Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Niederlande (Königr. der), Geschichte bis 1810

pnblik so «i>s angelegt hatte, mußte endlich erschöpft dm Frieden erbitten, ?lberdiese Känipsi, bald mit England, bald mit Frankreich , und die wirk'ich unpoliti-sche, zu ibä'iqe Theilnahme am spanisch n Erbfolgekriege entkräfteten Holland ,während repnblckaiiisicheEifersuchk gegen dos Streben des Hauses Dranien zurHerr-schaft im Lande selbst unzähliqe Funken der Parteiwmh und des Bürgerkrieges an-fachte. Darum konnte die Regierung nie zur Einheit, zurBefo'gung echt politi-scher Grundsätze gelangen. Seit Moritz's und Dldenbarneveld's Zeiten backen sichdie beiden Hauptparieien, die oranifthe und die staatsgesinnte oder anuoranische,allmälig in verschiedenartige Abschaltungen vertheilt, deren Führer durch eigen-nützige Absichten geleitet wurden. Aus gleichen Antrieben ward die Religion mirins Spiel gemischt, und in der Regel waren die strengen Calvinistcn oramsch, dieAndersdenkenden staatsgesinnt; daher die häusigen SkaatSumwälzungen, welchebald durch die Anmaßungen einiger Statthalter, bald durch den aufgewiegeltenPöbel veranlaßt wurden, und denen stets entweder Druck durch Willkür oder un-glücklich geführte Kriege vorangingen. Dies hatte sich schon 1618, !672 und1702 bewahrbeilet und bestätigte sich 1717. Das Haus Dranien siegte in diesemHahre über die republikanische Partei. Wilhelm IV. erhielt die Sta tthal ter-würde in allen 7 Provinz n auf männliche und weibliche Nachkommen erblich.Die span. oder kathol, Niederlande waren inzwischen der unselige Zankapfel gewe-sen, um den sich Ostreich und Frankreich 2 Jahrh, hindurch stritten. Endlich sahsich Spanien genöthigt, durch den prrenäischen Frieden 1659 und durch den aachner1606 an Frankreich ganz Arw s, e nige Plätze von Flandern, Hennegau , Na-mur und Luxemburg abzutreten, w-lche Länder seitdem die französisch n Nie-derlande genannt wurden. Durch den F.siden von Utrecht , welcher den spanisehen E-'bfolgekrieg 1713 endigte, kamen die spanischen Niederlande wieder an dasHaus Östreich, welches sie bis zur franz. Revosiition besaß, obgleich sie sich gegenJoseph II. , vornehmlich unter van der Noot, empörten. Dieser Monarch brach1782 den sogen. Barri rekracta« von 1715, welcher der Republik der Verein. Nie-derlande das Besatzungsrecht in einige» belgischen F stungen an der franz. Grenzeeinräumte; er ns higte die holländischen Besatzungen zum Abzüge und ließ jeneGrenzftstungen größtentheils schleifen, was in der Folge den Franzosen die Erobe-rung Belgiens (1792 und 179 k) sehr erleichterte, we'ches ihnen 1797 im Friedenvon Eampo-Formio abgetreten wurde. Jmmittelst waren in der Republik derVerein. Niederlande die innern (Währungen nicht unterdrückt. Die Ai.tiorameroder StaalSgesinnten, durch d?e Erblichkeitserklärung der oranischen Statthalter-würde keineswegs vernichtet, hoben 1786, von ihren Gegnern sitzt Keesen (Spitz-hunde) gescholten, aufs Neue >h" Haupt enipor. Die Händel von 1781 mit demHerzog Ludwig von Braunschweig, der seit 30 Jahren Feldmarschall der Verein.Niederlande gewesen war und eine Zeit lang die Vormundschaft über den Erbstart-halter Wilhelm V. geführt hatte, waren nur Vorspiele des wüthenden Kampsis,der nun entstand. Des Statthalters Gemahlin, Königs Friedrich Wilhelm >1.von Preußen Schwester, rief, beleidigt von heftigen Patrioten, des BrudersSchutz an; ein preist. H er von 25.000 M. erschien, um den Hohn zu bestrafenund Wilhelms V. Rechte zu sichern. Vergeblich war derPatrioten übel geleiteterWiderstand. Nach dem Sturme von Amstelveen siel Amsterdam (Sept. 1787)in die Gewalt der Preußen. Das Übergewicht der statthalterischen Partei war ent-schieden, und in noch größerer Ausdehnung wurden nun die Rechte des HausesDranie» bestätigt und ein enges Bündniß der R-publik mir Großbrit. und Preu-ßen geschloss n. D'e annoran'sch.' Partei war indeffeu auch jetzt nur eingeschüch-tert, >hr alter Haß dagegen noch mehr gereizt. Als daher 1794 die Fahnen desrepublikanisirlen Frankreichs siegreich an Hollands Grenzen wehten, erhoben sichalle Mißvergnügte. Pichegru eroberte Holland leicht, durch den- strengen Winter