Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Nicolai

einsam in dem Haust seines Vaters, der gleichfalls Buchhändler. war und ihn fürsem Geschäft lestimmte, auch ihn sehr streng zu Fleiß und Gehorsam anhielt.Auf den gelehrten schulen zu Berlin und Halle lernte er bei seiner Fassungskraftund seinem Gedächtnisse vielerlei unter einander. Mehr Befriedigung fand seinGeist in der damals errichteten Realschule zu Berlin . 17-19 schickte man ihn nachFrankfurt a. d. Lsi, um die Buchhandlung zu lernen. Hier fand er durch Entäu-ßerungen und Beharrlichkeit Muße, um für sich lateinisch, griechisch und englich zulernen, las die desten Dichter in diesen Sprache» und studirte zugleich Mathematik,Geschichte undPhilosoxhie, am eifrigsten Gelehriengeschichte. 1752 kehrte er nachBerlin in die väterliche Buchhandlung zurück. Die deutsche Literatur war damalsdurch Gottsched und Bvdmer in 2 Parteien getheilt. Er entdeckte bald das Ein-seitige jeder Partei, und stellte seine Ansichten davon auf in den ,.Briefen über denjetzigen Zustand der schonen Wissenschaften" (1758). Don jetzt an wurden ihmRecensionen Bedürfniß. Lessing, sein Freund, machte ihn mit Moses Mendels-sohn bekannt, und diese Drei verfolgten jetzt gemeinschaftlich ihre wissenschaftlichenBestrebungen ohne Rücksicht auf das Ansehen der Meinung. Lessing war lebhaf-ter und kühner, Mendelssohn bedächtiger und sicherer. N. war ihnen wenigstensgleich an Wahrheitsliebe und Muth. Zhrem Bunde schlössen sich in der Folge diemeisten guten Köpfe Deutschlands an. 1758 entsagte N. der Handlung und lebtevon einem kleinen Einkommen ganz den Wissenschaften. Wnickelmann's Schrif-ten machten ihn mit den bildenden Künsten bekannt. Sein Freund Marpurg un-terrichtete ihn in der Tonletzkuust. Übrigens trieb ihn seme Wißbegierde vonSprache zu Sprache, von Wissenschaft zu Wissenschaft. Als aber l 75S fein Bru-der, der Besitze,' der väterlichen Handlung, starb, mußie er diese selbst übernehmen.M,t Mendelssohn verbunden, hatte er 4 Bde. der „Bibliothek der schönen Wissen-schafte»" (Leipzig 1757—59) herausgegeben. Dom 5. Bde. übertrugen sie dieHerausgabe ihrem Freunde Weiße in Leipzig . Mit dieser „Bibliothek" hat die bes-sere Kritik in Deutschland begonnen. Hierauf gaben die 3 Freunde, seit 1759, un-terstützt von Abbt Resewitz, Grillo und Sulzer, die „Briese, die neueste teutsche Li-teratur betreffend" (24 Thle., Beil. 1759 — 85) heraus. 1765 brachte N. denPlan einer „Allgemeinen teutschen Bibliothek" zur Ausführung. Für dieses krit.Tribunal wählte er sich aus allen deutschen Provinzen Richter, und verband so diesich erhebende deutsche Gelehrtem epublik zu einer umfassenden lilcrarischen Unter-nehmung. Sie untermal fjedeS neue System einer strengen Untersuchung und wirktebei einer 40jähr. Dauer auf den Fortgang der wissenschaftlichen Bildung aller deut-schen Sprachgenossen wesentlich ein. Mit dem 107. Bde. (1792) hörte sie. auf,Herausgeber zu sein. Die Fortsetzung erschien zu Kiel u. d. T.: „Reue allgemeined. B.", von deren 56. Bde. an N. die Herausgabe aufs Neue übernahm. Derstrenge und herbe Ton dieser Zeitschrift, in welcher Flachheit, negative Aufklärungund prosaische Nüchternheit als oberste Richter ihrWesen trieben, verwickelte ihn inviele Streitigkeiten. Wir nennen unter Denen, welche gegen ihn schrieben, Garve,Herder, Wieland, Fichte, Lavater , der ihn einen unendlichen Streiter nannte, undSailer. Am lebhaftesten wurde der Streit, vorzüglich mit dem DberhospredigerStaik i» Darmstodt,alsN.,Biester u.a.Gelehrte in der „BerlinerMonatsschrift"u. a. o. O. auf die unmerkliche Verbreitung des Katholicismus und auf das Daseinverkappter Jesuiten aufmerksam machen wollten. Seit 1770 walidte N. seineStudien auf die Finanz- und Handeksversaffung des preufi. Staats. Die charak-teristischen Anekdoten von Friedrich >1. und von einigen Personen, die um ihn wa-ren, nebst Berichtigungen über schon gedruckte Anekdoten, welche N. zu Berlin in6 Heften von 1788 — 92 herausgab, haben historische» Werth. Der Skaatsmi-nister v. Hertzberg gestaltete ihm den Gebrauch des königl. Archivs, um seine 1769erschienene „Tiopographisch-histor. Beschreibung von Berlin und Potsdam " zu ver-