160
Neapel und Sicilien (Revolution von)
dem Befehl des Marquis v. Paulucci lag bereits im Hafen von Ancona . DemHeere ging eine Erklärung des Königs Ferdinand aus Laibach vom 23. Fedr. vor-aus, daß er in seine Staaten zurückkehren werte, sowie der B.ft hl an seine Un-terthanen undTruppen, das östreich. Heer, kaSzumSchutze der wahren Freundedes Vaterlandes und der treuen Unterthanen des Königs nach Neapel zöge, gutaufzunehmen und sich mir demselben zu vereinigen. Zugleich ernanure er den Gc».Ehurch zu seinem Kevolliiiächtigken bei dem östc-ich. Heere und ging hieraus, vondein ruft. Botschafter, dem Grasen Pozzo dl Borgs, und dem sranz. Botschafter,dem Grasen Blacas, degleirek, nach Florenz .
Die Grenze Neapels war mw Einsicht gedeckt. DonGaeta bis zu den Apen-ninen stand Carascosa nur dein 1. Armeccorps (10,450 M. und 1 !50 Pferde) ausder unwegsam gemachten Straße von Rom nach Neapel beiSan.Germano. Gugl.Pepe sollte die durch Bergstrome, Felsen undEnawege geschuhlen Llbruzzen mir1300 ?R. vertheidigen. Bei seinem Heere befanden sich noch die heilige Schar vonMonteforle, die 300 Brumer und a. Haufen Freiwilliger. Das Hauptquartier warAquila. Neu hier aus siel Pope , um dem Angriffe der Ostreicher zuvorzukommen,am2l.Febr. in das römische Gebiet ein, besetz,e Rleli und drang bis Terni vor;als aber ein Corps von 2500 M. östreich. Reiterei von Vilerbo her die Brücke beiOtricoü noch vor ihm erreichte, verließ er Terni und d>e Stellung bei Rieti , ohneeinen schliß zu thun. Frimonr nahm hierauf am 2-1. s. Hauptquartier zu Foligno ,den linken Flügel suhlte Graf Walmoden, den rechten Baron Slultcrheini. Bonhieraus verbreitet-n die Ostreicher die königl. Erklärung vom 23., und Frimont er-ließ zugleich einen Aufruf an die Neapolitaner, daß er als Freund komme und keinerProvinz, keinem Orte, außer da, wo man sich dem Willen des Komas widersetze,eine Kriegssteuer auflegen werde. Dies löste die locker» Bande der inilitcnrischenHaltung der Milizen, welche schon durch den Mangel an Munition, Lebensmittelnund Kleidung enlmulhigr waren, vollends aus. Ganze Bataillone gmgen auseinan-der. Als nun Gen. Pepe, der von Carascosa nicht den verlangten Beistand erhielt,furchten mußte, vom Feinde auf der Straße von Leoncffa her umgangen zu werden,so griff er am 1. März mit 10,000 M. die Vorhut des östreich. Heeres, welche Ge-nei . lmajor Baron Gepperl führte, bei Rieri sehr einschlössen an, wurde aber, alsgegen Abend der Graf v. Walmoden mit der Reseiwe ihm in die rechte Flanke siel,geschlagen, indem der Rückzug seiner Linienlruppen die Milizen in Unordnung brachtte, worauf sich Alles in wilder Flucht in die Gebirge warf, sodaß die Ostreicher nochan demselb. Tage, Abends uni 10 Uhr, mit den Fliehenden zugleich in Cwita-Ducaleeinrückten. An diesem Tage ward auch bei Lugo ein von Leonessa her vordringendes,3000 M. starkes Corps in die Flucht geschlagen. Diese beiden Gefechte am 1., dieersten und letzten des Feldzugs, welche den üflreichern kaum 60 M. kosteten, ent-schieden die Revolution. Denn als die Ostreicher am 8. die Verfolgung fortsetzten,räumren die Neapolitaner die Sti llung aus dem Belino und das von Natur starkeSchloß Anlrodocco; sie verließen hierauf den wichtigen Paß bet Madonna dellaGrolle und den bei S..Tomaffo, sodaß der öln eich. Generallieut. Baron Mohr am10- Abends Aquila besetzte. Damit hörte der Krieg auf, ohne daß die Armee unterCarascosa am Ganglions eine Bewegung gemacht hätte. Weil General Pepe diezerstreuten Haufen nicht wieder zu sammeln vermochte, eilte er nach Neapel . DieOstreicher aber zogen von den 'Abruzzen herab, um die rechte Flanke des Heeres amGarigliano zu umgehen. Alsobald verließ Carascosa die Liellungen von Itri, Fond!und San-Germano. Jetzt singen auch hier die Milizen an sich auszulosen, sodaß derRegent, welcher sich in Capua befand, nach Neapel zurückkehrte, wo bei dm Nach-richten aus den Abruzzen Schrecken und Verwirrung herrschten. Doch ward die Si-chel heit erhallen; nur ein Meuchelmord siel vor, verübt an Gian Petro, der inseinem Hause die Ankunft der Ostreicher gefeiert hakte. Alle Maßregeln zur Fort-