Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
793
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Ne>?or (Geschichkschr.) Netscher (Familie) 7!-5

ihm daher in der„Iliade" zugetheilt wixd, ist vielmehr die eine« erfahrenen Rath-geber?. Er sucht den Agamemnon zur Verträglichkeit mit Achill zu bewegen, er er-muntert, warnt, belehrt und takelt die griech. Helden. Ohne ihn würden die Grie-chen mehr als ein Mal Troja wir r> ächterer «Sache verlassen haben. Nach der Er-oberung von Troja segelte er wieder nach Hause. Der „Odyssee" zufolge besuchteihn hier Teleniach, um Nachrichten von U'ysseS einzuziehen. Seine Gemahlinwar, nach Homer , Eurydtce, die älteste Tochter der Klymene, nach Andern Ana-xibia, die T. des Kratikus. Es w rden auch mehre seiner Sohne und Töchter ge-nannt, die jedoch in den Sagen nicht merkwürdig sind. Nachdem N. 3 Men-schenalter durchlebt hatte, starb er ruhig zu Pylos , wo man noch spät sein Hausund Grabmal zeigen zu können behaupt te.

Nesto r, russischer Geschichtschreiber, geb. um 1056, lebte als Mönch impetscherischen oder Höhlenklosser in Kiew , und starb nach 1116. Außer den Le-bensbeschreibungen einiger Ävie und andrer frommen Bewohner seines Klosters,deren Bruchstücke von fremder Hand zukammengereiht sind, schrieb er in s. Mut-tersprache eine Chronik, welche für die Geschichte des Nordens von höchster Wich-tigkeit ist, mit sichtbarer Benutzung und Nachahmung byzantinischer Historiker inRücksicht der ältesten Geschichte. Die übrigen Quellen, aus denen er schöpfte, sindunbekannt; Vieles schrieb er als Zeitgenosse, oder aus der mündlichen Überliefe-rung eines allen Mönchs seines Klosters, Jan. Die Darstellung ist dem Geiste f.Zeit angemessen, fromme Betrachtungen und bib'ische Sprüche sind in die Erzäh-lung häufig verwebt, und die Pei sonen werden gewöhnlich redend eingeführt. Dader Urtext s. Chron k verloren und durch die Einschaltungen seiner Fortsetzet- (desBischofs Snlvester zu Kiew und mehrer Ungenannten) bis z. 1.1203 in unglaub-lichem Grade enist-llt ist, so läßt sich kein sicheres Urtheil über sein historisches Ver-dienst fällen, bevor nicht kritische Untersuchungen auSgemittelt haben, wie viel vondem jetzt Vorhandenen des alten Nestor'S Eigenthum ist. Es läßt sich nicht einmalmit Gewißheit bestimmen, bis zu welchem Jahre s. Arbeit re che. Ein unsterbli-ches Ve> dienst um diesen Vater dir russischen Geschichte hat sich Schlözer nachmehr-n Vorarbeiten in dem, leider nicht vollendeten Werke erworben: „Nestor'Srussische Annalen (von 862 bis mit 1110), in ihrer sklawonischen Grundspracheverglichen, von Schreibfehlern und Interpolationen möglichst gereinigt, erklärtund übersetzt" (ubers. nur bis zum I. 080) (Gotängcn 1802 — 9, 5 Bde.), wo-mit als Auszug und Verbesserung zu verbinden ist: Ios. Muller'S „AllrussischeGeschichte", nach Nestor, mit Rücksicht aus Schlözer's „Russische Annalen", diehier berichtigt, ergänzt und vermehrt werden (Berlin 1812). Ein Stück vonNestor s Chronik nach der Pufchkin'schen Handschrift, hcrausz. von Timkowsky,hat die Ges llschaft für russ. Geschichte und Alterchumskunte (Moskau 1811)drucken lassen. ^

NestoriuS , Nestorianer, s.Sekten, Syrische Christen undThoma S christen.

Netscher (Kaspar), einer der vorzüglichsten Maler seiner Zeit, geb. zuHeidelberg 1630, halte seinen Vater, (Johann), einen Bildhauer, früh verlorenund ward von Tullekens, einem Arzte zu Arnheim bei Utrecht , an Kintesstatt an-genommen, der ihn zur Arzneikunde bestunnne. Neigung und Talent aber ent-schieden für die Malerei. Den ersten Unt reicht soll er von Röster, einem Vogel-und Wiltpreimaler, erhalten und sich später unter Gerard Terburgh und GerardDouw , die er an Genie und Geschmack bald üb rtraf, ausgebildet haben. Umd-ese Bildung zu vollenden, unternahm er eine Reise nach Italien , blieb aber zuBordeaux, wo er sich verheirarhele und von da nach Holland zurückging. Hierließ er sich im Haag nieder. Die Nothwendigkeit, eine zahlre che Familie zu er-nähren, bestimmte ihn, Poriraitmalerei und ConversationsMcke zu s. gewöhnli-