Niederlande (Königreich der), Geschichte bis 1810 83?
bn.iten (Nutzen bringen) und dem Beiworte kaakix, zusammengesetzt mit demdeutschen und auch alrnieterländ. Worte Auen oder Wiesen, die schon in der Ge-gend der am linken Rheinufer liegenden Betüwe den Römern als charakteristischesMerkzeichen des Landes erschienen und in dem Namen I-alavi latinisirt wurden.Den nördlich vom Rheine liegenden Theil der Niederlande bewohnten die Friesen,gleich den Batavern ein deutsches Volk; Beide lernen wir besonders aus demKampfe kennen, den sie unter Eivilis's Anführung mit den Römern so ehrenvollbestanden, späterhin kommen sie theils als handelnde, theils als seefahrende Na-tionen und als Seeräuber vor, die endlich den Römer» unterlagen. Im 5. Jahrh,wurden die Bataver und im 6. die Belgier der fränkischen Herrschaft unterworfen;die Friese» aber sehen wir erst im 7. Jahrh, von den Franken besiegt. (L5 Bel-gier, Bataver und Friesen.) Durch den Frieden zu Verduit, 813 (s.Frankreich), wurden Ba'avien und Friesland zu dem neuerrichteteu KönigreichDeutschland geschlagen und durch Statthalter regiert, die in der Folge unabhängigwurden. Vom I. 1000 bis aus Ende des l 1. Jahrh, zerfiel das Land in Herzog-lkümer, Grafschaften und Reichsstädte; Brabant oder Niederlothrjngen und spä-ter auch Luxemburg, Limburg und Geldern wurden durch Herzoge, Flandern, Hol-land, Seeland Hennegau, Artois, Namur und Zütphen durch Graftn regiert; daseigentliche Friesland blieb eine freie Häuptlingschafk (Heerlykkeid); Uirecht wardein BiSlhum, welches seine weltliche Herrschaft auch über Obervssel und Groningen erstreckte. Unter allen diesen Herrschern waren die Grasen von Flandern die mäch-tigsten, und nachdem 1383 diese Grafschaft an das noch mächtigere Haus Bur-gund gefallen war, sehte sich dieses theils durch Heirathen, theils durch Gewaltoder scheinbar ft eiwilligen Abstand in den Besitz der meisten niederländischen Ge-biete. Der letzte Herzog von Burgund, Karl der Kühne (s. d.), siel 1477unter den Schwertern der tapfern Schweizer ; seine dem Kaiser Maximilian ver-mählte Tochter Maria brachte die Niederlande an Ostreich, und Karl ^.Maximi-lians Großsobn, in den Niederlanden geboren, vereinigte alle 17 Provinzen durchdie pragmat sche Sanciion, als aus ewig unze trennt, nach dem R. chte der Erstge-burt, 1,7-18 mit Spanien ; übrigens gehörten sie u. d. N. des burgundischenKreises (seit 1512) zu kein römischen Reiche deutscher Nation; Ostfrleslandblieb unter der Herrschaft eigner Fürsten beim westfäl. Kreise. — II. Bis 1810,oder bis zur Vereinigung mir dem franz. Kaiserreiche. Unter Karls V. Regierungverbreitete sich in den baravischcn und belgischen Provinzen der Protestantismus ,wiewol hart bedrückt: denn man rechnet die Zahl Derer, die schon unter feiner Re-gierung in diesen Ländern als Ketzer umS Leben gebracht wurden, auf 100,000.Immer harken die Beherrscher der Niederlande, selbst Karl V. , die Gerechtsameund alten Freiheilen geehrt, wodurch das Land blühend und für die Monarcheneine O.uelle reicher Beisteuern geworden war; Karls Sohn und Nachfolger, derkalte Tyrann Philipp >1., folgte nicht den Grundsätzen seines kluger» Vorgänger».In Spanien geboren, behandelte er die fernen Niederlande mit der größten Härte.Die alten Rechte der Provinzen tasteten s. Stellvertreter, besonders der grausameGranvella, freventlich an; durch die Inquisition sollte jede freie Religionsmeinungausgerottet w-rden. Da erwachte der Grimm des freien Volks; die g:oße Anzahlgewerbfleißiaer Manufactur-, besonders Wolkarbeiter, fluchtete in andre Länder,vorzüglich nach England und Sachsen ; der Adel trat zum Schutze seiner Rechte zu-sammen (s.Geusen), und die Nichrkatholiken feierten mir dem Trotze angefach-ter Schwärmerei ihren Gottesdienst öffentlich. Als Granvella 1äv-i zurückberu-fen wurde, war es schon zu spät, den von ihm angefachten Brand durch gelindeMittel zu loschen; er sollte also durch Gewalt gedämpft werden. Philipp sandteden blutgierigen Alba, und unter seinem Henkersbeile sielen die Häupter der Edel-sten des Volks, Egmsnt und Horn. Nur der kluge Prinz von Oranien war ent-