Band 
Siebenter Band. M bis N.
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853
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Niederlande (Königreich der), geogr^siakjst. 853

ist eine eigne Provinz geworden. Die Provinz Holland ist zwar in ihren innern Ver-waltung in 2 Theile, End-und Nordholland , gesondert, bildet aber in staats-rechtlicher Hinsicht nur E'ne Provinz. Im ehemaligen Belgien hat men bei derProvinzialrechnung die franz. Departementsgrenzen zum Grunde gelegt. Die jetzi-gen Provinzm haben verfassungsmäßig folgende Ordnung: 1) Nordbrabant (ehe-mals Slaatsbrabant), 2) Sudbrabant (ehemaliges Depart. der Wle), 3) Lim-burz (Dep. d. Niedermaas neb,?einem Theile d. Roerdepart.), 4) Geldern. 5) Lat-tich (Dcp. d. Ourihe), 6) Dstflandern (Dep. d. Scheide), 7) Weststandern (Dep.d. Lys), 8)Hennegau (Dep. von Iemappes), 9) Holland , 10) Seeland. 11)Na-mur (Dep. d. Sanibre und Maas mit Ausnahme von Luremburg), >2) Antwer-pen (Dep. d. beiden Nethen), 13) Utrecht, 14) Friesland , 13) Obeipffel, 10)Groningen , 17) Drenkhe. Nach amtlichen ?(ngaben vom I. 1820 enthält dasKönigreich mit Lu.reniburg 1197 geozr. H)M., aufweichen 6,117.000 E. mi I.1828 lebten, also im Durchschnitt 5070 auf die HjM. Davon zählten 1829 dienördl. Provinzen 3,660,538 E. und die südlichen (ohne Lupemburg, s. d.)2,307,661 E., zusanimen 5,968,199. Das Königreich, mit Einschluß Lurem-burgs, grenzt in S. und Südwesten an Frankreich, m O. an Deutschland , iianienl-lich an die preuß. Rheinprovinzen und das Königr. Hanover , in st!. und Tb. au dieNordsee . Es erstreckt sich von 49" 30' bis 53° 45' N. B. und von 19" 20' bis zu25" 48' W. L. Unter den Einw- zählt man über 1,900,000 Holländer, 150,000Friesen, 300,000 Deutsche , 3.570.000 Wallonen oder Beigen und 80,000 Juden(3 660,000 Katholiken, l,8809'00 Reform., 880,000 Luther., 120,000 Men-noniren, 40 000 Remonstrant/n u. a. kirchl. Gemeinden). —Die Gestaltung desBodens ist qrößtentheils im Nordwesten sehr niedrig, wo der Rh»i, die Maas und Scheide sich ins Meer ergieße». Der Rhein , ehemals bei Schenkenschanz, jetztdurch den sogen. Canal von Pannerde», in das Gebiet der Niederlande einströmend,theilt sich unmittelbar in 2 Arme, den südlichen, die Waal, schon zu Cäsar's Zeitenu. d. N. Vahalis bekannt, und den nördlichen, der den Namen Rhein behält. Ausletzter»» führt ein Canal, merkwürdig durch s. Urheber, den römischen Feldherrn Dru-snS, in die aus dem Münsterschen kommende alte Pssel, der, u. d. allgem. st!, derPssel mit diesem Flusse vereinigt, zwischen Zütphen, Dberyssel und der Delüwe hin,in den Auvdersee strönit. Der jenseitsArnheim ivestivärtS fließende Rhein nimmt beiWyk te Duurstede den stkanien Leck an; ein kleines Gewässer, welches dort mittelsteiner Schleuse mit dem Leck Gemeinschaft hat, erhält hier den Namen des krummenRheins und zwischen Utrecht und Leyden den Namen des Rheins. Vormals wardies die Hauptmündung, diesich bei Katwyk ins Meer ergoß; koch nachdem die furcht-bare Überschwemmung 860, welche wahrscheinlich auch den größten Theil der Dü-nen auswarf, diesen Arm versandet hatte, nahn» der Leck die Hauptgewässer auf, undder sogen, alte Rhein ward zum inländischen Canal ohne erh,bliche Strömung. Umden Bezirk von Rhynland seiner überflüssigen Gewässer zu entlasten, dachte manschon vor länger als 2 Jahrh, auf die Herstellung der alten Rheinmündung beiKatwrk, allem erst 1804 kam dies äußerst schwierige Unternehmen zu Stande, wel-ches in 3 Jahren glücklich vollendet ward. Nordwärts vom alten Rhein fließt einArm dieses Ltlromes u. d.N. derVechte in dieZupdersee. Die Maas bekommtnachihrer Vereinigung mit einem Arme der Waal den Namen Merwe, welche den an-dern Arm der Waal und den Leck aufnimmt, in ihren Mündungsarmen mannig-faltig verschlungen und benannt wird, und endlich bei Briel in einer ansehnlichenBreite in die Nordsee strömt. Die Scheide trägt bei Antwerpen seit 1795, nachdemsie fast 2 Jahrh, lang der Schifffahrt vertragsmäßig verschlossen gewesen, ausihrcmbreiten Fahrwasser wieder die größten Lrchiffealler Nationen, vertheilt sich bei ^dand-vliet, wo ihre Breite 18000 Fuß beträgt, in 2 Arme (die Dst - und Westschclde),welche Seeland umfassen und sich in mächtiger Breite beinahe unvermerkt mit der