Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Neapel und Sieilien (Revolution von)

stimmendes DerfassungSgesetz zu geben. Weil der constirutionnelle Minister derauswärt. Angelegenheiten Neapels , derHenog v. Kalla, bei den Verhandlungenin Laibach nickt zugelassen werden konnte, so niachte König Ferdinand selbst seinenSob», den Regenten, durch ein Schreiben vom 28. Jan. 1821, welches am 1.Febr. in Neapel eintraf, mit dem Beschlusse des Eongresses bekannt; am 30. Jan.ward auch der Herzog v. Kollo nach Laibach berufen, um von den Ministern derCongrißmächte den unwiderruflichen Beschluß zu vernehmen, daß in Neapel diekönigl. Gewalt wiederherzustellen sei, sowie sie vor dem 5. Juli gewesen. ZurAusführung dieses Beschlusses ward durch den Vertrag vom 2. Febr., im Namender 3 Höfe: Wien, Petersburg und Berlin , dem Könige von beiden Sieilien ein»streich. Heer überlassen, dessen Unterhalt vom Übergänge über den Po an bis zumAblauf der Zjähr. Besatzungszeit von dem Königreiche bestritten werden sollte.Unterdessen hatte der Regent dem ConstitutionSentwurfe, ohne auf wesentlicheAbänderungen desselben zu dringen, am 29. Jan. seine Zustimmung gegeben,worauf das Verfassungsgesetz am 30. feierlich bekanntgemacht wurde. Am 31.schloß der Regent die Sitzung des Parlaments, und am 7. Febr. überschickte erdem bleibenden Ausschusse desselben den Brief des Königs vom 28. Jan. Ahn-liche Schreiben der Congreßminister in Laibach vom 81. Zan. erhielten die fremdenMinister in Neapel , der russ., Hr. v. Stackelberg. der prcuß., Hr. v. Ramdohr,und der «streich. Geschäftsträger, Hr. v. Mens, deren Inhalt sie dem Regentenam 9. in einer Audienz mittheilten und zugleich anzeigten, daß eine östr. Armee sichden Grenzen nähere, um das Königreich in jedem Falle entweder friedlich oder mitGewalt zu besetzen; würde sie zurückgetrieben, so sei ein russisches Heer bereit, ihmzu folgen. Der Regent erwiderte, daß er dies der Nation bekanntmachen, sichaber von derselben nicht trennen werde, und dies um so weniger, da sie seit der ein-getretenen Veränderung die größte Mäßigung und gegen das königl. Haus diegrößte Ehrfurcht bewiesen habe. Auch der fianz. Geschäftsträger zeigte dem Re-genten an, daß die bevollmächt. Minister des Königs Ludwigs X> II>. in Lai-bach den an die Gesandten der 3 Machte erlassenen Verhaltungsvorschriften ganzbeigetreten wären. Der Regent antwortete seinem Vater, wie er nicht glaubenkönne, daß dessen Schreiben vom 28. Jan. der Ausdruck seines freien Willens sei,und wie er in jedem Falle das Schicksal seines Volks theilen und mit eigner Gefahrdessen Rechte, Unabhängigkeit und Ehre vertheidigen wolle. Der russ, preuß. u.bstreich. Minister verließen jetzt Neapel . Am 13. Febr. eröffnete der Regent dasaußerordentlich zulammenberufene Parlament, dem der Herzog v. Gallo über seineSendung nach Laibach Bericht erstattete und die vom Congresse durch die fremdenGesandten erhaltenen Erklätningen vorlegte. Darauf erklärte das Parlament am13. auf des Deputieren Poerio Vorschlag, daß es den Beschlüssen desssongressessich nicht unterwerfen, daß es Se. Maj. den König nicht als frei betrachten könne w.Sodann genehmigte es, um die Kriegskosten zu decken, ein gezwungenes Anlehenvon 3 Mill. Ducaki, das aber nicht zu Stande kam. Der Vorschlag des Depu-tieren Netli, die Verfassung eine Zeit lang aufzuheben und dem Regenten eine Artvon Dictatur zu übertrage», ward nicht angenommen; dagegen beschloß das Par-lament, im Nothfälle seinen Sitz nach Salerno zu verlegen. Während jetzt Gugl.Pepe überall die Freiwilligen und die Milizen, unter ihren alten Namen, Legionender Bruktier, Samn'ter -c., zu den Waffen rief, und eine Masse von 150,000M. — freilich schlecht gekleidet und noch schlechter bewaffnet — vereinigt zu ha-ben versicherte, war Baron Frimont (s. d.) an der Spitze eines östreich. Heeresseit dem 5. Febr. über den Po gegang n und von Bologna auf den beiden Haupt-straßen, rechts durch ToScana und den Kirchenstaat , links durch die Legaiionen unddie Marken gegen die Abruzzen vorgerückt; ein kleines östreich. Geschwadep,unter