Band 
Achter Band. O bis Q.
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Ölfarben Olivarez S1

Aschersleben im Halberstädtischen, wandte sich nach Vollendung seiner Studienin Leipzig nach Holstein und wurde des Herzog« von Holstein-Gottorp, Fried»»ichs >>>., Hofmakhematikus und Bibliothekar. 1633 schickte ihn der Herzog miteiner Gesandtschaft, bei der sich auch der Dichter Paul Flemming (s. d.) be»fand, als fürstl. Rath und Secret. an seinen Schwager, den Zaar Michael Fedeo-rowitz, nach Moskau , und 1635 mit derselben Gesandtschaft zum zweiten Malenach Rußland und von da an den persischen Shah Sofi. Er kam 1639 nach Got»torp zurück und gab von dieser Reise eine in mehrer Hinsicht merkwürdige undreichhaltige Beschreibung heraus, die auch von Seiten der Sprache verdienstlichist. Er hatte in Persien die Landessprache erlernt und lieferte eine Übers. des „Ro-sengartens" des persischen Dichters Saadi, mit den arabischen Fabeln des Lok »man, welche den meisten Ausgaben seines Hauptwerks angehängt ist. Dieses er-schien u. d. T.: „Neue orientalische Reisebeschreibung" (Schleswig 1647, 1656,1663, 1671 und Hamb . 1698, Fol.). 1651 ward er u. d. N. des Vtelberühmtenin die„Fruchtbringende Gesellschaft ausgenommen und starb 1671.

Ölfarben, s. Ölmalerei.

Öligarchi«, Herrschaft von Wenigen; im gewöhnlichen Sinne diejenigeAusartung der Aristokratie, welche entsteht, wenn die höchste Gewalt aus denHänden der gesammten dazu berechtigten Körperschaft in die einiger wenigen Fami-lien oder einzelner Personen übergeht. (S. Aristokratie.) Dies geschieht ge-wöhnlich durch angehäuften Güterbesitz oder eine moralische Überlegenheit. DieOligarchie scheint sowol der Volksherrschast als der unumschränkten Willkür einesEinzelnen vorzuziehen zu sein; die Erfahrung zeigt aber, daß die große Masse desVolks unter der Herrschaft einzelner mächtigen Familien gewöhnlich im Ganzenkeines blühenden Wohlstandes genoß.

Oliva , eine Eistercienserabtei nicht weit von Danzig . Der FriedensschlußzuO., 3. Mai 1660, endigte den Krieg zwischen Schweden, Polen , dem Kaiserund Brandenburg. Johann Casimir, König von Polen , entsagte seinen Ansprü-chen auf Schweden, und die Republik überließ das nördliche Liefland, Esthlandund die Insel Ösel an Schweden ; diese Macht verzichtete auf Kurland; beideTheile bestätigten Preußens Unabhängigkeit. Darauf gab Schweden im Frieder»zu Kopenhagen (27. Mai 1660) Dronlheim und Bornholm an Dänemark zurück;endlich schloß es mit Rußland den Frieden zu Kardis (1661) auf den vorigen Be-sitzstand. So ordnete der Friede zu O. die Staatenverhälmisse des Nordens undbefestigte Schwedens polit. Übergewicht. S. I. Gottlob Bohme, z-soi,Oiivo»>i!8 ineclits" (Breslau 1763 und 1765, 4 ).

Olivarez (Gasparo Le Guzman, Graf v.), Herzog von Sanlucar, aus ei-nem vornehmen spanischen Geschlechte, war zu Rom geb., wo sich sein Vater alsGesandter bei SiptuS V. befand. Das Haus, wo er zur Welt kam, war der altePalast des Nero, daher man seine grausame Unbeugsamkeit mit den Barbareiendieses Kaisers vergleicht. Sein Vater kam in Verdacht, den Papst vergiftet zuhaben. In diesem Falle ward er wenigstens durch seinen Hof schlecht dafür be-lohnt; denn seine Vermögensumstände waren so beschränkt, daß er kaum seinenSohn auf der Universität erhalten konnte. Deni ehrgeizigen Jünglinge gelang es,dieGmst Philipps IV. als Vertrauter in seinen Liebeshändeln zu gewinnen. VomGünstinge schwang er sich an die Stelle des Herzogs v. Uzeda zum Premiermini-ster envor und übte binnen 22 I. eine fast unumschränkte Gewalt au«. Den An-fang jenes Ministeriums bezeichnete er durch nützliche Verordnungen; bald aberwar ei nur bemüht, Geld aus dem Lande zu ziehen, um den Krieg mit den benach-barten Mächten zu unterhalten. Seine Härte war Ursache, daß Catalonien undauch 2ndalusien sich empörten. Die Portugiesen, der Mißhandlungen müde,zerbraoen das spanische Joch und erkannten 1640 den Herzog v. Braganza für ih-

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