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Nestel Nestor
Mächte. Seitdem ist Graf v. N., als einer der thätigsten Diplomaten in denAnnalen der heiligen Allianz, stets dem Kaiser Alexander zu den verschiedenen Zu-sammenkünften der Monarchen und SkaatSminister nach Aachen 1818, Trop-pau 1820, Laibach 1821 und Verona 1822 gefolgt. Als die Kaiser Alexanderund Franz in Czernowitz 1823 zusammenkamen, begab sich Graf N. von da nachLemberg , weil Fürst Melkernich daselbst seiner Gesundheit wegen zurückgebliebenwar. Diese thätige Einwirkung der russischen Politik auf den Gang der europäi-schen Diplomatie hat dem Grasen N. von seinem Monarchen glänzende Ord.nszei-chen und beträchtliche Güterschenkungcn, sowie von den Monarchen Europcns dieVerleihung mehrcr hohen Orden erworben. 20.
Neste l, ein im Hochdeutschen etwas veraltetes und mehr im Oberdeutschenübliches Wort, bedeutet sowol die Nestform, welche das weibliche Geschlecht zu-weilen den Haaren des Kopfes gibt, als auch die Schnüre oder schmalen Riemen,deren man sich zum Zuschnüren und Zubinden der Kleidungsstücke bedient. Indieser letzten Bedeutung von Schnüren ist das Wort Nestel in Nestel knüpfengenommen. Man verstand hierunter die magische Handlung, wodurch man Je-manden mittelst Knüpfung von Nesteln zum Beischlafe untüchtig machen wollte.Gewöhnlich machte man zu diesem Behufe 3 Knoten unter Hersagung gewisserZauberformeln an einem Leichenstein oder andern heiligen Orte. Edens» hartenDiejenigen eigne Gebräuche zu beobachten, welche von der furchtbaren Wirkung desNestclknüpfens erlöst sein wollten. Die Sitte des Nestelknüpfens verliert sich indas graueste Alterthum. Welche Vorfälle dadurch zuweilen in der neuern Z ii ver-anlaßt worden sind, kann man in Frank's„Med>ci»ischer Polizei", Bd, 4, finden.
Nester, indianische Vogelnester, sind Nester von indianischenVögeln, die insofern einen Gegenstand des Handels ausmachen, weil dieselben fürLeckereien geachtet und jährlich zu Tausenden in die Küchen indianischer und chinesi-scher Großen, auch wol nach Europa verkauft werden. Der Vogel, der sie baut,ist eine Schwalbe (lüi uuüo es»»!eui.->), wohnt auf Java, den Philippinen, zuTunking, Cochinchina rc. und befestigt sein Nest in den Höhlen am Meeresufer.Die besten und gesuchtesten sind weiß, durchscheinend wie Hausenblase, von derGröße eines Enteneies, und bestehen fast ganz aus einem nahrhaften, gallertartigenStoffe, den der Vogel aus halbverdaukcn und so gegen Faulniß geschützten Wür-mern erzeugen soll. Man stößt sie entweder zu Pulver und mischt dieses andernSpeisen bei, oder kocht sie mit Fleischbrühe weich. 1.
Nestor ist derjenige unter den griechischen Helden vor Troja, der sich durchs. Klugheit, die Frucht s. hohen Alters (daher der Ausdruck: ein Nestor ), ebensosehr als durch s. sanfte und eindringende Beredtsainkeit auszeichmte. Dieses fn ddie Eigenschaften, die ihm Homer m der „Iliade beilegt. .Nestor war der Sohndes Neleus und der Chloris, wurde zu Gerarna erzogen und folgte seinem Vater a'sFürst von Pplos. In s. jungen und männlichen Jahren zeichnete er sich durchGroßthaten und kühne Unternehmungen aus, erwarb sich aber auch schon früh denRuhm eines klugen Rakhgebers und eindringlichen Redners. So zeigte er sich un-ter andern den Lapithen, denen er im Kampfe gegen die Centauren beistand. Nach-dem Lynceus und Idas, die Södne des AphareuS, von den Dioskuren getödre:worden waren, wurde er auch König von Messe,iien. Ungeachtet er schon 2Menschenalter durchlebt hatte, als der Kriegszug gegen Troja unternomm n wurde,so nahm er dennoch Ambe l an dems lben und führte die Mannschaft seines Gebietsin 20, oder nach andern Zeigen in 90 oder 92 Schiff n nach Troja. Wenn manauch das Wort Menschenalrer nicht, wie schon einige Alte gethan haben, für einenZeitraum von hundert Jahren hält, sondern, wie dieses jetzt gewöhnlich ist, nur eineZeit von ungefähr 30 Jahren darunter versteht, so war doch Nestor schon zu all,um persönlichen Anthell an den Gefechten vor Teoja zu nehmen. Die Rolle, die