Band 
Siebenter Band. M bis N.
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8 tO Niederlande (Königreich der), Geschichte bis 1810

von 17-5 und durch die den Franzosen günstige Volksparlei unterstützt. Der Erb-statthalter floh mit seiner Familie »ach England, und es entstand dir batavischeRepublik (16. Mai 1795). Die bisherige Provinzialabtheilunz ward in eineneinzigeil Freistaat verschmolzen, die Macht der Gesetzgebung, nach franz. Muster,einer stellvertretenden Versammlung, und die Vollziehung einem Direeiorium von5 Männern übergeben. Die neue Republik mußte einige südliche Landstriche, na-mentlich Mastricht, Venloo, Skaaks-Liniburg und Staats-Flandern, an Frank-reich abtrete», sich mit diesem Reiche durch eine beständige Allianz verbinden, eineSumme von 100 Mill. Gulden an dasselbe entrichten und den franzos. Truppendie Besetzung ihres Gebietes verstatten. Diese aufgedrungene Verfassung mußtenach üjahrigem Bestände schon wieder geändert werdet, (den 18. Der. 1861).Man theilte die Republik wieder in ihre alten 7 'Provinzen und fügte die Genei ali-takslande als eine achte hinzu. Man vereinfachte das Regierungspersonale, ver-minderte die gesetzgebende Verlaniiiilunz auf 35 '(-'geordnete und erweiterte dievollziehende Gewalt zu einem Staairbewind von 12 M.mnern. Allein trotz diesenVeränderungen sah die dalavische Republik, unfähig, mit dem geringen Über-bleibsel eigner Kraft nach eignen Zwecken zu handeln, ihre Flotten durch Großbri-tanniens Lleemacht verdrängt, ihre Eolonien verheert, ihren Handel auf bloßeKüstenfahrr und auf den innern Verbrauch beschränkt und die Bank von Amster-dam bis zur Vernichtung erschüttert. Überdies raubte ihr der Friede von Amiens 1802 eine der reichsten ihrer Eolonien, Eevlon. Kaun, war die Hoffnung einerbessern Zukunft erwacht, als Holland wieder in den ne» beginnenden Krieg Frank-reichs gegen Großbritannien mir fortgerissen wurde. Surüiam und das Eap sielenm der Briten Hunde, britische Schisse blockirten Hollands Küste», und so schiender letzte Nerv des Holland . Wohlstandes zerschnitten zu sein. Zum dritten Male(29. April 1805) mußte die Holland . Staatsverfassung umgeändert werden. Nunsollten 8 Departements und ein gesetzgebendes Eorps von 19 Mitgliedern mit ei-nem auf 5 Jahre erwählten RathSpensionnair (Schiinmelpeniiink-, der dievollziehende Gewalt handhabte, bestehen; ihm ward ein Ldtaatsrath von 5—9Mitgliedern beigegeben, und 5 Minister besorgten die Geschäfte. Der Pension,lairerhielt eine unbestimmt« Summe, über deren Verwaltung er keine Rechenschaftabzulegen brauchte. Doch war selbst Schimmelpeiinink'S Tugend in diesem Sturmeunvermögend ein Vaterland zu retten, welches durch den Verlust seiner altenSelbständigkeit und seiner mannigfaltigen stzulfsgnellei, schon an den Rand emeSunabwendbaren Verderbens gebracht u)ar. In solchtrNorh schien die einzige Hülfezu sein, Holland dem ftanz. Reiche gänzlich einzuverleiben. Der Schritt, langevorbereitet, geschah 1806. Man trug dem Bruder des Kaisers, dem PrüftenLouis Napoleon, Hollands Besitz u. d. T. eines souverainen Königreichs an(der Antrag Holland . Seit? war absolut erzwungen), und am 5. Zuni 1806 warder als König von Holland ausgerufen. Der mit Frankreich den 24. Mai deßwegengeschloss.ne Vertrag besagte: Loms Napoleon solle erblicher, co»stirutton»e!lerodö-nig von Holland , und feiner rechtmäßigen männlichen Nachkommenschaft der Throngesichert fein; koch durften nie die Kronen von Frankreich und Holland auf Einen»Haupte vereinigt werden. Der Kenia blieb erblicher Tonnetable von Frankreich und mit allen seinen Kindern dem ftanz.-kaise: l. Fansilienstakut unterworfen. ZnHolland befaß er ohne Einschränkung die vollziehende Gewalt, die Macht der Er-,Nennung zuEivil- und Militairstellen, das Begnadigungsrecht und die ausschließ-liche Regierung der Colonien . Auch ward ein Slaatsraih errichtet von 13 Mit-gliedern, worunter 4 Staalsminister. Das gesetzgebende CorpS bestand aus 30Mitgliedern, und dabei ward festgesetzt, daß es nach Maßgabe der Vergrößerungdes «kaaiSgebielS vermehrt werden körne. Aber Holland ward als Königreichnicht glücklicher; e» blieb ausgeschlossen von Frankreichs Handelsvortheilen und