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Achter Band. O bis Q.
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verbinden sich die ätherischen Öle leichter mit dem Sauerstoffe als die fetten, neh-me» dadurch eine Farbe an, werden dicker und in ein Harz verwandelt. Körper,die von diesen Ölen durchdrungen sind, widerstehen der Fäulniß; hierauf gründetsich die Theorie des Einbalsamirens. Alle gewürzhaft riechende Pflanzen enthaltenätherische Öle, die den Geruch der Pflanze besitzen, von welcher sie kommen. Beimanchen Pflanzen findet man in allen ihren Theilen ein ätherisches Öl. bei andernnur in den Blüthen, in den Blättern, den Früchten oder den Schalen und den Sa-men, oder endlich in der Rinde und der Wurzel. Bei sehr vielen Pflanzen findensich in den ätherischen Ölen derselben die vorzüglichsten Arzneikräste. Pflanzen, diean trocknen, sonnenreichen Orten wachsen, geben„das »leiste ätherische Öl. DurchsTrocknen derselben verliert sich die Masse ihres Öls. Man zieht auch mittelst derDestillation im Wasser aus einigen animalischen Substanzen (z. B. aus den Amei-sen, dem Bibergeil u. A.) ein ähnliches Öl. Wenn das Wasser, in welches man diearomatischen Pflanzen gethan, den Grad der Siedhihe bei der Destillation in der Blaseerreicht hat, so gehen die meisten ätherischen Öle über; doch thun dies einige schonbei einem geringern Grade. Je leichter sie sind, desto eher geschieht chr Übergang.Manche Pflanzen bedürfen nur eines Dampfbades, um daraus das Öl Zu ei halü n.Mit dem Öle geht zugleich das Wasser über. Dies sondert man dadurch ab, daßnian die ganze, durch die Destillation erhaltene Mischung, welche,milchig aussieht,zugedeckt an einen kühlen Ort stellt. Hier setzt sich das schwerere Ölzu Boden, dasleichtere aber schwimmt auf der Oberfläche des Wassers und kann ohne viele Mühevollends abgesondert werden. Wenn man es von den schleimigen Theilen befreithat, die mit übergegangen sind, so muß es in wohlverwahrten Flaschen aufbehaltenwerten. Die fetten Öle, welche auch ausgepreßte Öle genannt werden, obgleich mannicht alle durch das Auspressen gewinnt, schwimmen sämmtlich auf dem Wasser,sind also specifisch leichter. Sie hinterlassen auf dem Papiere einen durchsichtigenFleck, der durch das Erwärmen des Papiers nicht wieder vergeht, weil diese Öle,um verflüchtigt zu werden, einen weit hoher» Grad der Hitze, als der des sieden-den Wassers ist, verlangen. Sie lassen sich im Weingeist nicht auflösen, unk er-halten, wenn sie im frischen Zustande auch noch so mild sind, beim Ranzigweideneinen beißenden, brennenden Geschmack und einen widrigen Geruch. Diele vondiesen Ölen nehmen auch von den Schalen Per Früchte, wenn diese mit denselben ge-preßt werden, einen unangenehmen Geschmack und Geruch an; auch geben alte,verdorbene, desgleichen unreife Samen ein schlechteres Öl. Die fetten Öle desPflanzenreichs (s. Olive) werden aus solchen Pflanzensamen und Kernen gewon-nen, welche, mit Wasser zerrieben, Emulsionen (Kuhltränke) liefern. Die mehrstenerhält man durch das Auspressen. Im Großen geschieht dies auf eignen Ölmüh-len. Hier werden die Samen entweder geschält oder ungeschält zerstampft, sodann,um das Auspressen zu erleichtern, erwärmt und in die Pressen gebracht. Durchkaltes Auspressen bringt man nicht alles Öl aus den Samen, treibt man aber dieErwärmung zu hoch, so schadet man dadurch dem Öle, welches in diesem Falleeher ranzig wird. Alle frisch ausgepreßte Öle enthalten eine Menge Schleim-theile, welche beim Pressen mit abgeflossen sind, und sehen daher trübe aus. Durchanhaltende Ruhe werden sie völlig klar und können von dem Bodensatze abgegos-sen werden.,, Auch durch das Auskochen gewisser Flüchte und Samenkerne erhältman fette Öle. Es sind, dies insonderheit die sogenannten Pflanzenbuttern.Manche von den fetten Ölen trocknen an der Luft zu einer festen Masse aus,andre bleiben dagegen immer schmierig. Wenn man die erstern kocht, so wild ihrAustrockne» noch mehr befördert, weil dabei die wässerigen und schleimigen Theilemehr abgetrieben werden. Diese trocknenden Öle gestehen erst bei einem weithöher» Kältegrad als die schmierig bleibenden, von denen einige schon bei der ge-wöhnlichen Temperatur unsers Klimas im Sommer zu einer Art von Butter gerin-

EviivttsationS-Lexikon. Bö. Vlll. 4