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Oczakow
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seü Verfahrens ist die Veredlung des wilden Stammes, der, wenn man ihm alleseine wilden Äste und Zweige nahm, aus dem eingesetzten Auge fortmachst undmit dem Baume, von welchem das Auge genommen worden, gleiche Früchte trägt.Das Oculiren kann vorgenommen werden, so lange sich die Rinde von der, Zwer-gen löst; jedoch nimmt man es am liebsten im Frühlinge oder Herbste vor. Wennman im Frühlinge oculirt, so treibt das eingesetzte Auge noch in demselben Jahreeinen Zweig; das im Herbste eingesetzte aber schläft bis zum folg. Frühlinge. DieHerbstoculanon kann bis zum Ende Augusts geschehen. Die Augen nimmt manallemal von den zuletzt getriebenen Zweigen, welche abgeschnitten werden, ehe sichdie Knospen öffnen. Will man dann die Oculation nicht sogleich vornehmen, soschneidet man die Blätter des Zweigs bis über die Halste ab und steckt ihn einigeZoll tief in frische Erde oder inS Waffer. Das Auge wird von einem Stückchender umgebenden Rinde abgelöset, und zwar etwas größer, als man den Schnittin den zu oculirenden Zweig oder Stamm machen will. Je mehr Rinde man mitdem Auge vereinigt läßt, desto sicherer wächst es. Bevor man das Auge einsetzt,muß man jedoch untersuchen, ob an dem Auge auch der Keim befindlich ist, dennohne diesen wächst es nicht. Ein durchsichtiges Loch auf der Rinde des ÄugeS istdas Zeichen, daß der Keim nicht daran befindlich, sondern am Holze des Zweigessitzen geblieben ist. In der Rinde des zu oculirenden Stammes wird ei» gabelför-miger Einschnitt gemacht; man hebt dabei die Rinde so weit auf, als nöthig ist,und schiebt das Auge so ein, daß es zwischen dem Einschnitte hervorsteht, bewickeltes mir Bast, und schneidet bei der Frühlingsocularion den Stamm etwa andert-halb Zoll über dem eingesetzten Auge ab, bei der Herbstoculation aber erst im Früh-linge, wenn man sieht, daß das Auge noch Leben hat und gedeihen will. Sobalddas Auge angewachsen ist, öffnet man den Verband. — Eine eigne Art desDculi-rens ist-die, wenn man eine ga»;e abgestreifte Röhre von der Rinde des Hculir-zweigS, woran mehre Augen befindlich sind, auf einen gleich starken, seiner Rindeberaubten, wilden Stamm zieht. Die Dculation nichtholziger Gewächse ge-lingt nur selten.
Oczakow (Otschakow), von den Türken Dzain Krimenda genannt, Stadtim russischen Gouvernement Cherson, mit 1000 Einw., einem kleinen Han-delshafen, am Einfluffe des Dnepr ins schwarze Meer, war unter der türkischenHerrschaft eine bedeutende Festung und hatte außerdem eine Citadelle mit 25 Fußhohen Wällen. D. ward 1731 von den Russen, die bei dem Lturm 18,000 M.verloren, genommen. Die Türken machten in demselben I. mit 70,000 M. ei-nen Versuch, es wiederzunekmen, mußten sich aber mit einem Verluste von20,000 M. zurückziehen. 1738 verließen es die Russen, nachdem sie die Fe-stungswerke niederaeriffen hatten. Die Türmen befestigten es 1713 anfs Reueund blieben im Besitze bis zum 17. Dec. 1788. Damals winde O. nach einerlangen Belagerung von den Russen unter Suworoff gestürmt, und die Festung zer-stört. Im Frieden 1791 trat die Pforte den ganz verödeten Platz ab. Die um-liegende Gegend ist meist hvlzlose Steppe. I» der Rübe an der Buzmün-dung nndet man die Trümmer der alten milesischcn Colonie Olbia.
s) d a l i k e n, Name der Weiber des GroksultanS, die weder durch die Ge-burt eines Sohnes zu der Auszeichnung einer Affeki, noch durch größere Begün-stigung zum Range einer Sultanin gelangt sind, und, dem Herrn des Harems zumausschließlichen Genusse bestimmt, bewacht von den innern und äußern Garten-wachen, den Bostandschis lind Verschnittene», rasch wie die Blumen der Gärtenvon Konstantinopel verwelken. Durch die Vergleichung morgenländischer DichterMit Tulpen und Hyacinthen, mit Rosen und Cypreffe», sind diese unglücklichenSklavinnen den Europäern mehr angepriesen, als ihre Schönheit verdient. Nochist das große oder Winter-Harem von keinem europäischen Reisenden beschrieben.