Niedcvlunde (Königreich dcr), Gesch. von 1810—15 8 t1
mußt« doch allen Kriegen flstapoleons folgen. Die Staatsschuld wuchs auf 1200Mill. Kulten; der Kaufmann lebte nun noch vorn Schleichhandel, welcher zu Eng«land hinzog. Fast alle O.uellen des ehemaligen Wohlstant»-S waren jetzt verstopft;und als Napoleons Decret vom I I.Nov. 1807 aus Mailand erschien, als derTarif von Trianon mit seinen schrecklichen Folgen eintrat, da war Hollands Han-del vollends verloren. Es erhielt 1807 zn-ar MfrieSland und Iever, mußte aberdafür das zwischen der sranz. Krenze und derVlaaS gelegene Kebiet nebst einemTheile von Seeland mit den Festungen Bergen-op-Zoom, Breda, Herzogenbusch ,Kertrnidenburg, Middelburg und Vließingen abtreten. Der neue Krieg gegenOstreich, 1800, veranlaßte die Landung der Engländer auf Seeland (Walcheren ),welche Hollands Verderben nur beschleunigte. Fürchterliche Unglücksfälle kamenhin;u. Im Jan. 1809 stand die ganzeKegend von Emmerich bis Dortreehl undRoti>dam, 50 UM. Landes, unter Wasser, über 300 Menschen verloren ihrLeben in den Fluten, und mehre Tausend Stück Vieh, viele Häuser und Müh-len, ja gante Dörfer wurden weggeschwemmt. Umsonst waren die Anstrengun-gen des guten (aber schwachen) Königs, das allgemeine Elend zu mildern; um somehr nach der englischen Landung, da er die Freundschaft seines Bruders verlor.Die Spannung wuchs, und der Pariser Vertrag vom 16. 'März 1810 hielt denletzten Schlag nur wenige Wochen auf. LuMwg, um nicht das Land in s. persön-liche mißliche Lage zu verwickeln oder einen Krieg mit Frankreich herbeizufiibren,deft.m Folgen sich mitKewißheit vorhersehen ließen, legte freiwillig und unerwar-tet die Königskrone zu Künsten seines ältesten unmündigen Sohnes nieder (I. Juli1810) und begab sich ins östrench. Kebiet als einfacher Privatmann. Napoleon erkannte jedoch seines Bruders Verfügung nicht an. Schon am 4. Juli besetztensranz. Truppen Amsterdam , und durch das kailerl. Decret vom 10. Juli 1810ward Holland mit dem franz. Reiche vereinigt, Amsterdam zur dritten Stadt desReichs erhoben, die Zahl der Senatoren auf 6, der Deputieren im Eiaarsrathegleichfalls auf 6, der Richter im Cassmionshoft auf 2, und der Deputieren im ge-setzgebenden Körper auf 25 bestimmt. Die Officiere der Land - und Seemacht tra-ten, wie das ganze Milnair, in kaiserl, franz. Dienste; die Zinsen der öffentlichenSchuld wurden auf ein Drittel herabgesetzt, und der Erzschatzmeister des Reichs.Herzog v. Piacenza (Lebrun), erschien als des Kaisers Stellvertreter in Amster-dam . um biS zum 1. Jan. 1811, wo die ganze Verfassung nach franz. Mustergeformt sein sollte, das Land zu verwalten. Die holländ. Deport., welche früherschon unter dem Königthume geschaffen waren, bildeten nun 2 neue Mstirairdivi-stonen, die Eonscription ward eingeführt, und die Hälfte der auSgehobenen Mann-schaft zum Land-, die andre Hälfte zum Seekienste bestimmt.— lll.Bis 1815,oder bis zur Vereinigung der Niederlande unter der Herrschaft des Hauses Oranien .So waren also die sämmtlichen 17 ehemalige» Provinzen der Niederlande unterder nämlichen Herrschaft mit Frankreich vereinigt. Allein dieser (durch die Um-stände unglückliche) Zustand dauerte nur bis zu Ende 1813. Napoleons Beste-gung bei Leipzig änderte das Schicksal Belgiens und Hollands ; die Heere der Ver-bündeten rückten gegen Frankreich vor; ei» vereinigtes preußisch-russisches Armec-corps unter dem Äen. Bülow ward von der Nordarmee gegen die Niederlande ab-geschickt, und eine unter dein Ken. Graham aus England übergeschiffte Truppen-abtheilunz schloß sich demselben an. Am 20. Nov. 1813 erließ der Ken. Büloweine Auffoderung an die Holländer, mit den Verbündeten gemeinschaftlich gegendie Franzosen zu handeln. Schon am 18. d. M. harre Kysbrechk Karl van Ho-gendorp, einer der Kemäßiglen aus der alioramschen Partei, eine Anzahl ehe-maliger Regierungsmitg'ieder, welche von 1788—95 das StaatSruder in Hän-den gehabt halten, insgeheim in seiner Wohnung versammelt und sie zu über-reden gesucht, sich einstweilen als die ehemaligen Keneralstaaren zu constituiren;