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Siebenter Band. M bis N.
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Nemesis

daß sie von Zeit zu Zeit, und zwar alle 3 Jahre, erneuert wurden. Nach einer an-dern Sage waren die nemeischen Spiele von Hercules, nach Besiegung des nemei-schen Löwen, der in einer Entfernung von 15 Stadien von Nemea seine Höhle ge-habt hatte, zu Ehren des Jupiter gestiftet worden. Eine dritte Angabe vereinigtdiese buken Sagen dahin, daß die nemeffchen Spiele zwat aus den Leichenfpiekendes Archemorus entstanden, aber vor» Hercules erneuert und dem Jupiter gewidmetworden sein sollen. Da die nemeischen Spiele weniger feierlich waren als die olym-pischen und pvkbischen, so halte die Sitte, nach Nemeaden die Zeit zu bestimm n(wie man sie bekanntlich nach Olympiaden und Pyihiaden bestimmte), nie allgemeingebräuchlich werden können. Indessen gibt das Ehronikon des Eus biuS das zweiteJahr der 53. Olympiade als die AnsangSepoche der Nemeaden an. Die nemeischenSpiele selbst waren theils gymnastisch (körperlich), theils musikalisch (geistg) undglichen in ihrer Einrichtung den berühmten olvmpi sehen Spielen (s. d.).Die Kampfrichter (Agonocheten) waren aus Araos, Sicyon und Korinkh gewähltund trugen, zum Andenken des Ursprunges der Feier, schwarze Trauerkleider. Siewaren wegen ihrer strengen Gerechtigkeit und Unparteilichkeit berühmt. Anfangswar der Preis des Siegers ein Kranz von Ölzweigen, später von grünem Epheu.(S. auch Pinda r.)

Nemesis. Eine philosophisch-moralische Aneinanderreihung der oft sehrfeinen Begriffe, welche das Alterthum mir dem Namen dieser Göttin verband, hatHerder in den „Zerstreuten Blättern" (ll, 221), und eine mehr historisch-kritischeManso in seinen „Vermischten Abhandlungen und Aufsähen" (Breslau 1821)versucht. Die Nemesis ist die Göttin des Maßes und des Einhalts, der Vergel-tung, die Zähmerin der Begierden, die Feindin des Übermuths und des Stolzes, dieDewahrerin der Scheu und Achtung gegen Andre, die Herstellerin des Gleichge-wichts zwischen dem Glücklichen und Unglücklichen, die Belohnerin guter Handlun-gen und die göttliche Rächerin der aus Übermuth entsprungenen Unthaten. Einbesonderes Attribut ist, daß sie üb>,r die den Todten schuldigen Ehrenbezeigungenwacht, weshalb das zum Andenken der Todten jährlich in Griechenland gefeierteFest Nemesia hieß. Ihre Abstammung wird verschieden angegeben. Bald ist sieeine Tochter desErebus und der Nacht, bald eine Tochter der Nacht all, in, bald derDike, bald des Okeanos und der Nacht, bald Jupiters und der Nothwendigkeit.Sie wurde abgebildet in der Gestalt einer majestätischen Frau in der Tunica unddem übergeworfenen Peplum, mit einer Krone auf dem Haupte, auf welcher zuwei-len Hirsche und eine Victoria befindlich sind. Mit der rechten Hand ergreift sieeinen Theil ihres Gewandes über der Brust und bildet auf diese Weise das Ellen-maß, während ihr Blick sich in den Busen senkt. In der linken Hand hält sie baldeine Schale, bald einen Zaum, bald einen Eschenzweig, in der rechten einen Maß-stab, zuweilen sieht man auch das Glücksrad und einen Greif daneben zu ihrenFüßen. Auf Münzen erscheint sie auf einem mit 2 Greifen bespannten Wagen,zuweilen mit einer Mauerkrone, zuweilen mit einem Scheffelmaß auf dem Haupte.Am seltensten erscheint sie geflügelt. Wie ausgebreitet und angesehen ihre Vereh-rung war. sieht man aus der Menge der Münzen und Gemmen, auf denen sie er-scheint. Sie führt auch den Namen Adrastea, von Atrastos, welcher ihr nach dereinen Sage in Adrastea, nach der andern in Kyz.kon den ersten Tempel errichtete.Da bei RhamnuS, einem Flecken in Altika, welcher nur 16 Stadien von Marathonentfernt lag, die Bildsäule stand, welche Phidias aus demselben parischen Marmor,welchen die Perser unter DatiS und Arthaphernes, um damit ein Siegeszeichen auf-zurichten, mitgebracht hatten, der Göttin Nemesis als Denkmal des gestraften Über-muths der Barbaren gefertigt hatte, so bekam kiese Göttin auch den BeinamenRhamnusia. Ob sich auf verschiedene Ortsverehrungen dieser Art die Erwähnungund Abbildung mehrer Göttinnen u. d. N. Nemesis beziehe, ist noch ungewiß. Eine