Itioolai
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bessci n. So ward dieses Werk nach s. 3. Zlusg. (Berl. 1186, 3 Bde.) ein Musterfür ähnliche Topographien. Hierauf bewährte N. seine historische Kritik in seinen,,Freimuts) genAnmerkungen über des Ritters v. Zimmermann Fragen über Fried-rich d. Gr." (2 Thle., Berlin 1191 und 1192). Seine Romane haben keinendichterischen Werlb, gehören aber dennoch in die Literargeschichte der damaligen Zeit.Sein vorzüglichster: „Leben und Meinungen des Magisters Sebaldus Nothanker "(4. A., 1199, mikKpf. von Chodowiecki ), sollte die Orlhodopen, die sich dem An-griff der „DeutschenBibliothek" widersetzten, in ihrer Blöße zeigen, Schwärmer zurgesunden Vernunft fühl en und das Zeitalter von seiner Empsmdelei heilen. Manübersetzte ihn ins Französische, Dänische , Holländische und Schwedische, Immertrat N. als Censor und Kämpfer auf, wo eine liter. Erscheinung die Aufmerksam-keit des deutschen Publikums in Anspruch nahm. Von seinen Widersachern viel-fach gereizt, schrieb N. 1194 die „beschichte eines dicken Mannes" (2 Bde., niir K.von Meil), in welcher er die Meißel gegen literarische Gecken schwang. Zu dengrößern Werken, die ihm heftigen Widerspruch zuzogen, gehört seine in statistischerHinsicht und wegen ihres freimüthigen Tones verdienstvolle „Beschreibung einerReise durch Deutschland und die Schweiz " (1181, 3. A. 1188). Sie wuchs mit1196 bis zu 12 Btn. an. Doch gab N. bei alleni Wahrheitssinn auch mancheBlöße, am auffallenksten, als er sich gegen die kritische Philosophie erklärte, derenWerth er über dem Mißbrauch verkannte, welchen die Schule mit dunkeln Kunst-wörtern trieb. Durch seinen Umgang mit Mendelssohn an pcpulaire Pkilosophiegewöbnt, konnte er die neue Sprache der Kritik der reinen Vernunft nicht fassen, ob-gleich er dem Scharfsinne ihres Urhebers Gerechtigkeit widerfahren ließ. In seinemRomane: „Leben und Meinungen Sempronius GundibertS, eines deutschen Phi-losophen", wollte er die Abschweifungen der Kant'schen Schule lächerlich machen(Berlin 1198). Dagegen schrieb Fichte: „Fr. Nicolai'S Leben und sonderbareMeinungen", heraueg. von A.W. Schlegel (Tübingen 1801). Ebenso einseitigverkannte er den Unischwung, welcher im letzten Triitkheil d. 18. Jahrh, durchGöthe u. a. originelle Meisterin der schönen Literatur der Deutschen hervorgebrachtwurde, und noch mehr die Bestrebungen der neuen Romantiker. Indeß ei hielt derverdienstvolle Mann, mit dessen Alter seine Gegner sich vermehrten, mehre Beweiseder öff.ntlichen Achtung. Er wurde Mitglied der Akademien zu München, Berlin und Petetsburg, und 1199 sandle ihm die philcscphische Facultat zu Helmstädtaus eignem Antriebe das Diplom als Docior der Philosophie. Gegen das Endesiines Lebens nahm sein Einfluß auf die deutsche Lit.raiur immer mehr ab. Die„Teutsche Bibliothek" entschlief 1805, da die von ihr fruchtlos bekämpften philoso-phischen und ästhetischen Ideen die Oberhand gewonnen. N.'e thätiges, kräftigesLeben wart durch eine feste Gesundheit unterstützt, obgleich schon 1195 heftige Ge-müthsbewegungen sein Neivenspstem so angegriffen hatten, daß er einige Wochenlang bei vollem Bewußsein mehre Phantasmcn, wie er die unwillkürlichen Gau-kelspiele seiner Einbildungskraft nannte, sah und hörte. 10 I. alt, verlor er den Ge-brauch des rechten Auges. In s. glücklichen Ehe ward er Vater von 8 Kindern, dieer aber, nebst seiner Gattin, alle überlebte. Indeß zerstörte nichts so sehr die Lebens-kraft des würdigen Greises als das unglückliche Schicksal seines Vaterlandes. Erstarb 1811. Die durch ihn in der Geschichte der deutschen Bildung unvergeßlichgewordene Buchhandlung blüht fort unter der Leitung seines Enkels. Unter N.'Svielen Schriften zeichnen wir noch aus: seine biographischen Gedächtnißschrisrenauf Kleist, Abbt, Möser, Engel und Teller; seinen Versuch, naive Dolkclleter ausder Dunkelheit zu ziehen, in dem „Fernen kleynen Almanach" (Berlin 1111 u.1118, 12.). Sein „Versuch über die Beschuldigungen, welche dem Tempelherrn-orten gemacht worden, nebst einem Anhange über das Entstehen der Freimaurer "(Berlin 1182) ist gründlich, obgleich nicht ohne zu gewagte Hypo.hesen. Über-ConversationS-Lericon. Bd. >ll. 53