Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
791
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Nesselrode (RcichSgr. v.) Nesselrode (Karl Rob., Gr. v.) 191

Netteltuch, ist der deutsche Name für das franz. Wort >1nn»e!>i»e. Manmachte ehemals in der Picardie aus den großen Brennneffeln, die wie Flachs behan-delt wurden, eine graue Leinwand, die aber jetzt nicht mehr gefertigt wird. Eben!so machte man auch ehemals in Deutschland und in der Schweiz Nesselzwirnund Nesselgarn,

Nesselrode, Reichsgrafen v.sleit 1710), eine alte deutsche Familie kath.Religion, welche die Standesherrschasi Reichenstein und LandSkron (2 j^/M., mit6000 E.) in der preuß. Pro». Kleve -Berg, und außerdem die mittelbaren Herr-,schaften Grünberg, Ehreshofen sc. besitzt. Sie halte die Erbkämmerer- und Erb-marschallwürde im Herzogth. Berg. Die altere Linie, Ncsselrode-Reichen-stein, welche Sitz und Stimme auf der westfälischen Grafenbank hatte, wurde indem Reichsdeputationsreceß 1803 für den Verlust an Gütern auf dem linkenRheinufer mir einer Rente von 7140 Gldn. entschädigt. Aus der jüngern Linie,Nesselrode- Ehreshofen ((von dem Fabriktorf Ehreshofen im preuß. Regie--rungsbezirke Düsseldorf , mit Schloß und Park, so benannt), stammle Max. Wilh.Iul. Franz, Grafv. Nesselrode , der Katharinas!!. Gesandter am berli--ner Hofe in der merkwürdigen Zeit von 1790 war, dessen Sohn jetzt kais. russ.Staatsminister ist. (42. d. folg. Art.)

N e sfe l r o d e (Karl Robert, Graf v.),'kaiserl. riiss. Geheimerrath, Staals-sekretair für die auswärt. Angele^., seit dem 5. April 1828 Vicekanzler, Kamnierherru. s. w., geb. in Liessand d. 2. Vept. 1755, widiiieke sich schon früh der diplomati-schen Laufbahn, übernahm wichtige Sendungen und stieg in der Gnade s. Mon-archen bis zu dem Posten des höchsten Vertrauens. Außer ihm hatte bis 1821noch der Graf v. Eapodistria« (s. d.) die Leitung der answart. Angeleg.; alleinnach der öffentlichen Mißbilligung des griechischen Aufstandes und bei der veränder-ten Richtung der Politik des russ. CabinetS >n Hinsicht der oltomanischen Pforte,trat Capodistrias auS dem Ministerium, ohne jedoch entlassen zu sein, und GrafN.leitet seitdem die auswärt. Angeleg. (Dgl. Vchöll's,,l lAt. >!»>. inn nA >4o z>.stx",Bd. 10 u. 11.) Er war es, der in dem Kriege Rußlands gegen Frankreich , am 19.März 1813, zur Ergänzung des kalifcher Vertrags, nebst dem Baron Stein, denVertrag zu Breslau mit Hardenberg und Scharnhorst, und am 15. Juni 1813 zuReichenbach in Schlesien , den Subsidienvertrag mit dem vrinschen Bevollmächtig-ten Lord Calhcart abschloß; dann kam er mit deni Östreich. -StaakSminister, dama-ligen Grafen v. Metternich, über die wichtigsten Punkte des Off- und Defensiv-bündnisses überein, welches am 9. Sept. üi Teplitz zwischen Rußland und Ostreich,nebst 2 ähnlichen Verträgen, zwischen Östlich und Preußen und zwischen Ruß-land und Preußen, vollzogen wurde. In dem Feldzuge 1814 folgte Graf v. N.dem Kaiser nach Frankreich und unterzeichnete am 1. März die 2,uadrnpleall>anzzu Ehaumon t (s. d.). In der Nacht vom 50. zum 31. März unterhandelteund schloß er nebst dem Grafen Orloff und dem Östreich. Grasen Paar, in Paris mit dem Marschall Marmoni den Vertrag wegen Übergabe dieser Vtadt. Alledamals von den Verb mdenen Mächten erlassene Noten und Erklärungen, sowie derpariser Friede vom 80. Mai 18l i sind mir von ihm unterzeichnet, und er solidenwichtigsten Antheil an ihrer Abfass mg gehabt haben. Auf dem Tongresse zu Wien ,wo Rußland die Bildung des deusseben Bundes (s. N.'s Note vom 11. Nov.1814 an die östr. und preuß. Gesandtschaft) kräftig unterstützte, war er ein Haupt-bevollniächtigter; auch war er ein thätiges Mitglied d.S AuSschuiies wegen Ab-schaffung des Negersklavenhandels. Er stellte den Östreich., großbrir. und preuß.Gesandten die berühmte russische Note vom 31. Dec. 1814 zu, welche die 4,he>-lung Pob-ns und die Abtretung Sachsens an Preußen aussprachf er unterzeichnetam 13. März 1815 die Achtserklärung der verbündeten Mächte gegen Napoleon ,und am 25. März den erneuerten Bundesvertrag der zu Ehaumont verbunden r