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Niederlande (Königreich der), geogr.-statist.
ländische Handel begann seine Blüthe im 14. Jahrh. zu Brügge i» Flandern ,zog sich aber am Ende des 15. Jahrh, größienkheils nach Antwerpen , welches dererste Handelsplatz der Welt wurde. Doch die Verheerungen des Freiheitskriegesgegen Spamen und die Eroberung der «ladt 1585 trieben die reichsten Kaufleutein die Niederlande, und vorzüglich nach Amsterdam , dessen Handel am Ende des16. und im Anfange des 11. Jahrh, auf eine nie gekannte Höhe stieg, von welcherer erst gegen das Ende des 18. Jahrh, etwas herabsank, bis die SiaatSumwälzungvon 1145 ihm den Todesstoß gab und Amsterdams Nebenbuhlerin, London , aufden Trümmern des niederländ. Handels zur Konigin der Meere erhob. Lest 1813hatte sich zwar der Handel merklich gehoben, doch ist er noch sehr fern von seinervorigen Größe. 1818 liefen 3800 Handelsschiffe aus den niederländ. Häfen aus.1826 kamen in Amsterdam 1606 Leeschiffe an. 1190 waren von 9134 Schiffen,die den.Sund passirten, 2009 Holland , und 3188 engl.; 1196 von 12,113Schiffen, die jene Straße besuhren, 4456 engl. und 1 Holland.; 1815 von 8815Schiffen 2398 engl. und 450 holländische. Der belgische Handel stockte seit Ant-werpens Fall und mehr noch seit der Schließung der Scheide, und kiese Provinzenblühten nur durch den innern Reichthum ihres Bodens und durch die in den letztenJahren der östreich. Regierung zunehmenden Fabriken. Die im Friedensschlüssevon 1195 bestimmte Wiedereröffnung der Scheide, und das Streben der franz.Regierung zur Beförderung des belgischen Handels auf Kosten des holländischen,wurden durch den dauernden Seekrieg mit England fast nutzlos für die begünstigtenLänder. Die Verträge von Paris und Wien , 181-t und 1815, setzten die Han-delsrechte der nördl. und südl. Niederlande auf gleichen Fuß. Noch immer sinddie Holländer die Commissionshändler Großbritanniens für einen großen TheilDeutschlands und der Schweiz in Hinsicht der betracht! chen Waarentransporteauf dem Rhein; auch versehe» sie England (größtenteils über Rotterdam ) mitButter, Käse, Flachs, Getreide und Krapp, wenn die Einfuhr gestartet ist. InHinsicht des meistens über Antwerpen gehenden Handels nach Frankreich ist jetzt dieBilanz im Durchschnitt etwa um 12 Mill. Gld. zum Nachtheil der Niederlande ;zu ihrem Vortheil ist sie hingegen im Hantel nach Spanien, Portugal, Italien und der Levante. Der Handel nach Nordamerika ist von Seiten der Niederlande passiv, und der dahin ausgeführte Wachholderbranntwein u. a. Fabrikate könnendie von dorther eingeführten Tabacksblärier, Häute ic. nicht aufwägen. Derniederland. Handel nach den ost- und westmd. Colonien hat große Umwandlungenerlitten theils durch den Verlust von Berbice , Demerarv und Esseguebo (obwol diebritische Regierung den Niederländern in Hinsicht des Handels »och kiesen Calv-inen mit ihren eignen Unterthanen gleiche Rechte bewilligt hat), theils durch denFall der ostind. Compagnie und der allen Unterthanen ertheilten Handelsfreiheitnach Ostindien (mit Ausnahme der Molukken und des der Regierungsverwaliungdes niederländ. Indiens vorbehalrenc» Handels nach Japan ); desto blühenderwurde durch die liberale Colonialverwalrung Java's Produktion, deren Ab»ehi»e-rln vor allen Nordamerika ist. Zwar ist der ehemals sehr einträgliche Schleich-handel über Curaeao nach dem span. Amerika durch die Unabhängigkeitserklärungendes beträchtlichsten Theils dieser Länder vernichtet, und mit ihm der ganze Werthdieser letzter» Colonie; allein dagegen sind dem niederländ. Handel in Brasilien ,der Havana und Haiti neue Quelle» eröffnet. Der inländische Handel der Nie-derlande ist durch den Austausch der verschiedenartige» Erzeugnisse unter den nördl.und südl. Provinzen von großem Belang; die Bilanz desselben ist jetzt zum Vor-theil der letzter». Nach Amsterdam sind die vornehmsten Handelsplätze: Antwer-pen, Rotterdam, Brügge, Brüssel, Gent, Ostende und Middelburg ; die wich-tigsten Handelshäfen: Aniwerpen, Ostende , Briel, Delftshaven, Dortrechr, Enk-huisen, Medemblick und Zierickzee. Handelsgerichte sind zu Amsterdam , Grönin-