52
Olive
ren König an. O. kündigte dem Könige dieses Ereigniß als etwas Erfreuliches an,Indem er dadurch berechtigt werde, die ungeheuern Besitzungen des Herzogs inSpanien enizuziehen. Der Krieg wurde aber von Spanien , dessen Heere von denFranzosen und dessen Flotten von den Holländern geschlagen wurden, so unglück-lich geführt, daß der König sich 1643 genöthigt sah, seinen Munster, welcher derGegenstand der allgemeinen Unzufriedenheit geworden war, zu entsetzen. O. mußtein dem Augenblicke voni Echauplahe abtreten, wo er, befreit von seinem furcht-baren Nebenbuhler Richelieu , die Angelegenheiten des Reichs wiederherzustellenvermocht hätte. Vielleicht wäre er zurückberufen worden, wenn er nicht zu seinerVertheidigung eine Schrift abgefaßt hätte, die mehre mächtige Personen beleidigte,fodaß der König es gerathen fand, ihn noch weiter zu entfernen und auf Toro zubeschränken, wo er 1645 kinderlos starb. 'Außer der Grausamkeit und dem Geizebeschuldigte man ihn noch mancher Verbrechen, die jedoch weniger erwiesen sind.
Olive, die pflaumenartige Frucht des Ölbaums, hat äußerlich ein schwarz-grüueS, bisweilen auch weißliches oder rokhbrauneS Fleisch, in welchem der harteStein oder die Nuß mit dem Samenkerne enthalte» ist. Roh hat die Frucht einenunangenehmen, bittern Geschmack. Eingemacht werden die Oliven weit verschickt.Zhre Hauptbenutzung ist zu dem Baum- oder Olivenöle. Die Flüchte, welchedazu dienen sollen, müssen reif, aber nicht überreif sein. >Lie werden auf einerdazu bestimmten Mühle leicht zerrieben und sodann in die Presse gebracht. Dererste gelinde Druck gibt das beste und feinste, das sogenannte Iungfernöl. Es istweiß von Farbe, ungemein mild und süß von Geschmack und träufelt bloß aus demFleische. Dann kommt durch eine zweite, ein wenig stärkere Pressung, wobeischon der Kern und seine Schale Öl fahren lassen, die zweite Sorte. Wenn end-lich nach stärket» Pressen kein Öl mehr stießt, so gießt man siedendes Wasser aufden Brei, rührt ihn um und preßt von Neuem. Hierdurch erhält man Wasser mitÖl vermengt. Letzteres sondert sich bald von jenem und schwimmt oben auf, fodaßes b> guem abgeschöpft werden kann. Diese Sorte ist die geringste und wird theilszum Brennen, theils in Manufaciuren gebraucht. Das Baumöl geht aus densüdlichen Ländern i» großer Menge jährlich nach dem nördlichen Europa in eichenenFässern. Das beste erkalten wir aus der Lombardei , besonders aus der Gegendum den Gardasee , von welchem es auch den Namen hat. Die zweite Sortekommt aus dem südlichen Frankreich (Provenceröl), vorzüglich aus A,c und auüder Gegend von Nizza . Soll das Baumöl lange gut bleiben, so muß es in gläser-nen, festverschlossenen Flaschen an einem kühlen Orte aufbewahrt weiden. Mitdem Baumöle gehen mancherlei Betrügereien vor. Man wähle klares und durch-sichtiges, goldfarbiges angenehm riechendes und süßes,, nicht aber trübes und weiß-liches Öl. Um zu prüfen, ob es nicht mit andern, Öle vermischt sei, füllt manetwas in eine gläserne Flasche und schüttelt eß, wo dann das verfälschte Öl Bla-sen wirft. Höchst nachtheilig für die Gesundheit ist die Nachabmung dieses Ölsdurch Rüböl oder Leinöl, welches, um ihm die Süßigkeit und Weiße des Baum-öls zu geben, in bleierne Gefäße gegossen wird. Bekanntlich aber lösen die seltenÖle eine nicht unbeträchtliche Menge von Bleitheilen auf und werden dadurch ver-giftet. In der Arzneikunst ist das Baumöl von Wichtigkeit. Vermöge seinerFettigkeit hüllt es die scharfen Reize im menschlichen Körper ein, macht die Fasernund Gefäße schlüpfrig und geschmeidig und allzu stark gespannte Theile schlaff.Das Baumöl besitzt auch gleich den meisten übrigen Pflanzenölen die schätzbare Ei-genschaft, die Wirkung scharfer, ätzender Gifte im Körper unwirksam zu machen;es gibt ferner den angefressenen Gedärmen einen schützenden Überzug, lindert denHusten, welcher von scharfen Reizen oder vom Krumpfe entsteht, mildert Stein-schmerzen und viele andre Übel. Äußerlich leistet es in vielen Fällen trefflicheDienste, namentlich gegen den Biß giftiger Schlangen.