Sekten noch mehr anfachten.
Bei seiner Ankunft in Laibach, wo der Kaiser von Östreich am 4. Jan. undder Kaiser von Rußland am 1. Jan. eingetroffen waren — der König von Preu-ßen war am 21. Dec. von Tropxau nach Berlin zurückgekehrt — fand König Fer-dinand den Eongreß schon entschlossen, nichts von Dem anzuerkennen, was inNeapel seit dem 5. Juli geschehen war. Östreich bediente sich, zur Sicherheit sei-nes Skoatenbcsißeü in Italien , seines Rechts, die Erfüllung des geheimen, mitdem Könige von beid n Sicilien wegen Nichteinführung des repräsentativen Sy-stem? geschlossenen Vertrags mit b.waffneter Macht zu fodern, ohne jedoch denin die volle Souverainetüt wieder einzusetzenden König von beiden Sicilien hindernzu wollen, seinem Staate ein mit dem monarchischen System von Europa überein-