Nekromantie
Neigung (mathcmat.)
andre Interesse verschlingende und durch fortdauernde Gewöhnung fast imwillkür-lich gewordene Begekrung iss wodurch, wie der Name aussagt. dieSe'bstthätigkeitdes Geistes oder der Wille gestört und unterdrückt wird, und die Seele sich in dieserHinsicht mehr leidend verhalt.
Neigung in makhemat. Bedeutung, s. Inklination.
N eith, N e, t h a, eine der jüngern Gottheiten AgYPtenS , deren Dienstzu Sa,s (in Unterägypten ) blühte, als dessen Gründerin und Schutzgöttin sie be-trachtet wurde. Pluto nennt sie im Timäus die Athene der Griechen. Auch soll eineColonie in Saks (Cekrops) die Neilh nach Athen gebracht haben. Sie scheint späker-hin mit der Isis ideniificirt worden zu sein. An ihrem prächtigen Tempel zu Sa>s,welcher a» ihrem Feste jährlich erleuchtet wurde, stand die berühmte Inschrift:„Ich bin Alles, was war, was ist und was sein wird, kein Sterblicher enthülltemeinen Schleier. Die Sonne war mein Kind".
Nekrolog, Nekrologie, a, d. Griech., nennt man die Nachrichtenvon dem L.ben verst. Personen, welche als Gelehrte oder wegen ihrer Stellungin der EtaatSgcsellschaft merkwürdig waren. In Deutschland ist der von Schlichte-,groll herausgeg. „Nekrolog" von 179t»—1866 besonders geschätzt worden (22 Bde.u. 1 ^uppl.). >Leit 1823 erscheint bei Voigt in Ilmenau ein „Neuer Nekrologder Deutschen ". Der 6. Iahrg. in 2 Thln. enthält die im I. 1828 verst.Deut-,sehen. — In den Klöstern rc. nennt man Nekrolog das Verzeichnis; der Äbte,Vorsteher und Derjenigen, die sich durch Wohlthaten und Vermächtnisse besondersum die Stiftung verdient gemacht haben.
NekroINantie (von I auch bezeichnete im
Alterthume das Vorhersagen der Zukunft durch Befragen der Todten, und wareine Art der Wahrsagung. Diese Sitte stammt, wie fast alle abergläubische Ge-brauche, aus dem Orient oder aus dem hoben Norden und verliert sich in dasgraueste Alterthum. Einige haben zwar bchaupt-t, daß die Nekromantie nichterst aus Agvpken oder Persien nach Griechenland gekommen, sondern in diesen,Lande selbst entstanden sei. Allein dieses möchte schwer zu beweisen sein. Beispieleder Nekromantie sinken wir auch in den Schriften des A. Test,, z. B. 1. Sam.1, 28, und in dem 5. Buch Mos, 18, 11 wird sie als Kunst des böse» Geistes ver-boten. Im 11. Buche der„Odrssee" läßt Homer den Schatten des TiresiaS vomUlvsseS aus der Unterwelt hervorrufen. Die Gebräuche, welche daselbst beschrie-ben werden, enthalten durchaus nichts Zauberisches und bestehen im Grunde bloßin einem mit besondern Feierlichkeiten vollzogenen Opfer. Die Beschreibung die-ser Nekromantie beim Homer beweist indessen, daß sie selbst schon weit früher inGriechenland üblich gewesen sein muß. In manchen Orten dieses Landes gab esTodtenorakel, deren Ursprung sich in das Dunkel der Geschichte verlor, und selbstdie Sage von dem Hcrabsteigen des Orpheus in die Unterwelt ist von Einigen aufNekromantie bezogen worden. Indessen scheint es zweifelhaft, ob der von vielengriech. Heroen vorkommende Ausdruck: sie seien in die Unterwelt hinabgestiegen,so viel bedeute, als sie hätten ein Todtenorakel befragt. Während im übrigen Grie-chenland die Nekromantie unter Leitung der Priester oder gottzeweihur Personenin Tempeln ausgeübt wurde, beschäftigten sich in Thessalien, dem Vaterlandealler Zauberei, damit eigne Personen, welche chvp-lla'«-/»- (Heraufführer derSchatten) genannt wurden und zauberisch? Gebräuche dabei anwandten. Letztereführten in spätern Zeiten in diesem Lande zu den größte!, Grausamkeiten, indemdie Zauberer dem menschlichen Blute und Allem, was vom Galgen und aus denGräbern kam, eine höhere Kraft zuschrieben, und dadurch zu den empörendstenund widerlichsten Handlungen verleitet wurden. So rissen sie halbverbrannte Men-schen vom Scheiterhaufen, begruben andre lebendig, schnitten unzeirige Früchteaus dem Mukterleibe u. dgl. Oft schlachtete man Menschen, um ihre Geister,