886 Niebuhr (Barthold Georg) ))uederlünde (.<stönigr. der)
macht. Wenn sie nicht allen Parteien gleich befriedigend sind, so kann dies einen.Manne nicht zum Vorwurf gereichen, der weit mehr geleistet hat als ihm aufge-tragen war, und man von ihm erwarten konnte. Nach f Rückkehr ward er l 768zum Zngenieurcapikain zu Kopenhagen , dann 1778 zum k. dänischen wirkl. 0»lliz-räch und Landschreiber im Süderdiihmarschen zu Meldorf , 1808 zum Eiaieralhund 1809 zum Ritter des Danebrogordens ernannt. Auch nahm ihn 1802 da«Nakionalinstitut in Frankreich unter s. Mitglieder auf. Er starb den 26. April181b. S. das „Leben Carstens N.'s" von s. Sohne (Bonn 1828). ,1—?.
Niebuhr (Barthold Georg), des Vorigen Sohn, k. preuß. geh. S iaatsrakhund Mitgl. d. k. Akad. der Wissensch. zu Berlin, geb. 1777 zu Meldorf in Hol-stein. Er vereinigt die gründlichsten gelehrten Kenntnisse von seltenen. Umfange (erist nicht nur Historiker, sondern auch ein sehr guter Orientalist) mit den trefflichstenpraktischen Kenntnissen der Staatskunde, des Handels u. s. lv. Er war eine Zeitlang Director der Bank in Kopenhagen und hat genaue Kenntniß der Finanzver»Wallung, daher er auch in den wichtigsten Geldgeschäften des preuß. Staate oft ge-braucht worden ist. Zn der verhängnißvollsten Periode Preußens hat er sich imLebe» ebenso wahr und unerschütterlich treu gezeigt, als er sich in Schriften kräftigund geistvoll ausgesprochen hat. SeineGesckuchts- und -Lprachkunde ist umfassend.Seine Schreibart hat sich zu sehr nach dem Englischen gebildet, das ihn, ganz eigenrst, und leider hin undswieder an Härte und Dunkelheit. Außer einzelnen gehalt-vollen archäologischen und histor. Aufsäßen m, „Museum der Alterthumswissen-schafte»" (Bd. 2) und den „Deutschen Blättern" hat er in s. „Römischen Ge,schichte" (2TH-, Berl. 1811 fg.z der 1. Th. erschien in e. 2. A. umgearbeitet 1827;8. A. 1828), ein durch Tiefe der Forschung, Größe des Überblicks, Kraft und edlerGediegenheit der Darstellung ausgezeichnetes Werk geliefert. Auch sind von ihmdie Flugschriften: „Preußens Recht gegen den sächsiHos" (Berl. 181-1) und „Übergeheime Verbindungen im pr.uß. Staate und deren Denunciaiion" (Berl. 181b).1816 zum preuß. Gesandten beim Papste ernannt, beschäftigte er sich in Rom zu-gleich mit literarischen Arbeiten und Untersuchungen. Wir verdanken ihm u. A. dieEntdeckung von 2 ungednrckten Bruchstücken des Cicero und eine kritische AuSg. dervon Mojo ans Licht gezogenen Werke des Fronto. Während s.AufenrhaltS zu St.-Gallen in der Schweiz entdeckte er unter den :isiu.-i li-üm sslis der dasigenBi-bl'cthek ein Fragment des römischen Feldherrn, Dichters und RednersMerodaudes,welches er u. d. T. „kleliguise" zu St.-Gallen 1828 herausgab. Er kehl te nachBerlin zurück und ging dann an die Universität Bonn , wo er seine bistorischen For-schungen fortsetzt. Unter s. Leitung erscheint hier seit 1828 eine neue Ausgabe der,,8crjzitnre« birivriae lHraiilin.ie". Auch gab er die erste Sammlung s. „Klemmhistorischen und philologischen Schriften" (Bonn 1828) heraus.
Niederdeutsch, s. Plattdeutsch.
N r e d e rl a u d e (Königreich der). Geschichte. I. Bis 15-18, oderbis zur Vereinigung der Niederlande unter dem Hause Ostreich. Die Niederlandeumfassen die große Niederung oder den nordwestlichen Abhang des weiten Beckens,geformt von W. nach O. durch den Ardennerwald, die Dogesen, den Hundsrück,das Siebengebirge, den Spessart, Odenwald und Harz, in dessen Tiefe der Rhein die Niederlande hinabströmt. Der südliche Theil dieser Niederungen gehörte zuEäsiar's Zeiten zu Gallien (6aII>a bel^ica); dieser große Feldherr erklärte die Ein-wohner für die streitbarste unter den gallischen Völkerschaften. Der nördliche,zwischen der Maas, der Aa-al'Und dem Rhein liegende Theil hieß die Znsel derBataver und gehörte nebst Friesland zu Deutschland . Den Namen Bataver hatman von einem vor Chr. lebenden, wahrscheinlich fabelhaften Stammvater, Na-mens Dato, dessen Andenken jetzt nur noch bei den holländischen Dichter:, lebt,ableiten wollen. Neuere holländ. Geschichtsforscher leiten ihn ab von, Zeitworte