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Achter Band. O bis Q.
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Occidelitalischcö Kaiserthuin

daß sie dem Feldherrn einen Einfluß hätten gestatten sollen, der dem Günstlingeso gefährlich werden konnte. ArcadinS selbst mochte es auch vorziehen, dem Höf-linge und der schönen, schmeichelnden Gemahlin sich hinzugeben, als dem kraftvol-len Ernüe des Heerführers, und sich der weisen, ihm jedoch unbequemen Leitungeines Mannes zu überlassen, der des Vaters Stelle zu ersetzen wohl verstand.Man wußte sich der Anhänglichkeit der Truppen und ihres Befehlshabers, Gai-nas, zu versichern, und nachdem man Alles versucht hatte, um Stilicho in der öf-fentlichen Meinung zu stürze», gelang es, wider ihn ein Decret des Senats vonKonstantinopel zu erhalten, wodurch er für einen Feind des Reiches, und seiner,in den Grenzen des Orients liegenden großen Besitzungen für verlustig erklärtwurde; meuchelmörderische Anschläge auf sein Leben glückten aber nicht. DieseFeindseligkeiten gegen den Verwalter der occidentalische» Regierung gaben das ersteZeiche» zur Trennung beider Reiche, und des vorsichtigen Theodos weise Absichtenscheiterten an den Leidenschaften einiger wenigen Menschen und an der Schwächeseiner jungen Söhne, welche jene nicht zu zügeln vermochten. Wol hätte Sttti-licho, der berühmte Feldherr, sich vielleicht mit dem Schwerte den Weg zu demPalaste des ArcadiuS bahnen können, doch das schreckhafte Bild eines durch ihnerregten Bürgerkriegs hielt den Ehrgeiz des sonst wackern Mannes zurück; er wid-mete sich nun einzig den Angelegenheiten seines Mündels HonoriuS , der Regierungdes Abendlandes. Nachdem der aufrübrerische Statthalter in Afrika , Gildo,durch dessen eignen Bruder, den maurischen Prinzen Mascezel, der die Ermor-dung zweier Kinder au seinem tyrannischen. Bruder zu rächen hatte, besiegt, undsein eigner Feldzug in Griechenland gegen die Goihen beendigt war, vermählte erseine Tochter Marie ihrem Vetter, dein 14jährigen Kaiser HonoriuS (393 nachChr.), welche jedoch 19 Jahre darauf und, wie die Geschichtschreiber versichern,noch als Jungfrau starb. Zwei Jahre nach jener Vermählung kam ein Unglücküber Italien , das Stilicho nur aufzuhalten, nicht abzuwenden vermochte. Ala-rich, König der Wesigvthen, durch Stilicho im Jahr 391 an der UnterjochungGriechenlands gehindert, beschloß, sich dafür zu rächen, und siel 499 in Italien ein. HonoriuS flüchtete aus seiner Residenz Mailand in das feste Asta ant Tana-rus (jetzt Asti ). Schon mußte er, darin belagert, sich den Antrag einer schimpf-lichen Capitulation gefallen lassen, als Stilicho, der die zerstreuten abendländischenTruppen gesammelt hatte, durch die Fluten der Adda schwamm und Italien rettete.Alarich's Lager (bei Polleniia), mit diesem die zusammengeraubten Schätze Grie-chenlands , und Alarich's Gemahlin wurden die Beute der Lüeger. Dennoch zogder gothische König auf Rom . Vergebens bot ihm Stilicho die Rückgabe seinerSchätze und seiner Gemahlin an, um ihn zum Rückzüge zu bewegen. Es kani da-her zu einer zweiten Schlacht bei Verona (493), und Alarich sah sich nach einergänzlichen Niederlage, in der er fast selbst umgekommen wäre, gezwungen, Italien zu räumen. HonoriuS, an seiner Seite der ruhmgekrönte Stilicho, zog (49t) imTriumph in das alte Rom ein, das jubelnd seinen Kaiser empfing, und vereinigtedas Andenken seiner Anwesenheit in dieser Stadt durch ein Edict, welches die Fech-terkampfe bei den öffentlichen Spielen aufhob. Nach einem Aufenthalte von einigenMonaten verließ HonoriuS Rom, um in dem festen Ravenna sicherer zu wohnen.Zwei Jahre später brach Rhadagais, an der Spitze von 299,999 deutschen, sar-inakischen und andern Kriegern, über die Alpen herein und drang bis Florenz vor.Stilicho, der sich bis dahin nur mit der Bildung eines Heeres beschäftigt hatte,ohne die Verwüstungen der Barbaren verhindern zu könne», eilte mit dem kaum49,999 Mann starken und letzten Heere des seinem Verfalle immer mehr sich»ädernden Reichs herbei, schloß durch eine Kette von Verschanzungen das Heer desRhadagais ein, versah das bedrängte Florenz mit Lebensmitteln, während die Bar-baren allmälig ausgehungert wurden, und ließ endlich, in einem allgemeinen An-