Band 
Achter Band. O bis Q.
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44 Occidentalischcs Kaiserthmn

griffe auf den entkräfteten Feind, das Werk des Hungers durch das Schwert voll--enden. Rhadagais wurde gefangen und hingerichtet, die übrigen Gefangenenaber als Lklaveu verkauft. >LV war Italien »och ein Mal gerettet; doch Stoßauf Lttoß traf das in seinen Grundfesten langst erschütterte Reich. Der Überrestdes Barbarenheeres siel (40") in Gallien ein, und bald waren die Germanen(Vandalen und Alanen, mit Sueven vereint) Herren der 7 gallischen Provin-zen und des Rheins, der damals von allen Truppen entblößt war, indem Etilichosie zur Besiegung der Deutschen in die Felder von Florenz gerufen hatte. Zu glei-cher Zeit empörte sich das römische Heer in Britannien und wollte sich selbst einenKaiser geben; doch erst der dritte, Konstantin, ein gemeiner «Loldat, wegen seinesNamens von ihnen zum Herrscher gewählt, erhielt sich, nachdem seine beiden Vor-fahren, Marcus und Gratian , nach wenigen Monaten ihrer Herrschaft durchDolchstöße von, neuen Throne herabgestürzt worden waren. Konstantin landetein Boulogne, und gern unterwarf sich ihm das von HonoriuS verlassene, den Bar-baren preisgegebene Gallien ; der Gothe Sarus, beauftragt, Konstantin's Hauptnach Ravenna zu bringen, mußte sich glücklich schätzen, nach einem ItägigenSturme auf des gallisch-britannischen Kaisers Verschanzungen bei Vienne, seinfast aufgeriebenes Heer über die Alpen zurückzuführen, welche jetzt dieGrenzscheidezwischen HonoriuS und Konstantin machten. Letzterer vereinigte kurz darauf(408) auch Spanien mit seinem neuen Reiche, wo er einen schwachen, bald besieg-ten Widerstand von Seiten der, daselbst auf reichen Besitzungen wohnenden 4 Vet-tern des verstorbenen Kaisers TheodosiuS , und dagegen viele Anhänglichkeit unterdem Volke fand. Während dies zwischen den Alpen und den Säulen des Hercu. les sich begab, entwickelten sich am Hofe zu Ravenna Begebenheiten, eine Kettevon Unfällen, Schwächen und Verbrechen, in denen der Thron des Occidcntü un-terging. Alarich, der Gothen König , hatte sich seines Gegners Stilicho Freund-schaft erworben, und ward, in Folge eines Friedens- und NereinigungSbündnisseSmit HonoriuS , zum Oberbefehlshaber der römischen Kriegsmacht in der Präfecturvon Illyrien ernannt. Stilicho hatte längst die Absicht, die morgenläntischeHälfte dieser Präfectur wieder mir der occidentalischen zu vereinigen und Zugleichden gef.hrsichen Alarich durch die Aussicht aus die Pforten von Konstanrmopel ent-fernt von Italien zu beschäftigen. Zwar unternahm dieser auch einige Bewegun-gen in Thessalien und EpiruS; allein von Amona aus sandte er nach Ravenna seineFederung, ihm eine große Rechnung gehabter (Auslagen fürHonorius zu bezahlen,und seine Vorschlüge, ihn in den Besitz irgend einer occidentalischen Provinz, alsbleibender Stätte für sein Volk, zu setzen, wofür er Konstantin demüthigen wolle.Nach den heftigsten Auftritten in dem römischen Senate drang Stilicho mit den.Antrage durch, den ungestümen Mahner jetzt mit einer Summe von 4000 Pf.Gold, als Hülfsgeld, zu beschwichtigen. Aber den geheimen Groll des Se-nats über diese Nachgiebigkeit, die doch nur aus Stilicho'S Kenntniß von derKraft des GothenkönigS floß, theilte, vielleicht angereizt, auch das Heer. Ho-norius fing an, seinen alten Minister zu fürchten. Als man ihm nun zuflü-sterte, Stilicho habe die geheime Absicht, seinen eignen Sohn EucheriuS aufden Thron zu setzen, so gab er seine Einwilligung zur Hinrichtung eines Man-nes, der bisher die einzige Stütze des wankenden abendländischen Throns gewe-sen war. Stilicho'S Haupt siel 408; ihm folgten auf gleiche Weise sein Sohnund viele seiner Freunde; auch ließ sich zugleich HonoriuS von seiner zweiten Ge-mahlin, Thermankia, der zweiten Tochter des Stilicho , scheiden. Von nun anbefand sich dieser schwache Monarch in den Händen einiger Günstlinge, die nichtzu beurtheilen wußten, welchen Dienst sie dem lauernden Könige der Golhen durchStilicho'S Fall geleistet hatten. Auch rächten die dem alten Feldherrn treu erge-ben gewesenen fremden Hülfsrruppen dessen Tod dadurch, daß sie, 30,000 M.