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Achter Band. O bis Q.
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OleariuS

nen. Zum Sieden erfodern alle einen Grad von Hitze, den man auf 600 GradFahrenheir rechnet. Erst, wenn sie bis zur Verflüchtigung erhitzt sind, entzündensie sich. Mit dem Wasser lassen sich die fetten Öle nicht vermengen. Wenn manbeide Substanzen unter einander schüttelt, so entsteht eine trübe milchige Flüssig-keit, aus der sich aber bald wieder das Öl vom Wasser scheidet und obenaufschwimmt. Eine bleibende milchige Flüssigkeit der Art erhält man, wenn mandie öligen Pflanzensamen mit Wasser,reibt. Diese Pflanzcnmilch wird Emul-sion genannt. In derselben ist das Öl nicht mit dem Wasser vermischt, sondernnur mittelst des Schleims in demselben vertheilt, und kann daraus abgeschiedenwerden. In der Wärme lösen die selten Öle die Harze und den Schwefel auf.Mit den ätzenden Laugensalzen verbinden sie sich aufs innigste, werden in dieserVerbindung auch selbst auflösbar und zu Seife. Wenn man die fetten Öle mitKalkwasser unter einander schüttelt, so verdicken sie sich. Blei, Kupfer, Braun-stein und Arsenik weiden von ihnen angegriffen und allmälig aufgelöst. BeimVerbrennen sehen sie einen Ruh ab, welcher von deni aus Mangel an Sauerstoffunzersetzt und unverbrannt gebliebenen Kohlenstoffe herrührt. Wenn man daherdem Dochte einer Lampe die Einrichtung gibt, daß die Luft durch die Achse derFlamme gehen kann, so wird aller Rauch vermieden, weil aller Kohlenstoff zerfetztwird, und es bildet sich nur Wasserkunst und kohlensaures Gas. Nach Lavoisier'S Versuchen verzehren 19^ Gran Bauniöl beim Verbrennen 62 Gran Lebenslust,und dabei bilden sich 54^, Gran kohlensaures Gas und 21 Gran Wasser. Durchdie Dcearbonisalio» können die fetten Öle in ätherische verwandelt werden, indemihnen dadurch ein Theil des Kohlenstoffs entzogen wird.., Diejenigen Öle, die manbrenzliche oder empyreumatische nennt, werden aus den Ölen erst durch die Einwir-kung des Feuers erzeugt, sind also nicht besondere Arten der Öle überhaupt. Siehaben einen brandigen, unangenehmen Geruch, scharfen, bitterlichen Geschmack,eine dunkle Farbe und etwas dicke Consistcnz. Man kann sie durch die trockene De-stillation sowol aus thierischen als vegetabilischen Ölen ziehen. In mancher Hin-sicht verschieden von den beiden genannten Gattungen ist das mineralische oderErd - und Bergöl. Es ist gemeiniglich brauuroth oder schwarzbraun von Farbe;doch gibt es auch eine weiße, Wasserhelle, ingleiche» eine gelbe Sorte. Das meisteDergol quillt aus weißen, schwarzen und gelben Tonschichten, besonders in derGegend von Derbent, Schamachm und Baku in Medien und Persien . In Loth-rmzen, im Modenesischen und auf der Insel Sumatra quillt ebenfalls einiges ausder Erde. Un:er allen tropfbaren Flüssigkeiten ist das weiße Bergöl die leichteste.Sein Geruch ist durchdringend, angenehm, gewürzhaft und ähnelt dem des gerei-nigten Bei nsteiuölü. Es ist in ätherischen Ölen und Vitrioläther, nicht aber infetten Ölen oder im Weingeiste auflösbar, wenn man nicht Harz hinzusetzt. Schonin einer Entfernung an Flammenfeuer gehalten, entzündet es sich mittelst seinesDunstkreises und brennt mit starkem Rauche in einer bläulichen Flamme. Es istausnehmend dünn und verfliegt bald. Wenn man weißes Papier damit tränkt, sosieht man es in kurzer Zeit verschwinden, ohne eine Spur von Flecken zurückzulas-sen. An der freien Luft verdickt es sich und nimmt eine bräunliche Farbe und einenwidrigen Geruch an. Desiillirt man es in Wasser, so geht es unverändert über.Das braunrochc oder schwärzlichbraune Bergöl ist weit häufiger. Es wird in meh-ren Gegenden Deutschlands, in der Schweiz, in Italien, Frankreich und ander-wärts gefunden. Nur durch seine Farbe, durch den unangenehmen Geruch unddurch die beträchtlichere Dicke, nicht aber im Wesentlichen weicht es von dem feinenweißen Bergöl ab. Es quillt nicht bloß aus Erdschichten, sondern auch aus Stein-ritzen hervor, und zwar oft an solchen Stellen, wo man keine Spur von Stein-kohlen erblickt,-die doch sonst die Mutter des Bergöls zu sein pflegen.

Olearius (Adam), eigentlich Ölschläger, geb, 1b9S oder 1600 zu