<78 Nelson
Wunde zu heilen, kehrte er nach England zurück und erhielt zur Belohnung einIahrgeld von 1000 Ps. St. In» folg. Dec. wurde ihm befohlen, s. Flagge amBord des Vanguard aufzustecken und ins mittelländische Meer zu gehen. Er trafim April mit Lord St. Vincent vor Tadiz zusammen und bekam den Auftrag, miteinigen Schiffen Toulon zu bewachen, wo die ägyptische Expedition ausgerüstetwurde. Während ein Sturm ihn zwang, s. Station zu verlassen, war die franz.Flotte ausgelaufen. Am 8. Jan. stieß Capit.Trowbridge, den Lord Lt.-.Vincentaugenblicklich zu N.'S Verstärkung abgesandt hatte, mit 8 Linienschiffen zu ihmund überbrachte ihm den Befehl, die franz. Flotte sofort aufzusuchen und anzugrei-fen. Die in Siechen eingezogenen Nachrichten wiesen ihn nach der ägyptischenKüste; er kam daselbst früher als die Franzosen an und kehrte, da er den Hafen vonAlexandrien leer fand, nach Sicilien zurück. Hier erfuhr er mit Gewißheit, daß diefeindliche Flotte nach Ägypten gesegelt sei, eilte zum zweiten Mal dahin, traf siebei'A bukir (s. d.) vor Anker und lieferte hier jene denkwürdige Schlacht, die mitihrer Zerstörung endigte. Der Dank beider Häuser, s. Erhebung zur Pairswürdeu. d.T. Baron Nelson vom Nil und eine Pension von 2000 Pf. St. waren s. Be-lohnung im Vaterlande. Don dem türkischen Kaiser erhielt er eine Aigrette vonDiamanten nebst einem kostbaren Pelze, vom Kaiser Paul dessen in Diamantengefaßtes Bild, eine goldene Dose und ein eigenhändiges Schreiben, und von demKönig von Neapel und Sicilien mehre reiche Geschenke. In Neapel ward N. mitgroßen Festlichkeiten empfangen, und dieser Hof erklärte sich gegen Frankreich .Allein das Glück entschied für die Framosen, und N. führte, als er die Hauptstadtbedrängt sah, die königl. Familie nach Palermo . Sein Eifer war ebenso unbegrenztals s. Anhänglichkeit an den neapoliianischen Hof. Als daher, bald nach der Um-schaffung desKönigreichS Neapel in die parthmopeischeRepublik, eine Gegenrevo-lution sich vorbereitete, wirkte N. kräft'g mit und ließ den Cap. Trowbridge in derBai von Neapel kreuzen und die nah liegenden kleinen Insel» wegnehmen. Am21. Juni 1190 erschien er selbst in der Bai, vernichtete den vom Cardinal Ruffound dem Commodore Foote mit den Republikanern eingegangenen Waffenstill-stand, zwang die Forts zur Übergabe und ließ mehre Neapolitaner als Rebellen ge-gen ihren König hinrichten: ein Benehnien, das entehrend genannt worden ist, wiedenn überhaupt N. in Palermo und Neapel unter dem Einflüsse der Ladn Hamiltonstand. Nachdem Lord Keith den Befehl im mittelländischen Meere erhalten hatte,reiste N. mit Lady Hamilton über Triest durch Deutschland und kani, nach einerLjährigen Abwesenheit, im Nov. 1800 zu Parmouth an. Allenthalben ward ermit ausgezeichneten Ehren aufgenommen. In den ersten Tagen des I. 1801 warderDiceatmiral der blauenFlagge, und bald wehte die seinige vom San-Iosifvon112 Kan., den er selbst erobert hatte. Das engl. Cabinet beschloß damals, zuTrennung des nordischen Seebündnisses eine große Flotte unter S ir Hyde Parker indie Nordsee zu schicken; 9!. willigte ein, als der Zweite im Befehl der Unterneh-mung beizuwohnen. Er pflanzte s. Flagge auf dem St.-Georg von 98 Kan. auf.Die Flotte ging ohne Verlust durch den Sund und kam vorKopenhagen an, dcS von19 Linien-und Blockschiffen und ausgedehnten Batterien gedeckt wurde; JA erhieltden Befehl, mit 13 Linienschiffen und mehren Fregatten einen Angriff zu machen.Nach einem bstündigen Gefechte, in welchem beide Theile an Heldenmuth wetteifer-ten, war die ganze Linie der dänischen schiffe geschlagen. Nur die Kronbauerienund die schiffe am Eingänge des Hafens waren noch unversebrt; aber auch denEngländern waren 2 Schiffe gestrandet, und mehren drohte dieselbe Gefahr. Indiesem kritischen Augenblicke sandte N. einen Parlementair ab niit dem Erbieten,den Kampf einzustellen, um gütliche Verhandlungen zu pfl gen, sonst müsse er diegenommenen Batterien in Brand stecken, ohne die tapfern Vertheidiger derselbenretten zu können. Der Vorschlag ward angenommen; N. kam ans Land, besprach